Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nach Abschiebung von Schülern In Frankreich entlädt sich die Wut der Jugendlichen

Auf der Straße protestieren Frankreichs Jugendliche gegen die Abschiebung von zwei Schülern. Die Empörung über die Ausweisung von jungen Ausländern reicht weit in die Gesellschaft hinein – und bedroht die Regierung.
21 Kommentare
Schüler sind entschlossen:„Wir werden keine Ruhe geben, ehe unsere Kumpel wieder in Frankreich sind.“ Quelle: dpa

Schüler sind entschlossen:„Wir werden keine Ruhe geben, ehe unsere Kumpel wieder in Frankreich sind.“

(Foto: dpa)

ParisSogar in Frankreich bleibt Protest gegen Behördenwillkür meist kalt und abstrakt. Schon deshalb, weil die, um die es geht, kein Gesicht haben. Anders die Mobilisierung französischer Jugendlicher gegen die Abschiebung von Schülern: Plötzlich geht es nicht mehr allein um Prinzipien, um Rechtsnormen und Runderlasse, sondern um Menschen.

Die Opfer haben ein Gesicht, genau gesagt gleich zwei: Das des 19-jährigen Armeniers Khatchik Kachatryan und das der 15-jährigen Roma Leonarda Dibrani. „Wir werden keine Ruhe geben, ehe unsere Kumpel wieder in Frankreich sind“, drohen die protestierenden Schüler. „Entweder die Regierung ändert ihre Politik freiwillig, oder wir werden sie dazu zwingen“.

Man mag über die großen Worte von Teenagern lächeln. Doch in den Regierungsstuben fröstelt es die Amtsträger: Noch jede Massenbewegung hat in Frankreich mit Protesten von Schülern und Studenten begonnen, denen sich dann andere anschlossen. Nichts fürchtet die Spitze der Sozialisten mehr als einen Anlass für Proteste zu liefern, an dem die massenhafte Enttäuschung über ihre Politik sich entzünden kann. Und der Frust ist gewaltig: Nur noch ein Fünftel der Wähler steht hinter Präsident Hollande. Jede Nachwahl haben die Sozialisten verloren.

Khatchik und Leonarda wurden vor einer guten Woche aus Frankreich abgeschoben. Am Mittwoch demonstrierten ein paar Hundert Schüler dagegen, am Donnerstag waren es bereits mehrere Tausend. Und Einiges spricht dafür, dass es in den nächsten Tagen noch mehr werden: Die stille Wut der Jugendlichen, die sich in den vergangenen Monaten angesammelt hat, findet hier einen Katalysator.

Ihre Empörung teilen auch viele Erwachsene. Bis weit in die Partei der regierenden Sozialisten hinein gibt es ein hartes Erwachen: Will man wirklich Schulkinder, die in Frankreich ihre Zukunft sehen und seit Jahren hier leben, mit Polizeigewalt auf den Flieger in eine Heimat setzen, mit der sie nichts verbindet? Kann die Linke mit Stolz darauf zeigen, dass sie noch mehr Ausländer des Landes verweist als die Rechte unter Nicolas Sarkozy?

Brexit 2019
„Mir ist speiübel“
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Nach Abschiebung von Schülern - In Frankreich entlädt sich die Wut der Jugendlichen

21 Kommentare zu "Nach Abschiebung von Schülern: In Frankreich entlädt sich die Wut der Jugendlichen"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Did die Familie wurde informiert daß sie abgeschoben werden .Ignorierte die Nachricht in der falschen Annahme daß sie durch Hartnäckigkeit ' vergessen" werden.....

  • Laut Alois Irlmeier soll "die Stadt mit dem eisernen Turm" auch von den eigenen Jugendlichen ange zündet werden.

  • Erstklassige Analyse. Danke !

  • Kein Problem! Letztlich kann jeder der noch ganz bei Trost ist auch selbst die Brandstellen identifizieren. Die MSM werden dann selbstredent furchtbar überrascht und BETROFFEN sein und WARNEN ... derweil die Mörder durch die Strassen ziehen wie 33. Hat ja keiner ahnen können, haben ja keine SS-Uniform an.

  • Alles streng nach Morgenthau, passt doch!

  • In Deutschland schiebt man auch gerne integrierte Migranten ab , dafür lässt man Typen hier die Bushido als enge Freunde ansieht und sich von ihnen ausbeuten lässt.

    Das ist und war Politik von Grünen und Roten, die nur die Sclimmsten hier haben wollen und keine Neudeutschen die so denken wie die Deutschen selbst.

  • ... und wer mit 60 noch Sozialist ist, hat kein Gewissen!

  • Jahrelang ist nun auch nicht in beiden Fällen wahr: Der Armenier ist 2011 nach Frankreich gekommen und hat es wie man so schön sagt geschafft "polizeibekannt" zu werden. Der Vater der Kosovarin ist mit der Familie aus Italien nach Frankreich gekommen und wollte sich Asyl erschleichen. Dies nachweislich mit Lügen den Behörden gegenüber und Urkundenfälschungen. Außerdem ist er durch Gewalt seiner Frau und seinen Töchtern gegenüber aufgefallen.

  • Merci bien Madame.

  • Na, "Freidenker" (von wegen, völlig eingeschränkte Denke, die da zum Vorschein kommt ...): ahnungsfrei - und Spaß dabei? Dann recherchieren Sie doch mal diese ach so "solidarische" Jugend Frankreichs, von der Sie schwadronieren. Eine Frage: Wann waren Sie denn das letzte Mal in Frankreich? Es ist beinahe amüsant, immer wieder unwissende Deutsche in Foren zu treffen, wo sie sich großmäulig tummeln - und doch nichts, aber auch gar nichts über das Thema wissen, zu dem sie sich äußern. Diese "Jugendlichen" entstammen den Banlieues (schon mal gehört?) - es sind dieselben, die französische Mädchen vergewaltigen, weil diese kein Kopftuch tragen, und die sich für Frankreich die Scharia wünschen. Es sind diejenigen, die nicht in der Lage zu einem Dialog sind - arbeiten liegt ihnen auch nicht so - und alles mit Gewalt lösen. Aber schön, wenn so desinformierte Pfosten sich zu Wort melden - und dann noch die Deutschen als dummes Untertanenvolk (nettes Wort, das Sie da aufgeschnappt haben, passt nur auch nicht zum Thema) beschimmpfen. Und, ehrlich - nachdem ich aus Frankreich stamme, muss ich Ihnen leider vielmehr Dummheit bescheinigen, als dem Rest der Deutschen, die hier diskutieren. Ihre Dummheit zeigt sich in Ihrem Beitrag - die "Bewegung", die Sie hier herbeifabulieren, wünsche ich Ihnen auch. Direkt vor Ihrer Haustür! Dann sprechen wir uns wieder. Aber dann schwafeln Leute wie Sie ja wieder, dass sie "von nichts gewusst und das alles nicht gewollt haben", wenigstens das hat Tradition bei den "Gutesten und Informiertesten" von allen. Unglaublich, was man hier an Unbildung serviert bekommt. Dabei dachte ich, die Deutschen seien ein Land der Dichter und Denker. Denken vermisse ich bei Ihnen - dichten können Sie sicher auch nicht. Es gibt genug über die Probleme Frankreichs zu lesen - informieren Sie sich endlich mal, das gehört auch zum Recht auf freie Meinungsäußerung.

Alle Kommentare lesen