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Nach Abzug von US-Truppen Türkei meldet Militärschlag an syrisch-irakischer Grenze

Die Türkei hat eigenen Angaben zufolge kurdische Kämpfer angegriffen. Eine für die Kurden wichtige Transitstrecke sei damit unterbrochen worden.
Update: 08.10.2019 - 19:12 Uhr Kommentieren
Die Kurdenmiliz YPG ist Hauptziel der türkischen Offensive. Deren Anhänger protestieren gegen die Politik der Türkei. Quelle: AFP
YPG-Kämpfer und -Veteranen

Die Kurdenmiliz YPG ist Hauptziel der türkischen Offensive. Deren Anhänger protestieren gegen die Politik der Türkei.

(Foto: AFP)

Ankara/Istanbul/Damaskus Die Türkei hat vor ihrer geplanten Offensive im Nordosten Syriens nach eigenen Angaben eine Nachschubroute kurdischer Kämpfer an der syrisch-irakischen Grenze angegriffen. Eines der Hauptziele des Militärschlags in der Nacht zum Dienstag sei es gewesen, „vor dem Einsatz in Syrien“ eine häufig von Kurden genutzte Transitstrecke zwischen dem Irak und Syrien zu unterbrechen, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte.

„Auf diese Weise sind der Transit der Gruppe nach Syrien und Versorgungslinien, einschließlich Munition, abgeschnitten.“ Zuvor hatte das Verteidigungsministerium erklärt, die Türkei habe ihre Vorbereitungen für den Militäreinsatz im kurdischen Nordosten Syriens abgeschlossen.

Ob es bei dem Angriff Opfer gegeben hat oder welcher Schaden entstanden ist, war zunächst nicht klar. Es soll sich um eine gemeinsame Operation des türkischen Geheimdiensts und des Militärs gehandelt haben. Details waren jedoch nicht eindeutig. Ein Regierungsvertreter sprach von einem Luftangriff. Ein anderer sagte, das Gelände sei „durch verschiedene Maßnahmen unbrauchbar“ gemacht worden.

Die Türkei will auf syrischem Territorium eine sogenannte Sicherheitszone schaffen und fordert den Abzug der lange mit den USA verbündeten Kurden-Miliz YPG aus dem Gebiet. Die Regierung in Ankara fürchtet ein Erstarken der Kurden in der Region und damit auch im eigenen Land.

US-Präsident Donald Trump ebnete der Türkei mit dem Abzug amerikanischer Truppen aus dem Nordosten Syriens den Weg für die Offensive. Zugleich drohte er dem Nato-Partner aber am Montag mit der Zerstörung seiner Wirtschaft, sollte er sich in Syrien unangemessen verhalten.

Am Dienstag schlug er etwas gemäßigtere Töne an, als er die Türkei als Handelspartner lobte. Das von der YPG angeführte Rebellenbündnis SDF war im erbitterten Kampf gegen die radikalislamische IS-Miliz im Bürgerkriegsland Syrien für die USA einer der wichtigsten Verbündeten.

Syrien hat die Türkei vor einem Einmarsch gewarnt. Syrien werde sein Territorium verteidigen und keine Besetzung der „syrischen Erde“ akzeptieren, zitierte die regierungsnahe Zeitung „Al-Watan“ den stellvertretenden Außenminister Faisal al-Makdad am Dienstag. Es ist das erste Mal, dass sich ein Vertreter der syrischen Regierung zu einer drohenden Militäroperation der Türkei im Nordosten Syriens äußerte.

Al-Makdad rief die Kurden zudem auf, zurück an die Seite der Regierung in Damaskus zu kommen und sich nicht „selbst in die Hölle zu stürzen“, nachdem die Kurden von den USA im Stich gelassen worden seien.

Türkei startet Angriff auf syrische Kurdengebiete

Mehr: Erdogan riskiert mit dem Syrieneinsatz seinen letzten Rückhalt, kommentiert unser Korrespondent Ozan Demircan.

  • rtr
  • dpa
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