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Nach Amoklauf in Florida Massenproteste gegen Waffengewalt in den USA

Die überlebenden Schüler des Massakers in Parkland geben keine Ruhe. Tausende Menschen zeigen weltweit ihre Solidarität.
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Schüler sitzen während einer Demonstration gegen Waffengewalt schweigend vor dem Weißen Haus. Quelle: dpa
Schüler demonstrieren

Schüler sitzen während einer Demonstration gegen Waffengewalt schweigend vor dem Weißen Haus.

(Foto: dpa)

Washington Hunderttausende haben in den USA für schärfere Waffengesetze demonstriert. Überlebende des Massakers an einer Schule in Florida mit 17 Toten hatten zu den Kundgebungen aufgerufen. In der Hauptstadt Washington und an zahlreichen anderen Orten gingen Teenager und ihre Unterstützer auf die Straße.

In Washington trugen die Teilnehmer des „March for Our Lives“ (Marsch für unsere Leben) Schilder mit Parolen wie „Wir sind der Wandel“ und „Kein weiteres Schweigen“. Sie drängten sich auf der Pennsylvania Avenue über mehrere Blocks hinweg von einer Bühne beim Kapitol in Richtung Weißes Haus.

Viele der Demonstranten waren Schüler. Sie sagten, dass die führende Rolle von Jugendlichen bei der aktuellen Initiative einen Unterschied im Vergleich zu vorherigen Bemühungen um schärfere Waffengesetze machen werde.

In den USA und im Ausland sind mehr als 800 Märsche geplant, die etwa zur gleichen Zeit stattfinden sollen. Sie folgen auf einen Schusswaffenangriff an einer Schule in Florida im Februar, bei dem 17 Menschen getötet wurden. In Boston, New York, Chicago, Houston, Fort Worth und Minneapolis fanden große Protestversammlungen statt.

In Parkland, wo am 14. Februar das Massaker an der Marjory Stoneman Douglas High School verübt worden war, versammelten sich mehr als 20.000 Demonstranten in einem Park in der Nähe der Schule. Sie riefen Parolen wie „genug ist genug“. Auf einem Schild war zu lesen: „Warum sind eure Waffen wichtiger als unsere Leben?“ In Paris kamen etwa 100 Demonstranten beim Eiffelturm zusammen und forderten: „Schützt Kinder, nicht Waffen.“ Amerikaner und Franzosen nahmen teil. Auch in Deutschland, Israel und China fanden ähnliche Protestmärsche statt.

Die Schüler fordern unter anderem ein völliges Verbot von Sturmgewehren in den Händen von Zivilisten und eine generelle Heraufsetzung des Alters bei Waffenkäufen auf 21 Jahre. Trump hatte zwar diesen Monat unter dem Druck der Proteste ein Maßnahmenbündel zur Schulsicherheit verkündet, aber praktisch nichts zur Verschärfung der Waffengesetze unternommen. Offenbar mit Blick auf die Massenproteste stellte die US-Regierung aber ein Verbot von Schnellfeueraufsätzen in Aussicht.

Das Justizministerium wolle „Bump Stocks“ der Kategorie Maschinengewehre zuordnen, teilte Justizminister Jeff Sessions am Freitag mit. Durch die neue Kategorisierung würden die Vorrichtungen, die eine halbautomatische Waffe zu einer Maschinenpistole mit Dauerfeuer umfunktionierten, de facto verboten.

Einen solchen Aufsatz benutzte im Oktober 2017 Todesschütze Stephen Paddock bei seinem Anschlag auf Konzertbesucher in Las Vegas. Er tötete 58 Menschen, 700 weitere wurden verletzt. Die Öffentlichkeit hat jetzt noch 90 Tage Zeit, sich zu dem Sessions-Vorschlag zu äußern. Erst dann kann er in Kraft treten.

Einer neuen Umfrage von der Nachrichtenagentur AP und dem NORC-Forschungszentrums zufolge sind 69 Prozent der Amerikaner für eine Verschärfung der Waffengesetze. Im Oktober 2016 waren es noch 61 Prozent gewesen, im Oktober 2013 55 Prozent. Insgesamt sind 90 Prozent von Anhängern der Demokratischen Partei und 50 Prozent von Anhängern der Republikaner sowie 54 Prozent der Waffenbesitzer inzwischen für strengere Gesetze.

Die AP-Umfrage ergab aber auch, dass fast die Hälfte der Amerikaner nicht damit rechnen, dass gewählte Amtsinhaber bei dem Thema handeln werden.

  • dpa
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