Nach Aquarius Italien weist erneut Schiff mit Migranten ab

Erst vor Kurzem hat Italien ein Rettungsschiff mit knapp 600 Zuwanderern abgewiesen. Nun folgt der nächste Zwischenfall.
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Italiens Innenminister Matteo Salvini hat ein Schiff der deutschen Hilfsorganisation „Lifeline“ abgewiesen. Quelle: AP
Italien Innenminister Matteo Salvini

Italiens Innenminister Matteo Salvini hat ein Schiff der deutschen Hilfsorganisation „Lifeline“ abgewiesen.

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BrüsselDer italienische Innenminister Matteo Salvini hat ein Schiff einer Hilfsorganisation mit etwa 200 Flüchtlingen und Migranten abgewiesen. Die unter niederländischer Flagge fahrende „Lifeline“ dürfe nicht in Italien andocken, sagte er am Donnerstag. Die „Lifeline“ habe in libyschen Gewässern 224 Migranten gerettet. Er habe den niederländischen Botschafter wegen der Aktivitäten des Schiffs kontaktiert. „Sie werden Italien nur auf der Landkarte sehen“, sagte Salvini.

Die von einer deutschen Hilfsorganisation betriebene „Lifeline“ teilte mit, sie habe die Migranten in internationalen Gewässern gerettet und nach einem sicheren Hafen gefragt. Ihr sei aber nicht gesagt worden, wo sie anlegen könne. Das Schiff fahre nun Richtung Norden.

Die italienische Regierung hatte vorvergangene Woche der „Aquarius“, einem anderen Rettungsschiff mit knapp 600 Zuwanderern, die Einfahrt in die Häfen des Landes untersagt. Die „Aquarius“ brachte die Migranten schließlich ins 1500 Kilometer entfernte spanische Valencia.

Unterdessen sind vor der Küste Libyens nach Erkenntnissen des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR in den vergangenen drei Tagen etwa 220 Menschen beim Versuch ertrunken, über das Mittelmeer nach Europa zu gelangen. Die Organisation berief sich dabei am Donnerstag auf Berichte von Überlebenden. So hätten beim Kentern eines mit etwa 100 Menschen besetzten Bootes am Dienstag nur fünf überlebt. Am selben Tag sei ein Schlauchboot gesunken.

Von den 130 Insassen seien 70 ertrunken. Am Mittwoch gerettete Insassen eines Bootes hätten berichtet, dass mehr als 50 Personen in dem Boot bei der Überfahrt ums Leben gekommen seien. Das UNHCR hat angesichts der Opferzahlen zu verstärkten internationalen Rettungsaktionen im Mittelmeer aufgerufen.

  • ap
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1 Kommentar zu "Nach Aquarius: Italien weist erneut Schiff mit Migranten ab"

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  • Italien hat Recht den NGO's mit ihren sog. Rettungsschiffen die Einfahrt in Italienische Häfen zu verweigern,

    Nach internationalem Seerecht ist der nächste sichere Hafen anzulaufen und das wäre Tunis.

    Die NGO's mit ihren Schiffen arbeiten mit Schleppern zusammen es wird auch von Italien behauptet sie seinen selber Schlepper, was nicht von der Hand zu weisen ist.
    Wer 12 Seemeilen vor der Küste Menschen rettet und dann diese hunderte von Seemeilen transportiert ist im herkömmlichen Sinn kein Retter sondern Helfer der Schleppern.

    Würde es um Menschenleben gehen würden die NGO's die Menschen schnellst möglich im sicheren Hafen Tunis absetzen um sofort wieder einsatzbereit zu sein. Tun sie aber nicht, warum darf sich jeder selber beantworten.

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