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Nach Börsencrash China will keinen „Währungskrieg“

China will sein BIP künftig nach neuen Methoden ermitteln – und seine Wirtschaft weiter stützen. Ministerpräsident Li Keqiang versicherte, sein Land habe zudem nicht die Absicht einen „Währungskrieg“ zu führen.
09.09.2015 - 14:33 Uhr
Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang will keinen „Währungskrieg“. Quelle: Reuters
Wirtschaftsgipfel in China

Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang will keinen „Währungskrieg“.

(Foto: Reuters)

Peking China misst das Bruttoinlandsprodukt nach neuen Regeln. Künftig werde die Entwicklung der Wirtschaftsleistung nach internationalen Standards berechnet, erklärte das Statistikamt am Mittwoch in Peking. Erstmals angewandt soll die neue Methode für das laufende dritte Quartal. Die Daten werden am 19. Oktober veröffentlicht. Ziel sei es, „genauer die wirtschaftliche Aktivität zu messen und kurzfristige Schwankungen besser einzufangen“. Bislang seien die Wachstumszahlen eher eine Zusammenfassung von Daten gewesen als eine Widerspiegelung des Konjunkturverlaufs im jeweiligen Quartal.

Mit der neuen Berechnungsmethode - die auch große Industrieländer anwenden - schafft China die Voraussetzung, um die vom Internationalen Währungsfonds empfohlenen Standards einzuführen. Seit Jahren gibt es immer wieder Zweifel an der Genauigkeit der chinesischen Konjunkturdaten.

Angesichts der jüngsten Konjunkturabkühlung betonte die Regierung außerdem, zu weiteren Stützungsmaßnahmen bereit zu sein. Sie werde Kurs halten, aber gegebenenfalls auch vorbeugend aktiv werden, betonte Ministerpräsident Li Keqiang ebenfalls am Mittwoch auf einer Veranstaltung des Weltwirtschaftsforums in der Stadt Dalian im Nordosten der Volksrepublik, von Experten auch „Sommer-Davos“ genannt: „Wir werden uns durch kurzfristige wirtschaftliche Schwankungen jedoch nicht von unserer auf das große Ganze ausgerichteten Linie abbringen lassen.“ Erst jüngst hatte die kommunistische Führung ein neues Konjunkturpaket aufgelegt und damit nach überraschend schlecht ausgefallenen Außenhandelsdaten für eine Beruhigung an den Börsen gesorgt.

Die staatlichen Wirtschaftslenker in Peking haben ein Wachstumsziel von sieben Prozent für dieses Jahr ausgegeben – ohnehin das kleinste Plus seit einem Vierteljahrhundert. Nach einer Reihe schwacher Daten sind jedoch Zweifel aufgekommen, ob auch nur dieses Ergebnis in diesem Jahr erreicht wird.

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    Die Börsen in China sind seit Mitte Juni um etwa 40 Prozent eingebrochen. Wegen der Turbulenzen hat die Regierung in Peking eine ganze Reihe von Gegenmaßnahmen ergriffen und dabei auch Regeln für Händler verschärft. Li verteidigte diese Schritte, die nicht auf eine Schwächung der Rolle der Finanzmärkte abzielten.

    Auch die Ängste vor einer weiteren Abwertung der Landeswährung Yuan versuchte Li Keqiang zu zerstreuen. „Es gibt keine Basis dafür, dass sich die Abwertung des Yuan fortsetzt“, sagte Li in Dalian.

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    (Foto: dpa)
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    (Foto: Reuters)

    China habe nicht die Absicht, die Exporte des Landes durch einen schwächeren Yuan anzukurbeln oder „in einen Währungskrieg einzutreten“. Mitte August hatte die chinesische Zentralbank die auch Renminbi genannte Währung überraschend in mehreren Schritten um rund drei Prozent abgewertet und damit im Ausland Sorgen um die Situation der chinesischen Wirtschaft geschürt.

    Solange es genügend Beschäftigung, steigende Einkommen und Verbesserungen beim Umweltschutz gebe, seien Wachstumsraten wie im vergangenen halben Jahr akzeptabel, sagte Li Keqiang vor Wirtschaftsführern in Dalian. Chinas Wachstum lag in den ersten beiden Quartalen des Jahres nach offiziellen Angaben bei sieben Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt mit 7,4 Prozent das schwächste Wachstum in 24 Jahren verzeichnet.

    • rtr
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