Nach Brückeneinsturz Italien droht mit Verstaatlichung von Autobahnen

Italiens Vize-Regierungschef Di Maio erhebt nach dem Brückeneinsturz schwere Vorwürfe gegen den Autobahnbetreiber – und will ihm die Lizenz entziehen.
Update: 16.08.2018 - 13:00 Uhr Kommentieren
Italiens Regierung macht den Autobahn-Betreiber für den Brückeneinsturz in Genau verantwortlich und will ihm die Lizenz entziehen. Quelle: Reuters
Luigi Di Maio

Italiens Regierung macht den Autobahn-Betreiber für den Brückeneinsturz in Genau verantwortlich und will ihm die Lizenz entziehen.

(Foto: Reuters)

RomNach dem Brückeneinsturz in Genua hat Italiens Vize-Ministerpräsident Luigi Di Maio mit einer Verstaatlichung der Autobahnen gedroht. Wenn die Betreiber der Autobahnen nicht in der Lage seien, ihre Aufgabe richtig zu erfüllen, dann müsse der Staat die Autobahnen übernehmen, sagte Di Maio am Donnerstag im Rundfunk. Die Betreiber der Autobahnen hätten mehr in die Sicherheit investieren sollen als sich über die Dividenden Gedanken zu machen, sagte Di Maio.

Die italienische Regierung machte bereits am Vortag den Autobahn-Betreiber für den Brückeneinsturz verantwortlich und will ihm die Lizenz entziehen. Das Unternehmen habe Milliarden Euro an Maut eingenommen, das Geld aber nicht wie vorgesehen eingesetzt, kritisierte Innenminister Matteo Salvini. Die Firma Autostrade wies den Vorwurf zurück. Die aus den 1960er-Jahren stammende Brücke sei gemäß den gesetzlichen Vorgaben alle drei Monate kontrolliert worden, erklärte das Unternehmen.

An der Unglücksstelle ging unterdessen die Suche nach Überlebenden und Opfern weiter. Die Polizei präzisierte die Zahl der Todesopfer auf 38. Zuvor war von 39 Toten die Rede.

Di Maio sagte im Rundfunk, wenn die Betreiber der Autobahnen nicht in der Lage seien, ihre Aufgabe richtig zu erfüllen, dann müsse der Staat die Autobahnen übernehmen. „Es kann nicht sein, dass man Maut bezahlt und dann stirbt“, sagte er.

  • rtr
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