Nach Calais Migrantencamp im Norden von Paris geräumt

Nicht nur in der Hafenstadt Calais gibt es Probleme mit Migranten. Auch in Paris campieren zunehmend Flüchtlinge unter freiem Himmel – auf öffentlichen Gehwegen. Die französische Hauptstadt geht nun dagegen vor.
Update: 04.11.2016 - 12:14 Uhr
Im Norden von Paris wurden auf Gehwegen campierende Migranten nun in Aufnahmezentren gebracht. Quelle: dpa
Flüchtlingscamp

Im Norden von Paris wurden auf Gehwegen campierende Migranten nun in Aufnahmezentren gebracht.

(Foto: dpa)

ParisNach der Räumung des Flüchtlingscamps in der Hafenstadt Calais wollen französische Behörden nun einen Lagerplatz im Nordosten von Paris auflösen. Hunderte der insgesamt etwa 3000 Migranten, die dort auf Gehwegen kampiert hatten, wurden am Freitagmorgen den Angaben zufolge in Bussen zu Aufnahmezentren gebracht, wo sie Asylanträge stellen können. Bereitschaftspolizisten sicherten das Viertel ab. Die Räumung sei ruhig angelaufen, hieß es. Der Lagerplatz drohte, nach Calais zu einem neuen Brennpunkt zu werden.

Am Donnerstag hatten die letzten Bewohner des auch als „Dschungel“ berüchtigten Camps in Calais nahe dem Ärmelkanal die Gegend verlassen.

Der „Dschungel von Calais“ ist geräumt
Das Lager ist leer
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Das wilde Flüchtlingslager in Calais, das in den Medien häufig auch der „Dschungel“ genannt wurde, ist endgültig aufgelöst. Alle Flüchtlinge haben das Lager im nordfranzösischen Calais wegen starker Brände verlassen. „Das Lager ist endgültig leer“, sagte die Präfektin Fabienne Buccio am Mittwoch dem französischen Nachrichtensender BFMTV in Calais.

Es brennt im Dschungel
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Während der Räumung brannten in großen Teilen des Camps Hütten, Zelte und andere Unterkünfte. Flüchtlinge, die bis dahin das Lager nicht verlassen hatten, flohen vor den Flammen und dem aufsteigenden Rauch.

Gasflaschen explodiert
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Bereits in der Nacht davor brannte das Camp im Norden von Frankreich. Mehrere Gasflaschen explodierten. Ob sie mutmaßlich angezündet wurden, ist unklar. Dabei wurde in der Nacht ein Flüchtling leicht verletzt, wie der Radiosender France Inter berichtete. Demnach gab es mehrere Brände. Der sogenannte Dschungel von Calais wird seit Montag von den Behörden geräumt. Erst am Mittwoch – und damit dem dritten Tag der Räumung – gelang es den Behörden alle Flüchtlinge vom Gelände zu evakuieren.

Ausschreitungen in Calais
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Es kam zudem zu zahlreichen Auseinandersetzungen zwischen Flüchtlingen und der Polizei. Wie die Polizei gegen die Flüchtlinge vorgeht, wird offiziell nicht kommuniziert.

Calais in Flammen
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Bereits vor dem offiziellen Abbau des Lagers, war er in der Nacht auf Montag zu heftigen Ausschreitungen gekommen. Flüchtlinge bewarfen Polizisten mit Steinen und setzten Mülltonnen in Brand. Die Polizei wehrte sich mit Tränengas.

Großeinsatz der französischen Behörden
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Rund 1.250 Polizisten sind bei der Räumung des „Dschungels“ im Einsatz. Die französischen Behörden drohen den Flüchtlingen mit einer Festnahme, falls sie das Lager nicht verlassen sollten.

Helfer bauen ab
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Während Helfer beginnen, das Camp nach der Evakuierung abzubauen, gibt es bereits neue Sorgen. Einige Flüchtlinge, so fürchten Politiker, könnten sich in der Umgebung von Calais verstecken. Natacha Bouchart, die Bürgemeisterin von Calais, befürchtet, dass in der Stadt oder in der Umgebung neue wilde Camps entstehen könnten.

Eine Sprecherin der Stadt Paris sagte am Freitag, die Räumung des Lagerplatzes sei die größte Aktion dieser Art seit 18 Monaten. Es stünden genügend Busse bereit, um die geschätzten 3000 Menschen - die meisten aus Afrika und Nahost - zunächst in Aufnahmezentren der Pariser Region zu bringen. Anschließend sollen sie landesweit auf andere Unterkünfte verteilt werden, während ihre Asylgesuche geprüft werden.

150 der Migranten, darunter Frauen, Kinder und Kranke, wurden den Angaben zufolge als besonders verletzlich eingestuft und erhielten eine besondere Behandlung.

Präsident François Hollande hatte erklärt, Frankreich könne solche Lager nicht länger akzeptieren. Der „Dschungel“ galt unter Konservativen und Politikern des rechten Flügels als Symbol für das Scheitern Hollandes in der europäischen Flüchtlingskrise. Unklar ist aber, ob die Regierung verhindern kann, dass neue wilde Camps dieser Art entstehen.

  • ap
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