Nach Cannabis-Legalisierung in Colorado Auch die Preise sind schon high

Im US-Bundesstaat Colorado wird Marihuana seit Jahresbeginn als legales Genussmittel verkauft. Kunden stürmen die Coffeeshops – was die Preise in die Höhe treibt. Viele wittern das große Geschäft. Auch der Fiskus.
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Kiffen erlaubt: In Colorado ist der Marihuana-Verkauf jetzt frei. Quelle: ap

Kiffen erlaubt: In Colorado ist der Marihuana-Verkauf jetzt frei.

(Foto: ap)

DenverVor dem Laden Medicine Man Denver, der vergangene Woche mit dem Verkauf von Marihuana für den Freizeitkonsum begonnen hat, stehen die Menschen Schlange. Sie wollen erstmals ganz legal in den Genuss von Gras kommen. Einige rufen „Freedom!”, als sie mit ihren Tütchen aus dem Geschäft kommen.

Die Nachfrage ist enorm, auch die Kälte hält die Freunde der Rauschware nicht davon ab, geduldig bei klirrender Kälte vor den Ausgabestellen zu warten.

Im Medicine Man Denver laufen die Geschäfte auf Hochtouren. Quelle: ap

Im Medicine Man Denver laufen die Geschäfte auf Hochtouren.

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Die Cannabis-Verkäufer wiederum haben schnell auf das enorme Interesse reagiert und an der Preisschraube gedreht. Kurz nach der offiziellen Legalisierung zum Jahreswechsel ist der Preis im freien Verkauf jedenfalls deutlich höher ist als derjenige für den medizinischen Gebrauch. Ein Achtel Unze (etwa 3,5 Gramm) Marihuana als Genussmittel kostete im Medicine Man Denver 45 Dollar, während sich dieselbe Menge als Therapiemittel auf 25 Dollar belief.

„Alle waren Feuer und Flamme, Teil der Geschichte zu sein und ihren ersten legalen Marihuana-Kauf zu tätigen”, sagt Brooke Gehring, Besitzerin des Ladens Bud Med, in Edgewater, einem Vorort von Denver. Für medizinisches Marihuana verlangt Gehring 25 Dollar und im Freiverkauf 55 Dollar. Das sei „weitgehend mit den Preisen auf dem Schwarzmarkt vergleichbar”.

Die Menschen zahlten „was immer der Preis ist”, sagt Andy Williams, President und Chief Executive Officer. „Die Möglichkeit, qualitativ hochwertiges Marihuana sicher und verlässlich in einem witzigen und aufregenden Umfeld zu kaufen, ist bestimmt besser, als in eine Seitengasse zu gehen und zu sagen: 'Hey Kumpel, haste mal 'n Tütchen?'.”

Colorado ist der erste Bundesstaat in den USA, in dem Marihuana frei verkauft werden darf. Einwohner des Bundesstaates, die 21 Jahre oder älter sind, dürfen bis zu eine Unze (etwa 28 Gramm) Marihuana erwerben, während Besucher von Außerhalb nur eine Viertel Unze erstehen dürfen. Der Konsum in der Öffentlichkeit bleibt jedoch verboten, auch in den Läden.

Die Einwohner Colorados hatten der Legalisierung im November 2012 in einem Wahlgang zugestimmt und sich damit gegen das US-Bundesgesetz gewendet, das Marihuana als illegale Substanz einstuft. Ein ähnlicher Vorstoß wurde im Staat Washington gebilligt; dort werden die ersten Shops im Jahresverlauf öffnen.

58 Prozent aller US-Bürger für die Legalisierung

Die zwei Bundesstaaten sind Vorreiter einer Bewegung, die den Gebrauch von Marihuana neu definiert. Alaska könnte dieses Jahr der dritte US-Bundesstaat werden, in dem Menschen legal Marihuana kaufen und konsumieren können. Eine Gruppe von Cannabis-Aktivisten sammelte dort deutlich mehr als die rund 30.000 benötigten Unterschriften, um die Abstimmung über ein entsprechendes Gesetz zu erwirken. Das berichtete der TV-Sender CNN am Donnerstag.

Insgesamt zwanzig US-Bundesstaaten und der District of Columbia, dem Sitz der Hauptstadt Washington, haben Marihuana bereits für medizinische Zwecke legalisiert. In Kalifornien kann Marihuana etwa schon seit 1996 auch für weniger schwere Krankheiten wie Rückenschmerzen verschrieben werden. Als 21. US-Bundesstaat will New York das Rauschmittel als Therapiemittel in einigen Krankenhäusern zulassen. Wie der demokratische Gouverneur Andrew Cuomo diese Woche verkündete, ist zunächst jedoch nur eine sehr eingeschränkte Freigabe von Marihuana für medizinische Zwecke über ein Pilotprojekt geplant. Die Droge solle zunächst von bis zu 20 Krankenhäusern verschrieben werden dürfen.

Forschungen hätten ergeben, dass Marihuana bei der „Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten“ hilfreich sein könne, sagte Cuomo, der die Legalisierung von Marihuana bislang abgelehnt hatte. Mit dem Pilotprogramm solle die „Umsetzbarkeit“ einer medizinischen Freigabe überprüft werden. Es wird erwartet, dass Cuomo die Marihuana-Legalisierung per Dekret durchsetzt, weil im New Yorker Parlament bereits mehrere Vorstöße scheiterten.

Laut einer Gallup-Umfrage vom Oktober befürworten 58 Prozent aller US-Bürger die Legalisierung von Cannabis. Der 56-jährige Cuomo gilt als einer der Anwärter für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten im Jahr 2016 – genauso wie sein Kollege Chris Christie aus dem Nachbarstaat New Jersey. Der moderate Republikaner hat den medizinischen Gebrauch von Marihuana bereits legalisiert.

„25 Prozent Verkaufssteuer werden fällig“

Uruguay gibt das Hanf frei

Die aktuelle Preisexplosion ist zum einen auf die hohe Nachfrage – die Gras-Bauern kommen mit der Produktion kaum hinterher – und zum anderen auf eine neuen Steuer zurückzuführen, die in Colorado nun erhoben wird. Denn auch der Staat bedenkt von der Legalisierung zu profitieren. 25 Prozent Verkaufssteuer werden fällig.

Die mit 15 Prozent besteuerten Großhandels-Transaktionen sollen den Bau von Schulen finanzieren, während die 10-Prozent-Abgabe im Einzelhandel für die Regulierung der Branche eingesetzt wird. Colorado erwartet im Groß- und Einzelhandel einen jährlichen Marihuana-Umsatz von 578,1 Millionen Dollar. Dadurch würden dem Bundesstaat 67 Millionen Dollar an Steuereinnahmen zufließen, erwartet der Legislative Council der Colorado General Assembly.

Ein gutes Geschäft wittern auch zahlreiche Unternehmen: Nach Angaben von Amber Miller, einer Sprecherin der Stadt und des Landkreises Denver, hatten in der Region 18 Läden die notwendigen Lizenzen von Land und Kommune erhalten, um am 1. Januar mit dem Verkauf zu beginnen, wie das zuständige Amt mitteilte. Auch fünf Hersteller von Cannabis-Produkten und 27 Anbauer hätten Lizenzen bekommen.

Im Einzelhandel von Colorado wird Gras im Freiverkauf für durchschnittlich 400 Dollar je Unze (rund 28 Gramm) verkauft, verglichen mit 200 Dollar je Unze als Therapiemittel, sagt Aaron Smith, Executive Director der National Cannabis Industry Association. „Das ist nur Angebot und Nachfrage”, erklärt Smith. „Wenn mehr Läden aufmachen und die Geschäfte die Nachfrage einschätzen und bedienen können, werden die Preise wieder fallen.”

Im Moment aber scheinen die Marihuana-Preise keine Rolle zu spielen, meint Larry Nassau, Mitbesitzer der Colorado Cannabis Facility in Denver. „Es gibt unter den Menschen das Gefühl von Euphorie”, sagt der 61-Jährige. „Das scheint nicht so wichtig zu sein wie einfach nur daran teilzuhaben.”

  • Bloomberg
  • afp
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  • Dann backen sie sich einen Kecks oder trinken nen Tee, problem mit dem Lungenkrebs gelöst. Und in einen Joint kann man auch nen Filter eindrehen wenn man das umbedingt will, aber ich halte das für kontraproduktiv da nachweißlich auch bei Zigaretten der Filter mehr Schadstoffe beim erhitzen als der Tabak frei gibt.

  • Wie so auch nicht, kann man leckeren Tee und Plätzchen draus machen.
    In Deutschland ist 80%er Alcohol der zum Konsum hergestellt wurd frei zugänglich da beschwert sich keiner.
    Tote durch eine Überdosis Cannabis gibt es nicht wohl aber durch Alcohol, zumal Hanf in vielen weiteren bereichen genutzt werden kann ausser zum Rauchen, z.b Papierherstellung, Medizien, Herstellung von Textielien und Spanplatten usw.
    Diese Sinnlosen Vorurteile gehören entlich abgeschaft, Cannabis ist weniger gefährlich als Alcohol, das kann auch jeder am selbst Versuch testen, einfach mal einen Abend 10 Joints rauchen und am nächsten Tag mal 10 Bier reinklopfen. Den Unterschied wir jeder am nächsten Morgen feststellen, ein Kater ist beim Cannabis Konsum nicht vorhanden, als Leihe geh ich mal davon aus das dies darauf zurück zu führen ist das der Körper nicht vergiftet wird so wie bei Alcohol.

  • @Günther Schemutant

    In der Geschichte der Menschheit hat es nie eine Zeit gegeben wo keine Drogen konsumiert wurden. Selbst Ihr Körper schüttet in bestimmten Situation Drogen aus.

    Und Ihre Äußerungen über die Türkei sind mehr als geschmacklos. Ich empfehle einen Kurzurlaub nach Istanbul - dort werden Sie auf Menschen treffen, die sogar moderner sind als in weiten Teilen von Deutschland.

    Im übrigen bin ich der Meinung, dass das hanf freigegeben werden muss. Es kann nicht richtig sein, dass harmlose Bürger kriminalisiert werden, nur weil sie Hanf konsumieren, während zeitgleich Alkohol erlaubt bleibt.

    Außerdem verschläft Deutschland eine Entwicklung die nicht mehr aufzuhalten ist. Das Hanf wird seinen Weg finden. Die Legalisierung ist nur noch eine Frage der Zeit. Die Patente aber u. dem daraus resultierenden Gewinnmargen werden andere Unternehmen, in anderen Nationen (USA, Uruguay u.s.w.) sichern. Es ist was wahres dran - den letzten, beißen die Hunde.

  • Nochmal was zum Nachdenken. In Schleswig-Holstein gibt es seit Jahren Diebstahl von Hostensien-Knospen aus Gärten. Die Polizei vermutet die Knospen werden als Droge genommen,
    Hinweise an die Polizei Neustadt. Wer also so weit geht dieses Zeug zu rauchen, was Blausäure enthält/erzeugt, der wird Cannabis fressen wenn das zeug freigegeben wird.

  • @ Hagbard_Celine

    Danke.

  • @ OR na, na, na, nicht gleich wieder persönlich werden.

    Wenn schon professionelle Zuwendung dann bitteschön von einer Dame. Da hat der Günther bestimmt nichts dagegen auf diese Art und Weise Stress abzubauen.

    Sie sind da immer ganz schnell mit dem Zeigefinger, zu schnell finde ich.

    Die allermeisten Menschen wollen sich ja positiv einbringen, ihre unterschiedlichen
    Meinungen basieren in erster Linie auf unterschiedlichen Erfahrungen.

    Das zu erkennen ist die rationale Grundlage der Toleranz gegenüber Andersdenkenden.

  • Herr Schemutat, Sie benötigen dringend professionelle Hilfe.

  • @Haustechniker

    Ja, die Hanfpflanze wie so andere pflanzliche Mittel sind ein Segen für die Menschen! Müssen aber natürlich auch sinnvoll eingesetzt werden!

    Was Colorado da macht ist KRIMINALITÄT LEGALISIEREN UND DUMME MENSCHEN MANIPULIEREN!! Freuen wird es die Planatagenbesitzer der Hanfpflanze.

    Ich möchte das in D auch nicht haben. Probleme löst man und verdrängt sie nicht!

    Ach ja..HERRSCHEN IST DOCH SO EINFACH :)

  • @günther schemutat

    Wir brauchen keine Drogen , wir brauchen Kinder um die wir uns kümmern und anständig erziehen.

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    Genau...Fritz mach endlich platz ;-)

    Sie haben ja recht in manchem. Eltern fehlt die Zeit zum sinnvollen Werte vermitteln. Sie sind aber auch egoistisch und nur an ihrer Karriere und Selbstverwirklichung interessiert!

    DAS GANZE SYSTEM LÄUFT DOCH EINZIG UDN ALLEINE NUR AUF KONSUMENTEN HINAUS! Egal was man auch konsumiert. Und Kiffer werden wahrscheinlich noch leichter konsumieren. Ausserdem macht frühe Kiffen angeblich dumm, laut Studien. Negative Beeinflussung von der Bildung der Hirnzellen. Könnte was drann sein, wen ein 12 jähriger kifft. VERBLÖDUNG DER MENSCHEN IST ABER AUCH GEWOLLT VOM SYSTEM! Verdummte Menschen konsumieren besser!

    und ALLE machen doch fleissig mit :)

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