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Nach dem Grubenunglück in der Türkei Erdogan-Berater tritt auf Demonstranten ein

Ein türkischer Berater von Erdogan rastet aus und tritt immer wieder auf einen am Boden liegenden Demonstranten ein. Der Grund: Angeblich soll es sich um einen militanten Linken handeln, der Erdogan angegriffen habe.
Update: 15.05.2014 - 12:14 Uhr 6 Kommentare

Tritte und Prügel von Erdogans Berater

Soma Mit Tritten auf einen am Boden liegenden Demonstranten am Ort des Grubenunglücks von Soma hat ein Berater des türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan helle Empörung ausgelöst. Auf einem am Donnerstag über soziale Medien verbreiteten Foto ist zu sehen, wie Berater Yusuf Yerkel zum Tritt ausholt, während zwei Sicherheitskräfte einen Mann am Boden festhalten.

Yerkel hatte am Mittwoch Erdogan bei einem Besuch in Soma begleitet. Dabei war es zu Buh-Rufen und Protesten gegen den Ministerpräsidenten gekommen. Die Regierung ist wegen des schwersten Grubenunglücks in der Geschichte der Türkei mit mehr als 280 Toten unter großen Druck geraten.

Yerkel bestätigte dem türkischen Dienst der BBC, dass er auf dem Bild zu sehen sei. Türkischen Medienberichten zufolge sagte Yerkel, bei dem Mann habe es sich um einen militanten Linken gehandelt, der ihn und Erdogan angegriffen und beleidigt habe.

In der Hauptstadt Ankara und in der Metropole Istanbul hatten am Mittwochabend Tausende Menschen wegen des Grubenunglücks den Rücktritt der Regierung gefordert. Kritiker werfen ihr vor, trotz Sicherheitsbedenken eine schützende Hand über das Kohlebergwerk gehalten zu haben.

Das geht zu weit, Herr Erdogan!

Indes ist am Vormittag Präsident Abdullah Gül am Ort des Unglücks eingetroffen. Bevor er sich am Bergwerk ein Bild von der Lage machte, besuchte er laut der Nachrichtenagentur AFP verletzte Überlebende des Unglücks im Krankenhaus. Gül versucht, die Wogen zu glätten, die Erdogan und Yerkel aufgeworfen haben.

Die offiziell bestätigte Zahl der Todesopfer lag am Vormittag bei 282. Zum Zeitpunkt des Unglücks am Dienstag, als nach einer Explosion in der Kohlegrube ein Feuer ausbrach, befanden sich nach Angaben der Regierung 787 Kumpel in der Grube. Nach Angaben des Bergwerksbetreibers Soma Kömür konnten „fast 450“ Kumpel gerettet werden.

  • dpa
  • afp
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6 Kommentare zu "Nach dem Grubenunglück in der Türkei: Erdogan-Berater tritt auf Demonstranten ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • So sieht also eine Notwehr aus ?

    Sind wir wirklich der Meinung, dass dieses Land EU-bereit ist ?

    Ich nicht...

  • so sieht also Notwehr in der Türkei aus.
    Dann möchte ich einen Angriff lieber gar nicht erst sehen.
    Das soll EU-fähig sein ?
    Bitte nicht.

  • "Türkischen Medienberichten zufolge sagte Yerkel, bei dem Mann habe es sich um einen militanten Linken gehandelt, der ihn und Erdogan angegriffen und beleidigt habe."
    ---
    Klar, und das ist ein Grund, wie ein Berserker zuzutreten, NACHDEM der Mann schon von den Sicherheitskräften fixiert wurde (Foto! Also nichts mit Notwehr!).
    Y. ist einfach nur ein primitiver Schläger. Punkt. Wenn in ihm auch nur eine Spur von Anstand und Scham ist, dann tritt er jetzt noch einmal und zwar zurück. Aber ich schätze, da kann man bei dieser Sorte Politiker lange drauf warten.

  • Ich will das mal in Trappatonis Worten ausdrücken: Erdogan habe fertig und ist wie Flasche leer. Die Demonstranten sind so zäh wie ein ausgeschissenes Kaugummi und werden diesen Diktator niemals akzeptieren.

  • @Paria

    Es war wohl wirklich ein Ausraster - dh. es geschah ohne die Folgen zu bedenken. Erdogan (und das heißt natürlich sein ganzes Team) ist seit geraumer Zeit im Stress. Man merkt dies auch an Erdogans diversen Ausrastern (bislang allerdings eher verbal, aber auch hier hat er wohl seinen Berater nicht gerade zurückgepfiffen).

  • Das ein Berater oder Bodyguard austickt ist nicht so seltsam, schließlich hat Erdogan nicht umsonst einen Polizeistaat errichtet. Ungewöhnlich ist nur, dass der Berater es in der Öffentlichkeit gemacht hat und nicht im Bus oder auf der Polizeiwache.