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Nach dem Parlamentsbeschluss Randale in den Straßen von Athen

Das Parlament war in Tränengas-Wolken gehüllt, Demonstranten brechen Steine aus Gemäuern und werfen sie auf Polizisten. Nach der Abstimmung zum Rettungspaket gleichen Athens Straßen einem Schlachtfeld.
29.06.2011 - 20:44 Uhr 10 Kommentare
Demonstranten attackieren während der Ausschreitungen einen Polizisten. Quelle: Reuters

Demonstranten attackieren während der Ausschreitungen einen Polizisten.

(Foto: Reuters)

Athen kommt nicht zur Ruhe. Banden jugendlicher Randalierer ziehen durch die Straßen in der Umgebung des Syntagmaplatzes und lassen ihrer blinden Zerstörungswut freien Lauf: Schaufensterscheiben und Verkehrsampeln, das Mobiliar der Straßencafes, Geldautomaten und Parkbänke – alles, was ihnen in den Weg kommt, wird zerkleinert.

Überall flackern Feuer auf. Zeitungskioske und Barrikaden aus Müll gehen in Flammen auf. Die Bilder, die die Webcams aus dem Athener Zentrum liefern, sind gespenstisch. Tränengasschwaden und der Qualm der Brände ziehen durch die Straßen.

Straßenschlachten in Athen

Eine dichte Polizeikette umgibt das Parlament, um eine Eroberung  des Gebäudes durch die Randalierer zu verhindern. Aber jenseits des Parlaments ist die Kontrolle der Polizei längst entglitten. Mit Vorschlaghämmern bearbeiten die Demonstranten jetzt die Treppe am Eingang des Luxushotels „Grande Bretagne“ – sie zerkleinern den Marmor zu Wurfgeschossen. Sie protestieren gegen einen Parlamentsbeschluss, der das land vor der Pleite retten soll.

„Das Sparprogramm ist kein Weg, der das Land nach vorne bringt“, sagte ein Demonstrant. Die Anhänger der Protestbewegung befürchten, dass das Sparprogramm der Wirtschaft die Luft abschnüren und den jungen Griechen alle Zukunftschancen nehmen wird. Dabei hat Ministerpräsident Giorgos Papandreou genau das Gegenteil im Sinn. „Dies ist die Chance, das Land zu ändern.“ In der Öffentlichkeit wird die anstehende Zäsur daher auch mit der Rückkehr Griechenlands zur Demokratie 1974 vergleichen.

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    Ganz Europa hatte gebannt auf Athen geblickt. Als die Abgeordneten schließlich das Sparprogramm beschlossen, ging ein Aufatmen durch den Kontinent. Europa bleibt eine neue Finanzkrise vorerst erspart. In Griechenland selbst war dagegen von Erleichterung nichts zu spüren. Bis in die Nacht tobten in Athen Straßenkämpfe zwischen vermummten jungen Leuten und der Polizei. Autonome verwüsteten Bushaltestellen und Bankautomaten, warfen Schaufensterscheiben ein und setzten ein Postamt sowie zwei Bürogebäude in Brand. „Ein Votum unter den Tränen des Volkes“, titelte die Zeitung „Eleftherotypia“.

    Kampf gegen Vetternwirtschaft
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    10 Kommentare zu "Nach dem Parlamentsbeschluss: Randale in den Straßen von Athen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Keine Geldgeschenke mehr an Griechenland, Irland, Portugal und Spanien!!!


      Schon mit den bisherig beschlossenen "PIGS-Rettungspaketen" hat der Deutsche Bundestag am 21. Mai 2010 zwei Drittel des Steueraufkommens des Bundes für die Staatsschulden anderer Länder verpfändet!!!!!!!

      Bitte zeichnen Sie die Petition "18123" gegen den neuen "Europäischen Stabilitätsmechanismus" (ESM), der Deutschland und ganz Europa zu einer riesigen Transferunion verkommen lässt.


      https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=18123

    • Liebe Griechen,
      kämpft doch nicht gegen die Polizei!
      Das sind eure Mitbürger, Väter und Brüder.
      Und in wenigen Wochen, wenn sie ihr Gehalt nicht mehr bekommen, sind die doch auf eurer Seite!
      Kämpft gegen die, denen ihr die Misere zu verdanken habt.
      die sind leicht zu erkennen, das sind die, die sich vor Freude gar nicht mehr einkriegen das ihr jetzt euer Tafelsilber, sprich eure Staatsbetriebe ( und damit eure) und im Zweifel auch eure Inseln, eure Identität und euren Stolz also, verscherbeln müßt.
      Eure Feinde stehen nicht auf der Strasse. Die sitzen woanders.
      Holt euch eure Drachme zurück und ihr werdet sehen, in Kürze ist es mit die stabilste Währung die es gibt in Europa!

    • Die Strukturpolitik der Europäischen Union für Südeuropa ist nun entgültig gescheitert. Mit Agrar- und Fischereisubventionen lassen sich die Südeuropäer nicht mehr abspeisen. Der Süden braucht eine wissensbasierte Industrie.

    • Ob der Mob wirklich von einer Sozialblase profitiert hat, wage ich zu bezweifeln. Von Vetternwirtschaft und Korruption profitieren weltweit die Reichen (die Vettern & Korrupten), nicht die Geringverdiener. Also die, die Ihre Vermögen schon ins Ausland gebracht haben. Die kann man natürlich schlecht mit Panzern verfolgen ...

    • So sprechen neoliberale "Demokraten".
      Das Volk niedermähen um die eigenen Pfründe und Profite zu sichern.
      Verbrecher!

    • @Andre

      Hast du Angst, dass dir Griechenland die EUdSSR-Suppe versalzt?

      Und Du willst Menschen töten, um Dich durchzusetzen?

      So weit will die EUdSSR in Brüssel gehen?

    • @Andre: die Menschlichkeit.

    • Was spricht eigentlich dagegen, scharf auf die asozialen Chaoten zu schießen?

    • Steinewerfer mit Motorradhelm
      .
      Aus solchem Stoff werden in Deutschland Aussenminister gemacht

    • Vetternwirtschaft? Da fällt mir nur noch die Prostitution ein, die wohl eine gleichlange Tradition in der menschlichen Gesellschaft mit "Austauschverhältnissen" hat - ein kompletter Narr, der sich vornimmt, ihre Mechanismen auf direktem Wege außer Kraft setzen zu wollen.

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