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Nach der Übergabe Kundus wird zur Geisterstadt

Mit mehreren Millionen Euro wurde das Feldlager Kundus für die Übergabe an die afghanischen Sicherheitstruppen vorbereitet. Nach dem Abzug der deutschen Truppen regiert dort aber vor allem der Verfall.
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Ein Bereitschaftspolizist (Ancop) steht im ehemaligen Provicial Reconstruction Team (PRT) in Kundus. Sechs Monate nach der Übergabe verfällt das ehemalige Bundeswehr-Feldlager. Quelle: dpa

Ein Bereitschaftspolizist (Ancop) steht im ehemaligen Provicial Reconstruction Team (PRT) in Kundus. Sechs Monate nach der Übergabe verfällt das ehemalige Bundeswehr-Feldlager.

(Foto: dpa)

Kundus Gleich zwei Bundesminister reisten vor einem halben Jahr nach Kundus, um den Afghanen feierlich das deutsche Feldlager zu übergeben. Rund 250 Millionen Euro hatte Deutschland in die Infrastruktur des Camps investiert, 14 Millionen davon noch im Jahr vor dem Ende des Bundeswehr-Einsatzes in der nordafghanischen Stadt.

Die Minister überreichten symbolisch zwei Holzschlüssel, die Bereitschaftspolizei (Ancop) und die Armee (ANA) übernahmen je eine Lagerhälfte. Die Bundeswehr zog ab, die Afghanen zogen ein. Heute ist das Feldlager in einem beklagenswerten Zustand.

An der Einfahrt erinnert noch ein verwittertes Schild an das ehemalige deutsche Wiederaufbauteam (PRT). „Herzlich Willkommen“ steht dort. Die Ummantelung der Sprengschutzwälle ist eingerissen, Kies quillt aus den Löchern heraus. Wo einst Panzerfahrzeuge und schwer bewaffnete Soldaten das Lager sicherten, sitzen nun zwei Ancop-Polizisten auf einer Bank in der Sonne beim Mittagessen.

Straßen im Lager haben sich abgesenkt, vor eine der Gefahrenstellen haben die Afghanen ein von den Deutschen zurückgelassenes mobiles Halteverbotsschild als Warnung aufgestellt. Der Asphalt hat Risse, die Wassergräben neben den Wegen sind eingebrochen. Bäume und andere Pflanzen vertrocknen.

Die meisten Gebäude - darunter die raketensichere Verpflegungshalle und die Wohn- und Bürocontainer - wurden nach dem Bundeswehr-Abzug vom afghanischen Innenministerium versiegelt. Sie stehen leer. Aus dem Innenministerium in Kabul heißt es, es sei immer noch nicht endgültig entschieden, wie das Camp weiter genutzt werden solle.

Einst platzte das Feldlager mit mehr als 1400 deutschen und Hunderten weiteren internationalen Soldaten aus allen Nähten. Heute wirkt das Camp wie eine Geisterstadt, die dem Verfall preisgegeben wurde. Nur knapp 130 Polizisten sind auf der Ancop-Hälfte untergebracht - und sie sind nicht glücklich.

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2 Kommentare zu "Nach der Übergabe: Kundus wird zur Geisterstadt"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wie es sich gehoert, wurde da eine technische Uebergabe gemacht. Es ist schon erstaunlich, wie unterentwickelt und desorganisiert Afghanistan eigentlich ist, wenn relativ einfache Dinge nicht gewartet werden koennen.

  • Kundus wird zur Geisterstadt.
    Mit mehreren Millionen Euro wurde das Feldlager Kundus für die Übergabe an die afghanischen Sicherheitstruppen vorbereitet. Nach dem Abzug der deutschen Truppen regiert dort aber vor allem der Verfall.
    Seit Dezember 2001 bis heute, wurden viele Millionen deutscher Steuermittel in ein Abenteuer das Afghanistan heißt verband.
    Millionen Steuergelder die man dringend im eigenen Land gebraucht hätte, aber es mussten ja die Kriegsträume von Politikern beglichen werden.
    Was bleibt vom deutschen Engagement? Sehr wenig, außer Toten, verletzten auf beiden Seiten, da klingt das Geschwätz von Politiker aus der Vergangenheit „nie wieder Krieg von deutschem Boden“.