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Nach Doppelmord Griechen befürchten Eskalation politischer Gewalt

Der Doppelmord an zwei Mitgliedern der Neonazi-Partei Goldene Morgenröte verunsichert Griechenland. Bislang fehlt von den Tätern jede Spur. Politiker aller Lager riefen dazu auf, die Gewalt zu bekämpfen.
02.11.2013 - 17:52 Uhr Kommentieren
Experten einer Anti-Terror-Einheit sichern Spuren nach dem Doppelmord. Quelle: dpa

Experten einer Anti-Terror-Einheit sichern Spuren nach dem Doppelmord.

(Foto: dpa)

Athen Der Doppelmord an zwei Mitgliedern hat Angst vor einer Eskalation der politisch motivierten Gewalt in Griechenland geschürt. Die Regierung werde nicht akzeptieren, dass das Land "Schauplatz gewaltsamer Abrechnungen" werde, sagte der Minister für Öffentliche Ordnung, Nikos Dendias. Das Verbrechen sei "ein Angriff auf die Demokratie selbst", kommentierte die linksgerichtete Zeitung "Ethnos" am Samstag.

Zwei Unbekannte waren am Freitagabend mit einem Motorrad vor ein Büro der Goldenen Morgenröte (Chrysi Avgi) an einer großen Straße im Athener Vorort Neo Iraklio gefahren. Einer von ihnen feuerte auf die Menschen vor dem Eingang. Ein 22- und ein 27-Jähriger wurden nach Polizeiangaben tödlich in den Kopf und die Brust getroffen. Nach Angaben eines Sprechers der Morgenröte waren beide Opfer Parteimitglieder. Ein dritter Parteianhänger wurde von den Kugeln schwer verletzt und liegt im Krankenhaus.

Von den Tätern, die Motorradhelme trugen, fehlte am Samstag zunächst jede Spur. Aus Vermittlerkreisen verlautete, es werde besonders nach einer Piste zu "extremistischen Gruppen" gesucht, die sich in der Vergangenheit zu Anschlägen auf Politiker, Polizisten, Banken oder Medien bekannt hätten. Gewaltsame Aktionen von Gruppen, die sich selbst revolutionär oder anti-autoritär nennen, sind in Griechenland häufig, wenngleich es fast nie zu Todesopfern kommt.

Laut Medienberichten wurden die tödlichen Schüsse am Freitag aus einer Pistole des Typs Zastava aus serbischer Fertigung abgefeuert. Mit einer Waffe dieses Typs war 2009 ein Polizist getötet worden, wozu sich eine Gruppierung namens Sekte der Revolutionäre bekannt hatte.

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    Erst vor sechs Wochen hatte ein Anhänger der rechtsextremistischen und judenfeindlichen Goldenen Morgenröte einen Musiker der linken Szene vor einem Lokal mit Messerstichen getötet. Der Mord auf offener Straße hatte zu einem Aufschrei in der Öffentlichkeit geführt und die Justiz dazu bewegt, gegen die Partei vorzugehen. Gegen sechs Parlamentsabgeordnete der Morgenröte wird inzwischen wegen Bildung einer "kriminellen Organisation" ermittelt, Parteichef Nikos Michaloliakos, sein Stellvertreter und ein weiterer Abgeordneter sitzen in Untersuchungshaft.

    Die Mutter des 29-Jährigen, der am Freitag verletzt worden war, wandte sich am Samstag an die Öffentlichkeit. Die Griechen müssten sich "vereinen, damit das Blutvergießen ein Ende hat", sagte sie dem Sender Skaï. Auch Politiker aller Lager riefen dazu auf, die politische Stabilität zu schützen und die Gewalt zu bekämpfen.

    • afp
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