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Nach Freispruch für Polizisten Unruhen in St. Louis

Ein weißer Polizist erschießt einen schwarzen mutmaßlichen Drogenhändler. War es gezielter Mord oder berechtigte Selbstverteidigung? Ein Richter entscheidet zugunsten des Angeklagten – und ein friedlicher Protest eskaliert.
16.09.2017 - 17:41 Uhr Kommentieren
Ein zunächst friedlicher Protest artete aus. Quelle: Reuters
Unruhen in St. Louis

Ein zunächst friedlicher Protest artete aus.

(Foto: Reuters)

St. Louis Ein Freispruch für einen weißen Ex-Polizisten nach tödlichen Schüssen auf einen Schwarzen hat in der US-Stadt St. Louis Unruhen ausgelöst. Ein zunächst friedlicher Protest Hunderter Menschen gegen die aus ihrer Sicht „rassistische Polizei“ artete am späten Freitagabend (Ortszeit) in Gewalt aus, wie die Zeitung „St. Louis Post-Dispatch“ berichtete.

Demnach schleuderten Demonstranten Steine und Flaschen gegen Polizisten, umzingelten das Haus der Bürgermeisterin, bewarfen es mit Farbbeuteln und zertrümmerten Fenster. Die Polizei ihrerseits setzte Tränengas ein. Der Zeitung zufolge wurden mindestens neun Polizisten verletzt und mehr als 30 Menschen festgenommen.

Der damalige Streifenpolizist hatte 2011 einen 24-jährigen mutmaßlichen Drogenhändler nach einer wilden Verfolgungsjagd durch die Stadt im Bundesstaat Missouri erschossen. Er wurde wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt: Die Staatsanwaltschaft machte dabei geltend, dass er während der Verfolgungsjagd einem Kollegen im Streifenwagen gesagt habe, er werde den Mann töten.

Diese Äußerung war im Auto per Video aufgezeichnet worden, aber in der Aufnahme nicht zu verstehen, was unmittelbar davor oder danach gesagt wurde. Mit Bezug darauf entschied der zuständige Richter am Freitag, dass die Bemerkung möglicherweise aus dem Zusammenhang gerissen worden sei und daher keinen schlüssigen Beweis für eine Mordabsicht darstelle.

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    Der heute 36-jährige Polizist hatte selber ausgesagt, dass er geschossen habe, als der Mann nach seiner Waffe gegriffen habe. Insgesamt hatte er fünf Schüsse abgegeben. Der Polizist hatte nach dem Vorfall selbst den Dienst quittiert.

    • dpa
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