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Trump und Un

Der US-Präsident und Nordkoreas Machthaber schütteln sich die Hände.

(Foto: Reuters)

Nach G20-Gipfel Trump betritt Nordkorea als erster US-Präsident: „Es ist eine Ehre hier zu sein“

Trump hat Nordkoreas Machthaber Kim an der innerkoreanischen Grenze getroffen. Als erster US-Präsident im Amt überschreitet Trump die Demarkationslinie – und spricht eine Einladung aus.
Update: 30.06.2019 - 09:24 Uhr Kommentieren

Seoul/Panmunjom Spontan, per Twitter angekündigt und mit hoher Symbolkraft: Donald Trump hat als erster amtierender US-Präsident den Boden des kommunistischen Nordkoreas betreten. Im Ort Panmunjom an der innerkoreanischen Grenze überschritt er die Demarkationslinie – mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un. Trump reichte Nordkoreas Machthaber an der Grenze die Hand.

Gemeinsam gingen sie ein paar Schritte in Nordkorea, überschritten anschließend zusammen wieder die Grenze nach Südkorea und wechselten ein paar Worte. „Es ist eine Ehre hier zu sein“, sagte Trump. Auch Nordkoreas Machthaber hat höfliche Worte parat: Trump zeige seine Bereitschaft, an einer neuen Zukunft zu arbeiten, sagte Kim.

An der Grenzlinie sagte er zu Trump, er freue sich, ihn wiederzusehen. Er habe nicht erwartet, ihn jemals an diesem Platz zu treffen. Sein persönliches Verhältnis zu Trump bezeichnet er als „exzellent“. Dass Kim überhaupt kurze Statements abgab, ist ein sehr ungewöhnlicher Schritt für den politischen Führer des abgeschirmten, stalinistisch regierten Landes. Trump will sich bei Kim nun revanchieren: Er wolle Kim „jetzt gleich ins Weiße Haus einladen“.

Der Handschlag habe „eine große Bedeutung für den Frieden“, sagte Kim. „Wir werden die Vergangenheit hinter uns lassen und in die Zukunft schreiten“, betonte er. Trumps Vorstoß für das Treffen bezeichnete er als „sehr couragierten Akt“.

Trump hatte auf dem Gipfel der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) im japanischen Osaka überraschend angekündigt, er wolle Kim an der Grenze „für zwei Minuten“ treffen, ihm die Hand schütteln und Hallo sagen. Es ist das dritte Treffen von Trump und Kim. Der zweite Gipfel im Februar scheiterte. Seitdem liegen die Verhandlungen auf Eis.

Um kurz nach 14.30 Uhr Ortszeit (7.30 Uhr MESZ) war Trump an Bord seines Regierungs-Hubschraubers Marine One nach Angaben des Weißen Hauses dort gelandet.

Trump ließ sich zunächst an der Seite von Südkoreas Präsident Moon Jae In von einem Militärangehörigen die Grenze erklären. „Es ist ein anderer Ort geworden“, sagte Trump. Viel sei bereits erreicht worden. Der US-Präsident verwies darauf, dass in unmittelbarer Nähe der Grenze, die nur rund 50 Kilometer von der Metropole Seoul entfernt liegt, 35 Millionen Menschen von nordkoreanischen Waffen bedroht seien.

Sehr spontan war das Treffen zustande gekommen: Südkoreas Präsident Moon Jae-In hatte den Ort des Treffens an diesem Sonntag nur etwa eine Stunde vor der Zusammenkunft bekannt gegeben. „Wir gehen zur entmilitarisierten Zone, und wir werden uns mit dem Vorsitzenden Kim treffen“, sagte Trump in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Vor dem Ausflug an die demilitarisierte Zone (DMZ) beriet sich Trump zunächst mit Moon über das weitere Vorgehen im Streit über das nordkoreanische Atomwaffenprogramm.

Trump hatte das Treffen in einer angeblich spontanen Einladung erst am Vortag via Twitter ausgesprochen. In der Folge gab es eine hektische Last-Minute-Diplomatie, die offenbar zur Akzeptierung der Einladung seitens Nordkorea geführt hat. Trump betonte mehrmals sein gutes persönliches Verhältnis zu Kim, dem er bereits zweimal bei Gipfeltreffen in Singapur und Hanoi begegnet war.

„Gestern habe ich mir so gedacht: Hey, wir sind hier, lasst uns treffen“, sagte Trump. Dann habe er seine Twitter-Nachricht herausgegeben. „Nur Händeschütteln und Hallo sagen“, sagt Trump.

Moon, der Trump an die DMZ begleiten wollte, begrüßte die Pläne für ein kurzes Treffen mit Kim als Ereignis von hoher Symbolkraft. Ein Treffen zwischen Trump und Kim wäre ein „bedeutender Meilenstein“, sagte Moon zum Auftakt seiner Gespräche mit Trump. Er könne fühlen, „dass die Blume des Friedens auf der koreanischen Halbinsel“ blühe.

Trump und Moon wollen ihre Anstrengungen fortsetzen

Die entmilitarisierte Zone trennt Süd- und Nordkorea seit ihrem Bruderkrieg (1950-53) auf vier Kilometern Breite und etwa 250 Kilometern Länge.

Trump und Moon wollten Angaben des Weißen Hauses zufolge ihre Anstrengungen fortsetzen, eine vollkommen überprüfbare atomare Abrüstung Nordkoreas zu erreichen. Außerdem sollen die Beziehungen zwischen den USA und Südkorea gestärkt werden.

Seit dem gescheiterten Gipfeltreffen zwischen Trump und Kim Jong Un im Februar in Vietnam gibt es keine Fortschritte im Atomstreit mit Nordkorea. Beide Seiten konnten in der zentralen Frage der atomaren Abrüstung Pjöngjangs und Gegenleistungen der USA keine Einigung erzielen.

Von ihrem ersten Gipfel in Singapur im Jahr 2018 waren hoffnungsvolle Signale ausgegangen. Kim hatte seine Bereitschaft zu einer „kompletten Denuklearisierung“ bekräftigt. Doch gibt es bisher keine konkreten Zusagen, bis wann die kommunistische Führung in Pjöngjang ihr Atomwaffenarsenal abrüsten will.

Mehr: Der US-Präsident ist kein Anhänger fester Allianzen. Das hat jüngst auch Bündnispartner Japan zu spüren bekommen.

  • deli
  • dpa
  • rtr
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