Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Nach Italien-Abstufung Volkswirte wettern gegen unfähige Krisenpolitik

Die Herabstufung Italiens kommt für Ökonomen nicht überraschend. Vielmehr sehen sie in dem harten Rating-Urteil einen weiteren Beleg für das katastrophale Krisenmanagement der Euro-Regierungen.
10 Kommentare
Eine europäische und zwei deutsche Fahnen. Quelle: dapd

Eine europäische und zwei deutsche Fahnen.

(Foto: dapd)

Düsseldorf/Rom„Die Herabstufung Italiens ist ein weiterer Mosaikstein in dem trüben Bild, das die Staatsfinanzen in vielen Ländern abgeben“, sagte der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, Handelsblatt Online. „Es dauert leider viel zu lange, als dass Regierungen den Ernst der Lage erkennen und dies angemessen durch Taten dokumentieren. Offenbar schreckt selbst das griechische Beispiel einige Regierungen nicht ausreichend ab.“ Daher überrasche ich auch das harte Rating-Urteil zu Italien nicht. Es sei vielmehr noch „durch das ungeschickte Lavieren der italienischen Regierung befördert worden“.

Auch der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, klagt über ein hilfloses Krisenmanagement, dessen Hilfsmaßnahmen verpuffen. So stiegen die Risikoaufschläge für italienische Staatsanleihen schon seit Mitte August, obwohl die Europäische Zentralbank (EZB) „aggressiv Staatsanleihen kauft und damit de facto Staatsausgaben mit der Notenpresse finanziert“, sagte Krämer Handelsblatt Online. Dies liege auch daran, dass die Märkte wüssten, dass viele Wähler in den Geberländern die Hilfspolitik der Staatengemeinschaft ablehnen. „Deshalb bezweifeln die Investoren die langfristige Glaubwürdigkeit der Garantien, die die Staatengemeinschaft zugunsten der Peripherieländer gegeben hat“, fügte der Volkswirt hinzu.

Nach Krämers Überzeugung werden diese Zweifel erst abnehmen, wenn die Peripherieländer ihre Haushaltsdefizite wie versprochen senken und ihre Volkswirtschaften wettbewerblich organisieren. „Dann würden die Wähler die Hilfen für die Peripherieländer eher als ein Investment akzeptieren, das die Währungsunion stabilisiert und insofern in ihrem Interesse liegt“, sagte er. Davon sei Europa allerdings noch weit entfernt. „Die Staatsschuldenkrise ist noch lange nicht vorüber."

Standard & Poor's hatte die langfristige Bonität für die drittgrößte Wirtschaft der Euro-Zone von der Note „A+“ auf „A“ herabgestuft, die kurzfristige Kreditwürdigkeit von „A-1+“ auf „A-1“. Den weiteren Ausblick bewertete die Agentur „negativ“, was bedeutet, dass weitere Herabstufungen möglich sind.

Die wichtigsten Neuigkeiten jeden Morgen in Ihrem Posteingang.
Selbst Italien zweifelt an Konjunkturerholung
Seite 1234Alles auf einer Seite anzeigen

Mehr zu: Nach Italien-Abstufung - Volkswirte wettern gegen unfähige Krisenpolitik

10 Kommentare zu "Nach Italien-Abstufung: Volkswirte wettern gegen unfähige Krisenpolitik"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Sie sollten Volkswirte nicht mit diesen seltsamen Gestalten verwechseln, die aus Glaskugeln und Kaffeesatz die Zukunft ablesen.

    Eine Zukunft wird insbesondere dann unwägbar, wenn sich die Akteure in Volkswirtschaften nicht rational verhalten, sondern wie Goethes Zauberlehrling naiv und verantwortungslos drauflos werkeln.

    Allerdings gebe ich Ihnen insoweit Recht, daß eine Gruppe von Volkswirten dieses Verhalten als vernünftig bezeichnet hatte. Auf eine andere Gruppe wollten die Akteure in der Wirtschaft, speziell Politiker und Banker, eben nicht hören; deren Warnungen verhallten einfach.

  • Es ist schon verwunderlich die Aussage: Volkswirte wettern gegen unfähige Krisenpolitik. Wo waren diese Volkwirte vor der Krise?
    Warum haben sie diese Krisse nicht vorhergesehen?
    Es ist wie immer, hinterher sind die sogenannten Experten immer schlauer.
    Die Volkswirte, sollten zuerst gründlich über die Probleme (die sie auch mit verschuldet haben) nachdenken, bevor sie wieder als Besserwisser auftreten.
    Auch sie haben kein Allheilmittel gegen dieses Problem.
    Also ab jetzt, Vorsicht bei Experten-Meinungen, denn an allen Problemen sind sie im Vorfeld immer beteiligt.
    Danke

  • Es gibt so genannte typische Berufskrankheiten.
    In den letzten Monaten hat sich eine alte Vermutung eindringlich bestätigt.
    Altersdemez ist eine Politikerkrankheit, die ihre Ursache aus den Parteien nährt. Politische Parteien sind gerade ein ausgesprochener Brutherd dieser Virenartigen Krankheit, die Politiker zwischenzeitlich selbst schon im mittleren Alter mehrheitlich befällt. Seit es überwiegend Berufspolitiker in den Parlamenten gibt sind Epedemieartige Krankheitsschübe feststellbar. Bei Politikern mit Profil, scheint diese Demenz sich jedoch im Ruhestand teilweise wieder zurückzubilden. Bei der Mehrheit der politischen Kaste ist allerdings ein chronischer Verlauf zu diagnostizieren.
    Da das Ganze Umfeld dieser großen Gesellschaftlichen Schicht befallen ist, besteht die Gefahr, dass diese heimtückische Krankheit auch auf die noch gesunde Bevölkerung übersprint.
    Auffällig ist, dass auch Personen, die mit Politikern häufig zusammen kommen in der Regel infiziert sind, das kann man leicht bei Journalisten feststellen, bei denen fast ausnahmslos die politische Journalisten bereits befallen sind.
    Da wegen sienr großen Verbreitung niemand mehr dieser Seuche Herr werden kann, sollte man Überlegungen anstellen, ob man nicht die Chance nutzt, diese Politiker, mitsamt den Journalisten und anderem Gefolge auf die griechischen Inseln verteilen sollte um sie zu entsorgen.

  • MItmachen:
    Bei epetitionen.bundestag*de [ohne *] haben bereits innert weniger Stunden 1400 Leute eine Petition gezeichnet.

    Bei abgeordnetencheck*de sind es schon 150.000

    Es gibt in vielen Ständten Montagsdemos und nächste Woche Mahnwachen vor dem Reichstag


  • Bitte Silvio geh heim und dann in den Knast!!!

  • Ein altes Sprichwort sagt "Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohnen Ende."
    Fragt sich nur, warum Merkel und Sarkozy das Schreckgespenst Griechenland noch am Leben lassen wollen.
    So wie Merkel und Sarkozy mit der Lage umgehen, wird es langsam ungemütlich hier in Europa!
    Eine kurze heftige Krise ist da wesentlich leichter zu ertragen, als eine verschleppte, die über viele Jahre hinweg Europa lähmt!

  • Genau so ist es: RIEN NE VA PLUS passt da ein wenig besser, denn Casinosprache ist französich, auch International!
    Das Merkel und der Alko Profi haben bald ausgezockt im Namen des Volkes!
    Wer da rechtzeitig auf werthaltiges Zahlungsmittel umgestellt hat ist nun fein raus und in der Schweiz, oder über die Schweiz hate er nun ab sofort auch die Möglichkeit in Gold zu überweisen, wie mit jeder beliebigen Währung. Sind schon Finanzgenies die Schwyzer, gelernt ist halt gelernt! Das Finanztransaktionsmonopol liegt somit für eine Zeit lang in Helvetien!

  • Zitat : "Es dauert leider viel zu lange, als dass Regierungen den Ernst der Lage erkennen und dies angemessen durch Taten dokumentieren. Offenbar schreckt selbst das griechische Beispiel einige Regierungen nicht ausreichend ab." Die einzige Botschaft die bis jetzt angekommen ist, ist doch das gerettet wird um jeden Preis. Also kann man sich doch ruhig Zeit lassen, Maßnahmen und Versprechungen ankündigen, die jederzeit widerufen oder nur halbherzig angehen.

  • Antwort: GAME OVER :-)

    Entweder mit neuen "Papierschnipseln", die gleichmäßig verteilt werden neu anfangen...

    oder die alten "Papierschnipsel" den Gewinnern des Monopoly abnehmen, gleichmäßig verteilen, und los geht es wieder.

    So einfach ist das!

  • IWF: Wenn die Rendite italienische Staatsanleihen 8-9% erreicht, ist die Schuldenlast des Landes nicht mehr tragbar.
    vor 6 Min (15:42) - Echtzeitnachricht


    wie soll das nur weitergehen :-((

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%