Nach Jamaika-Aus und GroKo-Krach Lindner hält Minderheitsregierung für denkbar

Bevor überhaupt Sondierungsgespräche zwischen der CDU/CSU und SPD vereinbart sind, wird schon der Preis für eine neue Große Koalition hochgetrieben. FDP-Chef Lindner hält deshalb eine Minderheitsregierung für denkbar.
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Nach den geplatzten Sondierungsgesprächen mit Union und den Grünen hält der FDP-Bundesvorsitzende eine Minderheitsregierung unter Führung von Angela Merkel (m.) für denkbar. Quelle: dpa
Christian Lindner

Nach den geplatzten Sondierungsgesprächen mit Union und den Grünen hält der FDP-Bundesvorsitzende eine Minderheitsregierung unter Führung von Angela Merkel (m.) für denkbar.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDass die FDP die Sondierungsgespräche für eine Jamaika-Koalition platzen ließ, ist der Partei vielfach als konsequente Haltung ausgelegt worden: Lieber nicht regieren, als seine Ideen nicht umsetzen zu können. Der FDP-Bundesvorsitzende Christian Lindner empfahl gegenüber der „FAZ“ jetzt CDU und CSU, im Fall der Fälle lieber einen ähnlichen Weg zu gehen. Bevor die Union zu große Zugeständnisse mache, um die SPD erneut für eine Große Koalition zu gewinnen, solle sie eine Minderheitsregierung anstreben. Niemand, weder seine Partei noch die CDU, „sollte sich erpressen lassen“, sagte Lindner. Die SPD lobe derzeit öffentlich „so hohe Preise“ für eine Große Koalition aus, dass über Alternativen zu diesem Bündnis nachgedacht werden müsse.

Als Alternative zu Neuwahlen bleibt – nachdem eine Jamaika-Koalition schon geplatzt ist – neben einer Großen Koalition nur noch eine Minderheitsregierung. Diese hätte für den FDP-Chef aber durchaus ihren Charme. Lindner erwarte sich von einer möglichen Minderheitsregierung eine positive Entwicklung für die deutsche Demokratie. Der Bundestag sei voll einsatzfähig „und dem täte es auch gut, wenn er revitalisiert wird“, sagte Lindner der Zeitung am Rande der Konferenz „Denk ich an Deutschland“. Die FDP würde eine Minderheitsregierung „konstruktiv begleiten“.

Die FDP habe dabei schon in den vergangenen Wochen bewiesen, dass sie in den Plenarsitzungen entsprechend ihrer Überzeugungen abstimme. Als Beispiel nannte Linder die Frage nach der Umschuldung Irlands. Dort habe seine Partei die Regierung unterstützt, während die SPD dagegen gestimmt habe. Das zeige, dass man die staatspolitische Verantwortung wahrnehmen und nach der Sache entscheide, sagte Lindner weiter. Lediglich eine Zusammenarbeit mit der AfD schloss er aus.

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4 Kommentare zu "Nach Jamaika-Aus und GroKo-Krach: Lindner hält Minderheitsregierung für denkbar"

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  • Wenn die SPD eine Minderheitsregierung tolerieren wird, dann natürlich Schwarz-Grün.
    Könnte der Kommentator erklären was Grün bei einer Minderheitsregierung
    für einen Sinn hätte ?

  • Jetzt hat Lindner völlig den Realitätssinn verloren! Wenn die SPD eine Minderheitsregierung tolerieren wird, dann natürlich Schwarz-Grün. Die FDP ist definitiv raus. Weder bei Europa- noch bei Asylpolitik passt die FDP zu Merkel. Das war's.

  • In der FDP und seinen Anhängern mag Lindner als Heilsbringer erscheinen. Sich jetzt aber als der Weise aus dem Morgenland und Politik-Beratungsguru zu geben, ist doch maßlos, passt aber zu ihm und zur Promotion der Vermarktung der Marke "Lindner. Was für ein Schwätzer!!!!!!

  • Keiner will mit Mutti ins Bett, doch Mutti will nicht aus dem Bett raus!
    Armes Deutschland, wo bleibt denn der Respekt vor dem Wählervotum?
    CDU MINUS 8% DAS HAT NOCH KEINE VORHER GESCHAFFT!!!!
    Minderheitsregierung ohne Merkel? Da würde dann vielleicht sogar eine Jamaika funktionieren.
    Minderheitsregierung mit Merkel? Naja, es gibt schlimmeres.

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