Nach Mord-Festnahme Südkorea beschuldigt Nordkorea des Mordes

Der Halbbruder des nordkoreanischen Diktators Kim Jong Un wurde ermordet. Südkorea wirft dem nördlichen Nachbarn nun vor, das Familienmitglied des Machthabers selbst getötet zu haben.
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Sind das die Mörder von Kim Jong Uns Halbbruder?

Kuala LumpurNach ersten Fahndungserfolgen hat Südkorea die Regierung in Pjöngjang beschuldigt, Drahtzieher des vermuteten Giftmords an dem Halbbruder des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un gewesen zu sein. „Wir glauben, dass das nordkoreanische Regime hinter diesem Zwischenfall steht, da fünf Verdächtige Nordkoreaner sind“, sagte ein Sprecher des südkoreanischen Vereinigungsministeriums, das für die Beziehungen mit dem verfeindeten Nachbarland zuständig ist, am Sonntag. Zuvor war ein Nordkoreaner in Malaysia festgenommen worden. Vier weitere aus dem weitgehend isolierten Land stammende Verdächtige seien noch am Tag des vermuteten Giftanschlags am Flughafen von Kuala Lumpur aus Malaysia geflohen, teilte die Polizei mit.

Zusammen mit der internationalen Polizeibehörde Interpol versuchen die Fahnder in Malaysia nun die Flüchtigen aufzuspüren. Die vier Nordkoreaner seien in einem anderen Land untergetaucht und würden keine Diplomatenpässe, sondern normale Ausweise mit sich führen. Die Verdächtigen reisten der Polizei zufolge erst wenige Tage vor dem Anschlag nach Malaysia ein. Zudem fahndet die Polizei nach einem weiteren Nordkoreaner sowie zwei anderen Personen, die zwar nicht der Tat bezichtigt würden, aber bei der Aufklärung des Falles helfen sollten.

Und jetzt wird gefeiert
Die Diktatoren im Nacken
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In Nordkorea wurde am 16. Februar gefeiert: Der ehemalige Herrscher Kim Jong-Il wäre an diesem Tag 75 Jahre alt geworden. Das begeht das Regime mit zahlreichen Veranstaltungen. Durch die überdimensionalen Porträts sind Kim-Jong-Il (r.) und sein Vater Kim Il-Sung dabei omnipräsent. Das Warten auf die Fröhlichkeit kann da mitunter lang werden.

Personenkult
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Um den ehemaligen Machthaber Kim Jing-Il sowie seinen als Staatsgründer verehrten Vater Kim Il-Sung wird in Nordkorea ein regelrechter Personenkultbetrieben.

Ein wenig Farbe und ganz viel grau
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Das Regime hat zur Feier des Geburtstags zahlreiche Veranstaltungen angesetzt. Bevor diese starten, vertreiben sich die Gäste die Zeit im Foyer. Bei soviel grau und schwarz fallen die bunten Luftballons dort etwas aus der Rolle.

Gruß ans Publikum
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Bei der Feier dürfen unter anderem Synchronschwimmer ihr Können zeigen. Vielleicht, weil es durch seine synchronen Abläufe etwas militärisch wirkt? Auf dem Weg zu ihrem Auftritt posieren die Athletinnen auf jeden Fall vor dem Becken.

Gespanntes Warten
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Die Zuschauer auf den Oberrängen warten gespannt auf den Beginn der Vorstellung, während sich die Schwimmerinnen eine Etage tiefer bereits in Reih und Glied aufstellen.

Akrobatische Kunst
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Auch kopfüber bewahren die Schwimmerinnen Haltung und strecken nur ihre Beine kerzengerade aus dem Wasser. Die Synchronie der Bewegungen erinnert an die großen Militärparaden, die regelmäßig in Pjöngjang abgehalten werden.

Synchronschwimmen auf Koreanisch
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In dem diffusen Licht der Schwimmhalle wirken die Schwimmerinnen wie Roboter, die fremdgesteuert durchs Wasser tanzen.

Der Polizei in Malaysia zufolge ist die genaue Todesursache des älteren Halbbruders von Nordkoreas Machthaber noch immer nicht bekannt, da die pathologischen und toxikologischen Ergebnisse nach der Obduktion noch ausstünden. Kim Jong Nam war am Montag am Flughafen von Kuala Lumpur zusammengebrochen und auf dem Weg in ein Krankenhaus gestorben. Er soll einem schnell wirkenden Gift zum Opfer gefallen sein. Der 46-Jährige hatte sich an Airport-Mitarbeiter gewandt und gesagt, zwei Frauen hätten ihm eine Flüssigkeit ins Gesicht gewischt.

Die Mutter der aus Indonesien stammenden festgenommenen Frau sagte zu Reuters, ihre Tochter habe gedacht, sie sei Teil einer TV-Show und solle Menschen überraschen, indem sie sie mit Parfüm besprühe.

Nordkorea hat bereits angekündigt, das Ergebnis der Obduktion nicht anzuerkennen. Die Regierung in Pjöngjang hatte die Überstellung der Leiche Kim Jong Nams gefordert. Malaysia gehört zu den wenigen Ländern, die noch gute diplomatische Beziehungen mit Nordkorea aufrecht erhalten.

Feiern mit Kim Jong Un
Applaus für Kim Jong Un
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Nordkoreas Machthaber kann frohgemut nach vorn blicken: Am Montag hatte der erste Parteitag der regierenden Arbeiterpartei seit 36 Jahren geendet. Die 3400 Delegierten stellten sich dabei hinter Kims Atom- und Wirtschaftspolitik, hoben die Wunschkandidaten des Staatschefs in neue Ämter und ernannten ihm selbst zum Vorsitzenden der Partei. Mit der Veranstaltung wollte Kim seine Macht zementieren.

Schlusszeremonie des Parteitags in Pjöngjang
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„Die Disneyland-Parade kann nicht mit dem pompösen Großauftritt mithalten, mit dem in Pjöngjang der Kongress der herrschenden Arbeiterpartei zu Ende ging“ – so beschreibt die liberale lettische Tageszeitung „Diena“ das Spektakel um den Parteitag von Nordkoreas Regierung. „Der junge Staatsführer Kim Jong Un nutzte die äußerst seltene und perfekt inszenierte Veranstaltung, um seine Macht zu stärken.“

Verpflichtende Massenparade
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In der nordkoreanischen Hauptstadt Pjöngjang ist am Dienstag eine Massenparade zu Ehren der herrschenden Partei der Arbeit abgehalten worden. Nach dem ersten Kongress der Arbeiterpartei seit 1980 sind Hunderttausende zum Jubeln über ihren jungen Machthaber Kim Jong Un aufgeboten worden.

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un
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Zur organisierten Massenkundgebung gehörte am Dienstag auch eine Zivilparade auf dem Kim-Il-Sung-Platz im Herzen von Pjöngjang, bei der die Menschen dem Machthaber zuwinkten. Kim, der zusammen mit anderen führenden Parteikadern auf einem Balkon stand, winkte huldvoll zurück.

Jubelnde Massen vor Raketenattrappen
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Zehntausende Menschen schwenkten Sträuße aus künstlichen Blumen über ihren Köpfen, während Machthaber Kim Jong Un die Parade von einem Balkon oberhalb des riesigen Platzes abnahm, der nach seinem Großvater, dem von 1948 bis 1994 regierenden stalinistischen Diktator Nordkoreas, Kim Il Sung, benannt ist.

Studenten schwenken Fahnen und rufen Parolen
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Die Menschen trugen Banner und Plakate mit Aufschriften wie „Eine starke Nation braucht Atomwaffen und eine starke Armee“, „Lang lebe Genosse Kim Jong Un, oberster Führer unserer Partei und unseres Volkes!“ oder „Ruhm unserem geliebten Führer!“.

Luftballons und Blumen für Kim Jong Un
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In das Meer von rosa Papierblumen mischten sich Luftballons verschiedener Farben und rote Parteifahnen. Hunderte Ballons stiegen später zum Himmel auf.

Südkoreanischen Regierungskreisen zufolge hat Nordkoreas Machthaber bereits vor Jahren den Auftrag zur Ermordung seines Halbbruders erteilt. Im Jahr 2012 sei ein versuchtes Attentat fehlgeschlagen. Kim Jong Nam hielt sich lange im Ausland auf und äußerte sich öffentlich kritisch über die Familiendynastie in seiner Heimat. Immer wieder gab es Gerüchte, der 46-Jährige könnte seinen Halbbruder an der Spitze des weitgehend abgeschotteten Landes ablösen.

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