Nach Nato-Angriff Libysche Regierung weist Berichte zurück

Einen Tag nach dem Nato-Angriff auf Gaddafis Haus nennt das Regime Namen der angeblich getöteten Kinder. Es bedauere Angriffe auf mehrere westliche Botschaften. Großbritannien weist den libyschen Botschafter aus.
Update: 02.05.2011 - 02:56 Uhr 9 Kommentare
Gaddafis Haus einen Tag nach dem Angriff. Quelle: dpa

Gaddafis Haus einen Tag nach dem Angriff.

(Foto: dpa)

Tripolis, London, WashingtonDie libysche Regierung hat am Montag westlichen Angaben widersprochen, dass der Nato-Luftangriff in der Hauptstadt Tripolis militärischen Zielen gegolten habe. Es habe keine Kommando- und Führungsstrukturen in dem Wohngebiet gegeben, wo Nato-Bomben einen Sohn des libyschen Führers Muammar Gaddafi und drei seiner Enkelkinder getötet hätten, sagte der stellvertretende Außenminister Chaled Kaim.

Der Angriff sei der vierte Versuch gewesen, Gaddafi zu töten, der sich auch in dem Gebäude aufgehalten habe. Kaim wies auch Presseberichte zurück, der Tod der Gaddafi-Familienmitglieder sei möglicherweise eine Propagandalüge. Geistliche hätten die Leichen im Krankenhaus gesehen.

Die libysche Regierung nennt nun auch die Namen sowie das Alter der drei Enkelkinder von Machthaber Muammar al Gaddafi, die nach Angaben des Regimes bei dem NATO-Raketenangriff getötet worden sind. Dabei handele es sich um die zweijährige Carthage, die Tochter von Gaddafis Sohn Hannibal; die sechs Monate alte Mastura, Tochter von Gaddafis Tochter Aisha; sowie den 15 Monate alten Saif Mohammed, Sohn von Gaddafis Sohn Mohammed. Sie sollen neben dem zweitjüngsten Sohn Gaddafis, Saif al Arab, getötet worden sein.

Der französische Arzt Dr. Gerard Le Clouerec berichtete, dass er am Sonntag die Leichen eines Erwachsenen sowie zweier Kinder im Green Hospital in Tripolis untersucht habe. Das Gesicht des Erwachsenen sei unversehrt gewesen und sei „im Vergleich mit dem Foto, das wir gesehen haben, höchstwahrscheinlich der Sohn Gaddafis“, sagte der Chirurg, der in der libyschen Hauptstadt eine Privatklinik betreibt. Der Mann habe einen dünnen Schnurrbart sowie einen Vollbart gehabt.

Die beiden Kinder seien stark entstellt gewesen, sagte Le Clouerec. Bislang hatte die libysche Führung es abgelehnt, die Namen der drei getöteten Kinder zu nennen. Man wolle die Privatsphäre der Familie zu schützen, hatte Regierungssprecher Mussa Ibrahim gesagt.

Gaddafi-Anhänger greifen westliche Botschaften an
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9 Kommentare zu "Nach Nato-Angriff: Libysche Regierung weist Berichte zurück"

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  • "An alle Gutmenschen: Wie würdet IHR denn den Konflikt lösen?" Frag mal Deinen Spiegel, Dust (da ist der Name wohl programm)...

    Du bezeichnest Deine Aussagen als Fakten? Worauf beruhen diese Fakten denn? Warst Du in Lybien? Verwandte, Bekannte dort? Oder beruhen diese Fakten auf gemütliche TV-Abende mit RTL und N-TV?

    Wenn irgendein Mensch Kinder tötet, gibt es riesige Schreie in Medien und Bevölkerung. Aber bei den Enkeln eines sog. Despoten ist das natürlich okay und vermutlich unvermeidbar (bzw. alternativlos).

    Dieser "Konflikt" ging uns (UN, NATO) überhaupt nichts an! Gar nichts! Lybien ist ein unabhängiges Land - und war bisher unabhängig vom Westen (SCHULDENFREI!).

  • Pedro, beim Einschalten des Gehirns bitte die Kupplung treten!

  • @ Pedro es geht nicht um ÖL schlaf weiter.

  • Ich würde vor allem nicht auf jede Propaganda hereinfallen, sondern mein Gehirn einschalten.

    Es geht hier nur um Öl. Alles andere ist frei erfunden. Die Libyer sind wohlhabend und haben keine Probleme mit Geddafi. Damit soll jetzt Schluss sein. Künftig werden die Libyer für wenig Geld arbeiten müssen, weil die NATO-Schergen alles für sich beanspruchen werden. Hoffen wir für ganz Libyen, dass dieser teufliche Plan misslingt!

    So und jetzt weiterschlafen!

  • Fakt ist Gaddafi ist ein Verbrecher und Mörder. Dieser Mann führt einen Krieg gegen das eigene Volk und das mit den abscheulichsten Mitteln.

    Mit seiner Militärdiktatur hat er (und seine Familie) das Land über Jahrzehnte ausbluten lassen.

    Niemand will Krieg, aber der Mann muss weg. Ist nur die Frage wie tief man für dieses Ziel sinken darf.

    PS An alle Gutmenschen: Wie würdet IHR denn den Konflikt lösen?

  • Ich schäme mich dafür, dass mein Land Mitglied der NATO ist. Das ist für mich etwa so, wie wenn mein Vater ein Bordell betreiben würde, meine Mutter darin anschaffen ginge und meine Geschwister drogenabhängig wären.

    Wie konnten wir so tief fallen?

  • Die Nato führt einen Angriffskrieg gegen einen unabhängigen Staat. Die "Rebellen" an denen ein Massaker stattgefunden haben soll - sind befwaffnete Milizen, die z.T. auch über Flugzeuge, Panzer, Haubitzen etc. verfügen. Die UN Charta verbietet Eingriffe ihrerseits in die inneren Angelegenheiten eines Staates - und daran ändert sich auch nichts durch auf die vielfach berichtete Änderung hinsichtlich der inneren Aggression gegen Volksteile, denn sie ist nicht Teil der UN-Charta.
    Also sind es wieder mal die USA, Europa (also der "Westen"), die hier ihre Interessenpolitik mittels Völkermord durchsetzen, Was in Bahrein passiert, Jemen etc. wird dann eher verschwiegen - es passt ja nicht so ganz ins Bild.
    Jetzt fehlen nur noch so ein paar grüne Politiker, die nunmehr den Einsatz von Bodentruppen fordern, dami das Lybische Volk dann auch endlich die volle Segnung der aufgejlärten westlichen paramentarischen Demokratie erleben darf - mit all ihren kulturellen Höhepunkten. Oh je!!

  • Alles was die Skeptiker der UN Resolution an Einwänden und Vorbehalten geäußert haben, ist leider eingetreten. Wir haben es mittlerweile mit einem langwierigen, opferreichen
    und blutigen Bürgerkrieg zu tun, der ohne Einsatz auswärtiger Bodentruppen, der eine neue Resolution erforderlich macht, nicht beendet werden kann.

  • Die NATO und ihre Staaten mißbrauchen eine UN Resolution zur persönlichen Kriegführung. Sie verstoßen gegen internationales Recht und müssen vor einem Kriegsverbrechertribunal angeklagt werden. Die Einsätze der NATO müssen sofort beendet werden und entsprechende Ermittlungen gegen die Verantwortlichen eingeleitet!

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