Nach Preiserhöhung Ukraine setzt wieder verstärkt auf Kohlekraft

Russland erhöht den Preis für Gaslieferungen an die Ukraine um 80 Prozent. Bislang deckt die Ukraine etwa 60 Prozent ihres Gasbedarfs durch russische Lieferanten. Die Lücke soll durch Kohlekraftwerke geschlossen werden.
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Russland dreht den Hahn zu: Alle Gas-Rabatte für die Ukraine sind gestrichen. Damit werden nun 485 Dollar (rund 350 Euro) pro tausend Kubikmeter Erdgas fällig. Quelle: dpa

Russland dreht den Hahn zu: Alle Gas-Rabatte für die Ukraine sind gestrichen. Damit werden nun 485 Dollar (rund 350 Euro) pro tausend Kubikmeter Erdgas fällig.

(Foto: dpa)

KiewNach der Streichung sämtlicher Gasrabatte durch den Hauptlieferanten Russland will die Ukraine ihren Energiebedarf wieder verstärkt durch Kohleverbrennung decken. Das Energieministerium in Kiew erklärte am Freitag, die „politisch motivierte“ Preiserhöhung durch Moskau solle so weit wie möglich durch heimische Kohlekraftwerke kompensiert werden. Bei einer Kabinettssitzung sei darüber beraten worden, den Energieplan für das laufende Jahr entsprechend anzupassen. Nach Regierungsangaben laufen außerdem Gespräche mit Energieversorgern in Polen, Ungarn und der Slowakei über einen Bezug begrenzter Gasmengen aus dem Westen.

Wegen des Konflikts um die Krim-Halbinsel und fortdauernden politischen Spannungen mit Kiew hatte Russland den Preis für Gaslieferungen an die Ukraine binnen drei Tagen um 80 Prozent erhöht. Am Donnerstag verkündete Ministerpräsident Dmitri Medwedew das Ende einer 2010 vereinbarten Rabattregelung. Damit werden nun 485 Dollar (rund 350 Euro) pro tausend Kubikmeter Erdgas fällig - im europaweiten Vergleich ein Spitzenwert.

Bislang deckte die Ukraine etwa 60 Prozent ihres Gasbedarfs mithilfe russischer Lieferanten. Den überwiegenden Teil des vergangenen Jahrhunderts war das Land von Strom aus Kohlekraftwerken abhängig - einer maßgeblichen Quelle für Luftverschmutzung, wie sie inzwischen auch die aufstrebende Wirtschaftsmacht China erlebt. In der Gesamtbilanz werden nach Schätzung der Internationalen Energie-Agentur aktuell etwa 30 Prozent des Energiebedarfs der Ukraine mit Kohle und 40 Prozent durch Erdgas abgedeckt.

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1 Kommentar zu "Nach Preiserhöhung: Ukraine setzt wieder verstärkt auf Kohlekraft"

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  • Zitat : In der Gesamtbilanz werden nach Schätzung der Internationalen Energie-Agentur aktuell etwa 30 Prozent des Energiebedarfs der Ukraine mit Kohle und 40 Prozent durch Erdgas abgedeckt.

    - Zur Gesamtbilanz gehört aber auch noch dazu, dass die Ukraine 15 marode Kernkraftwerke betreibt, bei denen man komplett von den Russen abhängig ist !

    Die Ukraine will selbständig und unabhängig sein ! Da muss das Land sich auch an die Weltmarktpreise gewöhnen...so einfach ist das !

    Warum sollen Russen einem Land, das die Russen mit Atombomben ausrotten würde ( Julia Kalashnikova ), Rabatte gewähren ?

    Da müßten die ja nicht ganz bei Trost sein !

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