Nach Putschversuch festgenommen Fünf Deutsche in türkischer Haft

Die Folgen des Putschversuchs in der Türkei bekommen auch ausländische Staatsangehörige zu spüren. Die Bundesregierung weiß von mehreren Deutschen, die verhaftet wurden und weiter im Gefängnis sitzen.
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Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Quelle: dpa
Recep Tayyip Erdogan.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich.

(Foto: dpa)

BerlinRund sechs Monate nach dem gescheiterten Putschversuch in der Türkei sitzen dort mehrere Deutsche fest. Das teilte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), am Mittwoch in der Fragestunde des Bundestags mit.

Nach Angaben von Roth, der eine Frage des Linksfraktions-Abgeordneten Andrej Hunko beantwortete, handelt es sich um fünf deutsche Staatsbürger, „die nach dem Putschversuch festgenommen wurden, aufgrund politischer beziehungsweise terroristischer Strafvorwürfe“. Darunter befänden sich aber keine Journalisten, Anwälte oder Politiker deutscher Staatsangehörigkeit. Was den Betroffenen konkret vorgeworfen wird, teilte Roth nicht mit.

Zuletzt hatten der WDR, der NDR und die „Süddeutsche Zeitung“ von mehreren deutschen Staatsbürgern berichtet, die in der Türkei festsitzen, weil ihnen die türkischen Behörden die Ausreise verweigern.

Wie die drei Medien im vergangenen September berichteten, soll es sich um ein Ehepaar aus Niedersachsen, deren beiden Kinder sowie eine 48-jährige Süddeutsche und ihre Tochter handeln. Das Auswärtige Amt in Berlin sprach damals von einer einstelligen Zahl noch wirksamer Ausreiseverbote. Dazu zählten auch die in Medienberichten genannten Personen.

Den Betroffenen werden offenbar Kontakte zur Gülen-Bewegung zur Last gelegt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan macht den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen für den Putschversuch vom 15. Juli verantwortlich. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es seinerzeit, die deutschen Auslandsvertretungen betreuten die Betroffenen und leisteten konsularische Hilfe. Die Fälle würden auch immer wieder bei den türkischen Behörden angesprochen.

Auch die aktuellen Fälle würden, wie Roth sagte, immer wieder thematisiert. Das geschehe auf allen Ebenen, zum Beispiel im Rahmen des Besuchs von Bundesaußenministers Frank-Walter Steinmeier in Ankara am 15. November. „Ich selbst habe Haftfälle kürzlich bei meinem Gespräch mit dem türkischen Europaminister Celik thematisiert“, fügte Roth hinzu. In dieser Woche treffe er den türkischen Botschafter und werde die Fälle erneut ansprechen.

Roth betonte zugleich, dass unabhängig von der Staatsangehörigkeit der Betroffenen rechtstaatliche Standards bei der Strafverfolgung „stets gewahrt“ werden müssten. „Dies vertritt die Bundesregierung gegenüber der Türkei mit großem Nachdruck.“

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9 Kommentare zu "Nach Putschversuch festgenommen: Fünf Deutsche in türkischer Haft"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

  • Wir haben unsere wiederholten Aufenthalte an der türkischen Riviera und in Istanbul genossen. Mit der Inthronisation Erdogans zum Staatspräsidenten hat ein negativer Wandel in der Türkei stattgefunden und wir haben uns entschlossen, dieses Land zu meiden. Und diesbezüglich befinden wir uns in einer großen Gemeinde.

  • Fragen Sie doch einmal einen dieser Deutschen, ob er Deutscher oder, ob er Türke ist.

  • Wenn Medien genüsslich von Deutschen wie in diesen Fall sprechen, dann sind es sicherlich Deutsch Türken . Wenn diese der Gülenbewegung angehören und unterstützen ist das ihr Problem.

    Unser Problem ist, dass Erdogan die Gülentaktik in Europa aber vor allem in Deutschland mit seinen Türken vermutlich kopiert . Über die 900 Türkischen Moscheen läuft die Bewegung und auch Einstellungen beim Staat Polizei,Feuerwehr,Militär, Politik
    und sensible Bereiche dienen vermutlich dazu ,im richtigen Moment diese Leute zu aktivieren. Dazu wird Erdogan von Deutschen Politikern unterstützt mit Staatsverträgen und Islamkonferenzen um im Vorfeld schon Vorteile zu erringen.

  • WENN DAS MAL ALLES WAHR IST.

    Wenn man allerdings hierzulande mit der deutschen Staatsbürgerschaft um sich wirft als sei es Konfetti, ist die von Hr. Roth dargelegte Rechtsstaatlichkeit schon auf dem falschen Fuß erwischt.

    Bleibt es bei Vermutungent, die oft ohnehin mit Logik einhergehen, könnte es auch so sein: Türkische Staatsbürger der Gülen-Bewegung mit deutschem Paß sind bei der Einreise in die Türkei festgesetzt worden.

    WAS WÜRDE CARL VON CLAUSEWITZ ZU SOLCHEN VORGÄNGEN SAGEN?

  • Ich hoffe die Unterstützung wird im Vergleich zur Unterstützung des VW Mitarbeites Schmidt in den USA vergleichbar sein. Die Öffentlichkeit, hoffentlich auch die Medien, wird hier ein Auge drauf haben.

  • ich kann Herr Erdogan nicht leiden, er ist nicht so politisch korrekt und schwuggelisch wie unsere Politiker.
    Hätte gerne das dort eine Frau übernimmt, die können alles besser.

    PS: in Deutschland sind lediglich 4 Türken im Knast, von daher ist Deutschland ganz klar das "liebere" Land als die Türkei, denn dort sind ja zwischen 5-10 Deutsche im Knast, das ist völligst asozial.

  • Die Türkei ist kein Land mehr um in Urlaub zu fahren. Sie unterhalten sich mit der falschen Person und landen im Knast.

    Diktaturen sind nichts für mich und meine Familie.

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette

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