Nach Putschversuch in der Türkei Zahl der entlassenen Beamten steigt auf 95.000

Die Zahl der entlassenen Staatsbediensteten steigt nach dem Putschversuch in der Türkei weiter an. Menschenrechtsgruppen befürchten, dass Präsident Erdogan den Putschversuch zur Unterdrückung von Minderheiten nutzt.
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Angela Merkel wird sich am Donnerstag mit dem türkischen Präsidenten treffen. Quelle: dpa
Recep Tayyip Erdogan

Angela Merkel wird sich am Donnerstag mit dem türkischen Präsidenten treffen.

(Foto: dpa)

AnkaraNach dem gescheiterten Umsturzversuch im Juli haben die türkischen Behörden fast 95.000 Staatsbedienstete entlassen. Es seien insgesamt 125.485 Bedienstete überprüft worden, sagte Arbeitsminister Mehmet Muezzinoglu am Dienstag in einem TV-Interview. Von ihnen seien 94.867 entlassen worden. Die türkische Führung beschuldigt den in den USA lebenden Prediger Fethullah Gülen, Drahtzieher des versuchten Putsches zu sein, und geht gegen dessen Anhänger im Staatsapparat vor. Gülen hat jede Verwicklung in den Putschversuch zurückgewiesen.

Rund 40.000 Beschäftigte aus dem öffentlichen Dienst sitzen derzeit in Haft und warten auf einen Prozess, darunter viele Militärangehörige. Menschenrechtsgruppen befürchten, dass Präsident Recep Tayyip Erdogan den versuchten Staatsstreich als Vorwand nutzt, um abweichende Meinungen zu unterdrücken.

Medienberichten zufolge haben mittlerweile etwa 40 zumeist hochrangige türkische Nato-Soldaten, die in Deutschland tätig waren und nach dem Putschversuch suspendiert wurden, Asyl in Deutschland beantragt. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird am Donnerstag zu einem Treffen mit Erdogan in die Türkei fliegen. Dabei dürfte dies auch zur Sprache kommen.

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