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Nach Staatspleite Argentinien ermittelt gegen Hedgefonds

Argentinien wehrt sich: Das Land verdächtigt die Hedgefonds des Insiderhandels. Mit einem Antrag auf Entlassung des Schlichters im Schuldenstreit mit den Fonds musste Argentinien eine Niederlage einstecken.
05.08.2014 - 01:26 Uhr Kommentieren
Der Chef der Börsenaufsicht, Alejandro Vanoli, verdächtigt die US-Hedgefonds des Insiderhandels. Quelle: ap

Der Chef der Börsenaufsicht, Alejandro Vanoli, verdächtigt die US-Hedgefonds des Insiderhandels.

(Foto: ap)

Buenos Aires Nach der Staatspleite Argentiniens ermittelt die Börsenaufsicht des Landes wegen des Verdachts auf Insiderhandel gegen mehrere Hedgefonds. Die Regierung in Buenos Aires und die Investoren hatten sich nicht auf die Rückzahlung von Schulden einigen können. Der Chef der Börsenaufsicht, Alejandro Vanoli, sagte am Montag, er habe seinen US-Amtskollegen um Informationen über Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) gebeten, mit denen man sich gegen einen Zahlungsausfall des lateinamerikanischen Staates absichern kann. Seine Behörde will demnach klären, ob die Hedgefonds die Papiere besaßen, während sie gleichzeitig mit Argentinien verhandelten. Die Nutzung von Insider-Informationen sei in Argentinien und den USA strafbar, sagte Vanoli auf einer Pressekonferenz.

Unterdessen ist Argentinien im Schuldenstreit mit einem Antrag auf Entlassung des gerichtlich bestellten Schlichters Daniel Pollack gescheitert. Er habe „großes Geschick„ bewiesen, befand Richter Thomas Griesa am Montag in New York. Pollack seines Postens zu entheben, wäre eine „krasse Ungerechtigkeit“.

Argentinien verdächtigt ihn jedoch bereits seit längerem, parteiisch zu sein. Nachdem das Land vergangene Woche erneut in die Staatspleite rutschte, warf der Anwalt der Regierung in Buenos Aires ihm vor, mit seinen Äußerungen die Position Argentiniens in den internationalen Finanzmärkten untergraben zu haben. Das sah Griesa jedoch anders.

Im Zentrum des Streits stehen Forderungen in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro), die US-Finanzkonzerne an Buenos Aires stellen. Die Außenstände stammen aus der Zeit der ersten Staatspleite Argentiniens. Danach hatte sich das Land mit zahlreichen Besitzern argentinischer Staatsanleihen auf einen Schuldenschnitt verständigt. Mehrere Hedgefonds lehnten diesen jedoch ab und forderten die volle Begleichung samt Zinsen.

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    Richter Griesa verbot Argentinien, ausstehende Zinszahlungen bei anderen Gläubigern zu begleichen, solange der Streit mit den Hedgefonds nicht geklärt sei. Doch es kam keine Einigung zustande. In der Folge musste Argentinien zum zweiten Mal in 13 Jahren einen Zahlungsausfall hinnehmen.

    Anders als 2002 halten sich die Folgen der Staatspleite für das Land diesmal in Grenzen: Die Banken sind stabil, der Staat kann seine Rechnungen bezahlen, und auf den Straßen herrscht Ruhe. Experten der Vereinten Nationen gehen dennoch davon aus, dass die drittgrößte Volkswirtschaft Lateinamerikas nach Brasilien und Mexiko in diesem Jahr schrumpfen wird. Zwar habe man die Wachstumsprognose nur auf 0,2 Prozent von zuvor 1,0 Prozent gesenkt, sagte die Chefin der UN-Wirtschaftskommission für Lateinamerika und die Karibik, Alicia Barcena, in einem Reuters-Interview. Die Zahl stamme aber aus dem vergangenen Monat. "Heute ist die Lage ganz anders."

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