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Nach Trump-Entscheid Diese US-Sanktionen gegen Iran treten wieder in Kraft

Nach dem Aus für das Atomabkommen sollen die US-Sanktionen gegen den Iran spätestens in einem halben Jahr wieder in Kraft treten. Ein Überblick.
18 Kommentare

„Deutsche Firmen sollten Geschäfte mit dem Iran sofort stoppen“

New YorkMit der Aufkündigung des Atomabkommens gegen den Iran setzen die Amerikaner wieder Sanktionen gegen das Land in Kraft. Eine Liste des US-Finanzministeriums gibt einen Überblick, was auf den Iran zukommt. Für die Wiedereinführung der Sanktionen haben die USA zwei Fristen ausgegeben: 90 und 180 Tage.

Nach drei Monaten, am 6. August, werden folgenden Aktivitäten wieder sanktioniert, die gemäß dem Atomabkommen, im Fachjargon Joint Comprehensive Plan of Action (JCPOA) genannt, aufgehoben wurden:

  • Der Kauf oder Erwerb von US-Banknoten durch die iranische Regierung.
  • Irans Handel mit Gold oder Edelmetallen.
  • Der Verkauf, die Lieferung oder der Transfer von Graphit, Metallen wie Aluminium oder Stahl, Kohle und Software zur Integration industrieller Prozesse von und nach Iran.
  • Bedeutende Transaktionen im Zusammenhang mit dem Kauf oder Verkauf der iranischen Währung Rial. Auch die Aufrechterhaltung größerer Vermögen und Konten außerhalb des iranischen Hoheitsgebiets sind von den Sanktionen betroffen.
  • Der Kauf, die Zeichnung oder die Vereinfachung der Ausgabe iranischer Staatsanleihen.
  • Zudem werden die Sanktionen gegen den iranischen Automobilsektor wieder eingeführt.

Darüber hinaus widerruft die US-Regierung nach Ablauf der 90 Tage die folgenden JCPOA-bezogenen Vollmachten in den USA:

  • Die Einfuhr von Teppichen und Lebensmitteln aus dem Iran in die USA und bestimmte damit zusammenhängende Finanztransaktionen.
  • Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Export oder Re-Export von kommerziellen Passagierflugzeugen und damit verbundenen Teilen und Dienstleistungen in den Iran.

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Nach der 180-tägigen Frist, die am 4. November endet, will die Trump-Regierung die folgenden Aktivitäten sanktionieren, einschließlich der damit verbundenen Dienstleistungen:

  • Erdöltransaktionen mit iranischen Öl-Gesellschaften.
  • Den Ankauf von Erdöl und Erdöl- oder petrochemischen Produkten aus dem Iran.
  • Transaktionen zwischen ausländischen Finanzinstituten und der Zentralbank des Iran sowie weiteren iranischen Finanzinstitutionen.
  • Die Bereitstellung von speziellen Finanznachrichten für die iranische Zentralbank und iranische Finanzinstitute.
  • Die Bereitstellung von Versicherungsleistungen, Versicherungen oder Rückversicherungen.
  • Außerdem werden Sanktionen gegen den iranischen Energiesektor, iranische Hafenbetreiber sowie den Schifffahrts- und Schiffbausektor wieder in Kraft treten.

Darüber hinaus wird die US-Regierung ab dem 5. November US-Unternehmen die Genehmigung für bestimmte Beziehungen mit der iranischen Regierung und deren Vertretern entziehen.

Brexit 2019
  • HB
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Mehr zu: Nach Trump-Entscheid - Diese US-Sanktionen gegen Iran treten wieder in Kraft

18 Kommentare zu "Nach Trump-Entscheid: Diese US-Sanktionen gegen Iran treten wieder in Kraft"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Hallo Herr Keizer,


    Danke für den korrekten Rückblick auf den Iran, der noch um die wenig rühmliche Rolle Frankreichs ergänzt werden kann.


    Leider ist das, was einmal (verbindend) war, so seit langem nicht mehr existent. Der Iran der letzten Jahrzehnte ist ein Gottesstaat, bei dem es erst seit wenigen Jahren eine moderatere Regierung von Gnaden der Mullahs gibt. Die iranische aggressive militärische Unterstützung im Ausland betreiben meiner Meinung nach Andere als die amtliche Regierung.


    Zur Zeit glaube ich nicht daran, dass der Iran wegen des USA-gekündigten Vertrags jeman-den einen Kriegsgrund durch Wiederaufnahme des A-Waffenprogramms liefern will.


    Zum Strick, den Herr Spiegel meint, verweise ich auf die amerikanische Methode der Sankti-onen. Ich kann mich an einen Bericht erinnern, der aufzeigte, dass Caterpillar trotz Sanktionen keine Probleme hatte, im Iran mit Niederlassung etc. präsent zu sein und weiter gute Ge-schäfte machen durfte. Wie ich vorangegangenem Kommentar schrieb:


    Wirtschaftliche Schäden durch Sanktionen sollen die „Verbündeten“ und der Rest der Welt tragen – nur die USA nicht.


    Gut ist, wenn Frankreich bei seiner klaren Linie bleibt.

  • Ausserdem hat Herr Spiegel bis vor Kurzem noch Stein auf Bein geschworen, dass es KEINE Einmischung der Russen in den U.S.-Wahlkampf gegeben hätte. Eine ziemlich dreiste Fehleinschätzung, die entgegen aller Indizien steht, welche sich mittlerweile zu Beweisen aufgetürmt haben.

    Nun frage ich: Welches Interesse hat ein deutscher Durchschnittsbürger, mit dem massenhaften Verbreiten von solchen Falschaussagen, sich in einem Online-Forum zu blamieren?

    Herr Spiegel hat seit vielen Monaten jeden Tag gefühlte 50 Mal solche Aussagen getätigt.

  • Herr Keizer, Sie dürfen den "Spiegel" nicht ernst nehmen. Anhand seiner Kommentare kann man gut sehen, wie verdreht - und gefährlich - die Neuen Rechten agieren. Über Monate hat uns Herr Spiegel weismachen wollen, dass Trump die Welt von der Unterdrückung durch die EU erlösen würde. Er hat gejubelt, als Trump sich daranmachte, die NATO demolieren zu wollen. Herr Spiegel war auch immer entzückt, wenn die Autorität der deutschen Bundeskanzlerin angepinkelt werden sollte.

    Nun sieht die Welt wie groß der Einfluss der Russen auf Trump war, vor allem aber, was seine nationalistische Politik konkret bedeutet. Und nun beginnt Herr Spiegel mit den unsinnigsten, verquersten Argumenten um sich zu schiessen, die wirklich nur noch blöde sind.

    So sind sie, die Neuen Rechten. Es geht ihnen nicht um Inhalte, nicht um Politik, nicht um etwas, was den Menschen dient.

    Es geht um eigene Bereicherung (wie Trump es mit den Firmen seines Schwiegersohnes Kushner vormacht), es geht darum, eine anti-demokratische Oligarchen-Regierung nach russischem Vorbild zu installieren, und es geht um eine russische Agenda, die den Zerfall der EU im Zentrum hat. Nebenbei geht es um den Kampf gegen die Medien. Es geht daraum, die politische Debatte mit soviel Nonsens wie irgend möglich zu füllen.

    All das tut Herr Spiegel.

  • @Herr Peter Spiegel
    09.05.2018, 12:45 Uhr
    "seit 1300 Jahren ist Krieg"
    Wer mit wem denn? Der Islam wurde in Saudi-Arabien gegründet und verbreitete sich dann schnell im arabischen und nordafrikanischen Raum. 711 wurde Europa angegriffen. Soweit ich weiß, waren das aber keine Perser. In den 1960er und 1970er Jahren war Persien ein westlich orientiertes Land. Aber der Westen mußte ja den Schah weg haben. Ajatollah Chomeini hatte vorher einige Jahre in Frankreich zugebracht. Der Schah war humaner als seine Nachfolger. Er hat ihn nur ins Exil geschickt, nicht umgebracht. Aber bei den Linken war der Schah so etwas wie der Teufel persönlich. Ich kann mich noch gut an die schwachsinningen Demonstrationen erinnern. Der Westen hat also die Mullahs mit verursacht. Dann kam noch die verfehlte Aktion von Präsident Carter. Danach hatten die Mullahs endgültig das Sagen im Iran. Auch heute ist die Bevölkerung nicht sonderlich glücklich mit den Mulluhs und gewisse Freiheiten werden geduldet, um keinen Aufstand zu riskieren. Rohani versucht in kleinen Schritten eine Lockerung zu erreichen. Der Iran wäre eigentlich ein natürlicher Verbündeter des Westens. Wenn denn die EU überhaupt eine und die USA eine vernünftige Nahost Politik betreiben würden. Das macht Trump jetzt alles kaput. Deutsche Firmen sollten weiterhin Geschäfte mit dem Iran machen und die EU müßte Trump darauf hinweisen, was für Konsequenzen es hätte, wenn er europäische Firmen erpresst. In der Vergangenheit haben wir das zugelassen. Das darf nicht so weitergehen. Wenn die EU keine Sanktionen beschließt, haben europäische Firmen auch keine zu beachten. Sollte Trump das nicht begreifen, was anzunehmen ist bei seinem IQ, dann müßte man erst mal die Botschafter vorladen und notfalls auch welche aus den USA abziehen. Trump versteht nur kraftvolle Aktionen. Wenn man zu ihm "blöder Hund" sagt, weiß er, dass er auf Augenhöhe verhandelt.

  • Es ist so: Trumps mächtigster Feind sitzt nicht in Russland, China, der EU und erst recht nicht im Iran - sondern im eigenen Land: der "Deep State" oder "The Swamp". Es ist das parasitäre korporatistische Geklüngel aus "Big Government" und "Big Business", das die eigentliche Macht in den USA (bis jetzt) besitzt. Der "Swamp" kontrolliert natürlich auch die wichtigsten Medien in den USA und damit die Anti-Trump-Stimmungsmache.
    Konkretes Beispiel für diesen "Feind im eigenen Land": die Fed. Sie sabotiert Trumps Wirtschaftspolitik: die Steuerentlastungen für die Amerikaner erfordern zunächst erst einmal ein höheres "Deficit Spending". Schraubt die Fed in dieser Situation aber die Zinsen in die Höhe, dann ist das nichts anderes als Sabotage,
    Trump braucht daher unbedingt Verbündete. Und der mächtigste Verbündete mit dem besten Geheimdienst der Welt ist nun einmal Israel.
    Das Bündnis mit Israel könnte für Trump also im wahrsten Sinne des Wortes lebenswichtig sein.

  • Herr Peter Spiegel scheint ja erstklassige Informationen zu haben. Dann können Sie auch sicher den 3. Weltkrieg verhindern?
    Die einzigen Trottel die ich sehe, sitzen in Washington und in Berlin. Eigentlich bin ich kein Trump Dauerkritiker, ich sehe ihn mal so mal so, allerdings sind mir unsere Interessen wichtiger und mir ist wichtig dass wir auf eigenen Füßen stehen sollten und nicht Merkels Lieblinsbeschäftigung nachgehen und den USA in den A**** zu kriechen, wie sie es schon seit Amtsantritt tut und es einfach nur noch erbärmlich und peinlich ist.
    Russland fordert von uns genau das, auf eigenen Füßen stehen, aber das tun wir nicht. Das einzige was wir können ist Russland bei jeder Kleinigkeit zu kritisieren und den Mund zu halten wenn die USA Mist baut, so wie jetzt.
    Unsere Interessen sind der Betrieb einer guten wirtschaftlichen Beziehung, auch zum Iran und auch zu Russland, da wir dermaßen vom Export abhängen, wir könnten es uns eigentlich gar nicht leisten, also warum vertreten wir die Interessen der USA???

  • Anhand der verdrehten Kommentare von "Herrn Spiegel" kann man sehr gut ablesen, was für eine verdrehte Soße die Rechtspopulisten anrühren. Über Wochen ließ er Spiegel keine Gelegenheit aus, den großen Donald Trump als Hoffnung für die (von der EU unterdrückten) Welt zu lobpreisen. Nun, wo offensichtlich wird, was für eine Katastrophe Trumps Politik auslöst, kommt er Nebelkerzen a la "Israel drohte damit, Europa zu bombardieren".

    Solche Leute dürfen einfach nicht an die Regierung kommen. Es sind die typischen Folgen von NATIONALISTISCHER Politik, die man nun bei Trump erleben kann. Nationalismus führt immer zu Konflikten und Kriegen. Das kann auch keine Troll-Armee schönreden.

  • Israel hat auch schon gedroht die EU zu beschießen und die Mullahs werden es tun genau wie die Saudis Darum ist alles richtig was dem Mullah-Staat schaden. Das sind die Feinde Europas seit 1300 Jahren ist Krieg, wer mit ihnen paktiert hat schon verloren. Das die Chinesen das Iranische Öl wollen, steht außer Frage. Die Russen aber wollen es nicht auf den Märkten und die Saudis auch nicht. Was die Amis betrifft, lassen sie den Iran mal Öl Liefern und mal nicht, so zuschreiben als Pendel für ihre Interessen. Ich hoffe, daß die Israelis die Produktionsstätten für die Raketen und Atombomben vernichten.
    Unsere Trottel liefern das Seil mit dem die Mullahs uns aufhängen.

    Das war kein Witz Netanjahu gerade bei der Siegesparade zum 9 Mai bei Putin in Moskau. Live im TV.

  • Das hat man davon wenn man Leute wie Hillary Clinton in den Wahlkampf schickt.
    Trump schafft es, Allianzen zwischen EU, Russland, China und anderen zu schmieden und sein eigenes Land ins Abseits zu katapultieren.
    Jedenfalls wird's mit ihm nicht langweilig.

  • @ Peter Spiegel

    Herr Spiegel, ich bin sehr oft derselben Meinung wie Sie, aber hier täuschen Sie sich.
    Ich habe habe vor einiger Zeit ein Interview mit den früheren israelischen Geheimdienstchefs gesehen. O-Ton: Israel hat bis jetzt alle seine Kriege gewonnen (der erste begann bekanntlich bereits einen Tag nach der Staatsgründung), aber den entscheidenden werde es verlieren. Militärisch kann Israel alle Gegner plattmachen - wenn es sein muss, sogar alle Nachbarn gleichzeitig. Wogegen hat es jedoch keine Waffen? Gegen den sogenannten "Geburtenjihad". Die schiere Zahl der Moslems nicht nur in den Nachbarländern, sondern in Israel selber wird das Land früher oder später zu Fall bringen.
    Natürlich nützt man soweit wie möglich die Aversion der Schiiten und Sunniten untereinander aus. Solange die sich untereinander bekämpfen, kann das Israel nur recht sein. Aber letztendlich wollen die schiitischen Mullahs in Teheran genauso den Untergang Israels wie z.B. die sunnitisch-wahhabitischen Saudis.
    In dieser Gemengelage vermisse ich übrigens sehr den Peter Scholl-Latour mit seinen brillanten Analysen. ;-)

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