Nach Wahlsieg Erdogan kündigt weiteren Vormarsch in Syrien an

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat einen Tag nach seinem Wahlsieg angekündigt, noch entschiedener gegen terroristische Organisationen vorzugehen.
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Der türkische Präsident will, dass seine Truppen in Syrien weiter vorrücken. Quelle: dpa
Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident will, dass seine Truppen in Syrien weiter vorrücken.

(Foto: dpa)

Ankara/BeirutDie Türkei wird ihren Vormarsch in Syrien nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan fortsetzen. Die Türkei werde weiter syrische Gebiete befreien, kündigte Erdogan am Montag in der Rede zu seinem Wahlsieg an. Zugleich werde sein Land künftig noch entschiedener gegen terroristische Organisationen vorgehen. Die Türkei hält Gebiete im Norden Syriens seit Monaten besetzt. Die syrischen Regierungstruppen weiteten unterdessen ihre Angriffe im Südwesten des Bürgerkriegslandes aus. Erstmals seit fast einem Jahr hätten Armee-Hubschrauber Fassbomben über der Stadt Deraa abgeworfen, berichteten Rebellen und die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Zudem seien Flugblätter abgeworfen worden, die den Einmarsch der Armee in der Region angekündigt und die Menschen aufgefordert hätten, „die Terroristen rauszuwerfen, wie es eure Brüder in Ost-Ghuta getan haben“.

Der Südwesten ist neben der Provinz Idlib an der Grenze zur Türkei eine von zwei verbliebenen Rebellenhochburgen in Syrien. Anfang des Jahres hatten die Truppen von Präsident Baschar al-Assad bereits die Aufständischen aus den letzten belagerten Enklaven im Osten des Landes vertrieben, darunter Ost-Ghuta bei Damaskus. Deraa, die größte Stadt im Südwesten, war schon früh ein Zentrum des Aufstandes gegen Assad. Die Region ist seit Jahren in Rebellengebiete und von der Regierung kontrollierte Zonen aufgespalten. Die Kämpfe dort sind politisch heikel, weil die Gegend nahe der Grenze zu Israel und Jordanien liegt und sich dort auch eine sogenannte Deeskalationszone befindet, auf die sich die USA, Jordanien und das mit Assad verbündete Russland verständigt hatten.

Die jüngsten Gefechte konzentrierten sich auf den Ort Busr al-Harir. Er liegt nordöstlich von Deraa auf halber Strecke auf einem schmalen Landstreifen, der von den Rebellen beherrscht wird und in Regierungsgebiet hineinragt. Eine Eroberung von Busr al-Harir durch die Regierungstruppen würde den Landstreifen in zwei Teile trennen, die nördliche Zone wäre dann von der Armee eingeschlossen.

Die regierungstreue Zeitung „al-Watan“ berichtete, die Soldaten seien bereits in den Ort vorgedrungen. Die oppositionsnahe Beobachtungsstelle für Menschenrechte erklärte, es gebe erbitterte Kämpfe zwischen den Regierungstruppen und mit ihnen verbündeten Milizen auf der einen und Rebellengruppen auf der anderen Seite. Russische Nachrichtenagenturen meldeten unter Berufung auf das Verteidigungsministerium in Moskau, die syrische Armee habe mit Unterstützung der russischen Luftwaffe einen Rebellenangriff in der Deeskalationszone im Südwesten zurückgeschlagen. Dabei seien etwa 70 Aufständische getötet worden.

  • rtr
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