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Nach Zwischenfall mit Russland Nato beruft Sondersitzung mit Ukraine ein

Russische Grenzschutzboote haben vor der Halbinsel Krim drei ukrainische Kriegsschiffe beschossen und beschlagnahmt. Die Nato ist besorgt.
Update: 26.11.2018 - 13:34 Uhr 1 Kommentar
Die russische Küstenwache hat in der Meerenge von Kertsch ukrainischen Schiffen die Durchfahrt verweigert und eines der Schiffe gerammt. Quelle: Reuters
Hafen von Kertsch

Die russische Küstenwache hat in der Meerenge von Kertsch ukrainischen Schiffen die Durchfahrt verweigert und eines der Schiffe gerammt.

(Foto: Reuters)

Moskau/BrüsselNach den Schüssen der russischen Küstenwache auf ukrainische Marineschiffe hat die Nato eine Sondersitzung in Brüssel mit der Ukraine angekündigt. Das Treffen werde auf Bitte des ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko einberufen, nachdem dieser Gespräche mit Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg geführt habe, teilte das Militärbündnis am Montagmittag mit.

Bei dem Treffen auf Botschafterebene solle nach den Vorfällen mit russischen und ukrainischen Schiffen in der Meerenge von Kertsch die aktuelle Situation diskutiert werden. Die Sitzung werde am Nachmittag stattfinden.

Nach Angaben aus Nato-Kreisen ist die Einberufung des Treffens vor allem ein symbolisches Zeichen der Unterstützung. Dass sich die Nato direkt in den Konflikt zwischen der Ukraine und Russland einschaltet, gilt derzeit als ausgeschlossen, da die Ukraine nicht Mitglied des Verteidigungsbündnisses ist.

Stoltenberg hatte vor der Einberufung des Treffens mit Poroschenko telefoniert. Das Militärbündnis unterstütze uneingeschränkt die Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine, ließ er im Anschluss mitteilen. Dazu gehörten auch die Schifffahrtsrechte in den Hoheitsgewässern.

Die Ukraine hat nach dem Aufbringen mehrerer ukrainischer Marineschiffe durch Russland seine Streitkräfte in Kampfbereitschaft versetzt. Zuvor hatte die russische Küstenwache in der Meerenge von Kertsch ukrainischen Schiffen die Durchfahrt verweigert und eines der Schiffe gerammt. Später wurden drei ukrainische Schiffe von russischen Schiffen aufgebracht. Es gab mehrere Verletzte.

Kiew hat die unverzügliche Freilassung der festgenommenen Matrosen gefordert. „Wir fordern, dass sie zusammen mit den Schiffen sofort der ukrainischen Seite übergeben werden“, sagte Poroschenko am Montag einer Mitteilung zufolge. Die „brutale“ Festnahme verstoße gegen internationales Recht

Die ukrainischen Schiffe seien wegen Grenzverletzung festgehalten worden, hieß es beim zuständigen russischen Inlandsgeheimdienst FSB.

Die Bundesregierung rief zur Zurückhaltung und Deeskalation auf. Außenminister Heiko Maas sagte: „Die Entwicklungen rund um das Asowsche Meer sind sehr besorgniserregend. Es ist nicht akzeptabel, dass es dort eine Blockade durch Russland gibt.“

EU-Ratschef Donald Tusk verurteilte die Anwendung von Gewalt durch Russland. Russland müsse für die Rückkehr der ukrainischen Matrosen und Schiffe sorgen, weitere Provokationen müssten unterbleiben.

Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat indes den Westen dazu aufgerufen, die Ukraine vor einer weiteren Eskalation in der Meerenge von Kertsch zu beruhigen. „Die westlichen Unterstützer Kiews sollen dort jene zur Vernunft bringen, die aus Kriegshysterie politischen Profit schlagen wollen“, sagte Lawrow am Montag in Moskau. Mit einer möglichen Verhängung des Kriegsrechts wolle man versuchen, die Präsidentenwahl im Frühjahr zu verschieben oder andere Ereignisse in der Ukraine zu beeinflussen.

„Dort (in Kiew) passieren gerade sehr interessante Dinge. Es wird sicherlich nicht langweilig zu beobachten, wie die Mächtigen in der Ukraine versuchen werden, die Situation für sich zu nutzen“, sagte der russische Chefdiplomat. Er nannte Kiews Vorgehen eine eindeutige Provokation.

In der Ukraine steht im Frühjahr die Präsidentenwahl an. Mit der Verhängung des Kriegsrechts könnte die Abstimmung verschoben werden. Das ukrainische Parlament wollte am Montagnachmittag bei einer Sondersitzung darüber entscheiden.

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  • dpa
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1 Kommentar zu "Nach Zwischenfall mit Russland : Nato beruft Sondersitzung mit Ukraine ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wahnsinn, Wahnsinn, ......
    haben wir nicht schon genug Söbelrasseler in unserer Politik.
    Wenn einige Politiker und Generäle unbedingt Krieg wollen, dann sollen sie selbst ihr "Ränzlein" schnüren, und p e r s ö n l i c h marschieren.
    Der Rest bleibt zu Hause und die europäische Nato zieht sich zurück.
    Bestimmen nur noch "HIRNIS" unseren Alltag???