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Nachruf John McCain – Ein Kämpfer bis zum Schluss

Der Republikaner John McCain war einer der schärfsten Kritiker von US-Präsident Trump. Er starb am Samstag nach schwerer Krankheit.
26.08.2018 - 16:35 Uhr Kommentieren

Im Alter von 81 Jahren – US-Senator John McCain ist tot

New York Er war niemand, der einfach aufgibt. Bis zum Schluss hat John McCain gekämpft, für seine politischen Überzeugungen – und gegen den Krebs. Am Samstag verstarb der republikanische Senator aus Arizona, wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag.
Amerika verliert mit ihm eine erfahrene und einflussreiche politische Stimme. McCain schwamm gern gegen den Strom, gefiel sich als „Maverick“ (Einzelgänger), wie er von den US-Medien genannt wurde. Auch vor Auseinandersetzungen mit seiner eigenen Partei schreckte er nicht zurück, wie die Republikaner in den vergangenen Jahren feststellen mussten.

McCain hat sich früh als scharfer Kritiker von US-Präsident Donald Trump positioniert. Schon im Wahlkampf 2016 gab er gemeinsam mit Mitt Romney eine Erklärung ab, in der sie Trump als ungeeignet für das Präsidentenamt erachteten.

Romney und McCain, als ehemalige Präsidentschaftskandidaten der Republikanischen Partei, wollten früh ein Zeichen setzen. McCain führte die Kritik bis zuletzt fort. Auf der Münchner Sicherheitskonferenz im vergangenen Jahr lieferte McCain eine niederschmetternde Kritik seines Präsidenten und dessen „Amerika first“-Politik. „Freunde, dies sind gefährliche Zeiten“, warnte er. „Diese Regierung ist in vielerlei Hinsicht chaotisch, und sie hat viel Arbeit vor sich.“

In diesem Jahr schickte McCain seine Frau Cindy mit einer Botschaft nach München. Nachdem 2017 ein Hirntumor bei ihm diagnostiziert wurde, konnte er die Reise selbst nicht mehr antreten.

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    „Der wahre Grund, warum wir nach München kommen, ist, weil wir glauben, dass bestimmte Werte unsere Welt regieren sollten. Und weil wir glauben, dass Frieden und Wohlstand, die uns lieb sind, abhängen vom Erfolg dieser Werte“, betonte McCain, der in diesem Jahr auch mit dem Ewald-von-Kleist-Preis ausgezeichnet wurde.

    Geprägt hat ihn der Krieg. Sein Vater und sein Großvater waren hochdekorierte Admirale. McCain, der in Vietnam in Gefangenschaft jahrelang gefoltert wurde, setzte sich stets gegen den Gebrauch von Folter und verschärften Verhörmethoden ein. Nachdem er 1973 aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt war, strebte McCain in die Politik, zunächst als Abgeordneter im Repräsentantenhaus, seit 1987 saß er im Senat.

    Seine beiden Versuche, Präsident zu werden, blieben erfolglos: Im Jahr 2000 kämpfte er um die Nominierung seiner Partei und verlor gegen George W. Bush. 2008 trat er als Kandidat gegen den Demokraten Barack Obama an, verlor die Wahl aber deutlich.

    In Zeiten der Finanzkrise war es schwer für McCain, sich von seinem Vorgänger Bush zu distanzieren. Für seine Entscheidung, Sarah Palin zur Kandidatin für das Vizepräsidentinnenamt zu machen, wurde er stark kritisiert.

    Als Senator erarbeitete er sich jedoch einen großen Namen. McCain war Teil der sogenannten „Gang of Eight“, einer Gruppe von Senatoren aus beiden Parteien, die sich 2013 etwa um einen Kompromiss beim Einwanderungsgesetz bemühten. Während Obamas Amtszeit hatte er den Demokraten gelegentlich unterstützt.

    2010 stimmte er jedoch gegen Obamas Gesundheitsreform. Umso bedeutender war einer seiner letzten großen Auftritte in Washington. Ende Juli erschien er nachts um halb zwei zur Abstimmung über die Abschaffung von Obamas Gesundheitsgesetzen. Demonstrativ und medienwirksam senkte er den Daumen und brachte somit Trumps großes Ziel, die Reform wieder rückgängig zu machen, zum Scheitern.

    „Nur wenige von uns wurden so herausgefordert, wie John es einst wurde, oder mussten den Mut zeigen, den er gezeigt hat“, sagte Obama. „Aber wir alle können den Mut haben, das Wohl der Allgemeinheit über unser eigenes zu stellen. John zeigte uns in seinen besten Zeiten, wie das geht. Und dafür stehen wir alle in seiner Schuld.“

    Es sei McCains Wunsch gewesen, dass auf seiner Beerdigung sowohl Bush als auch Obama sprechen, berichtet der Nachrichtensender CNN. McCain hatte offen über den Tod gesprochen. Gefragt, wie er in Erinnerung bleiben will, sagte er: „Er hat Fehler gemacht, aber er hat seinem Land gedient. Und ich hoffe, dass man ‚ehrenvoll‘ hinzufügen kann.“

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