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Nachtwölfe Russland fordert Polen-Einreise für Motorradclub

Russland hat Polen aufgefordert, den Motorradclub „Nachwölfe“ in die EU einreisen zu lassen. Polen selbst hatte den Rockern, die mit einer Tour an das Ende des Zweiten Weltkriegs erinnern wollen, die Einreise verwehrt.
28.04.2015 - 13:04 Uhr 1 Kommentar
Die kremltreuen Rocker der Gang „Nachtwölfe“ wollen mit ihrer Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler erinnern. Quelle: dpa
Die Nachtwölfe

Die kremltreuen Rocker der Gang „Nachtwölfe“ wollen mit ihrer Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler erinnern.

(Foto: dpa)

Moskau/Brest Russland hat Polen aufgefordert, den Rockern des Motorradclubs „Nachtwölfe“ die EU-Einreise zum Weltkriegsgedenken zu ermöglichen. „Die polnischen Behörden haben kein Recht, russischen Bürgern das Gedenken an die im Kampf gegen den Faschismus Gefallenen zu verbieten“, teilte der Menschenrechtsbeauftragte beim russischen Außenministerium, Konstantin Dolgow, am Dienstag mit.

Die kremltreuen Rocker wollen mit ihrer Tour von Moskau nach Berlin an den 70. Jahrestag des Sieges der Sowjetunion über Hitler erinnern. Polen hatte die Aktion als Provokation kritisiert und den „Nachtwölfen“ die Einreise am Montag verweigert.

Polen verweigert den Nachtwölfen die Einreise
Nachtwölfe an der polnischen Grenze.
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Die polnischen Behörden haben den Teilnehmern der umstrittenen Motorradtour des russischen Rockerclubs „Nachtwölfe“ nach Berlin die Einreise nach Polen verweigert. An der weißrusssisch-polnischen Grenze im polnischen Terespol wurden die Rocker abgewiesen. Auch Berlin hatte den Wölfen bereits mit einem Einreiseverbot gedroht. Denn die deutsche Hauptstadt war das Ziel der umstrittenen Gruppe...

(Foto: dpa)
Hinter Gittern
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Die Gruppe habe nicht die formellen Kriterien zur Einreise erfüllt, meldete die polnische Agentur PAP. Zuvor seien die rund 20 Motorradfahrer von den polnischen Beamten am Grenzübergang Terespol stundenlang gefilzt worden, beklagte der Anführer des Trosses, Andrej Bobrowski.

(Foto: AFP)
Auf dem Weg nach Polen
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„Sie nehmen uns ganz schön in die Mangel, durchsuchen alle Sachen bis zu jedem T-Shirt, Schlüssel und Schraubendreher“, sagte er der Agentur Interfax. „Jeder von uns wird einzeln befragt.“ Zahlreiche polnische Motorradfahrer, die mit den „Nachtwölfen“ solidarisch sind, protestierten an der Grenze.

(Foto: AFP)
Nachtwölfe nicht erwünscht
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Hier hält ein polnischer Biker ein Schild mit der Aufschrift „Nachwölfe willkommen“ hoch. Das sahen die polnischen Behörden anders. Polen wie auch Deutschland hatten den „Nachtwölfen“ mit einem Einreiseverbot gedroht. Die Rocker waren dennoch am Wochenende zu einer „Siegestour“ in Richtung Berlin aufgebrochen, mit der sie an die Erfolge der Roten Armee im Kampf gegen Hitler-Deutschland erinnern wollen. Die polnische Regierung hatte die Tour als Provokation bezeichnet. Die Nachtwölfe gelten als Sympathisanten der prorussischen Separatisten in der Ostukraine.

(Foto: AFP)
Putin und die Biker
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Biker gelten als harte Kerle. Da machen die russischen Biker keine Ausnahme. Der Biker-Club „Die Nachtwölfe“ will auf einer Motorradtour von Moskau quer durch Ost- und Mitteleuropa bis nach Berlin den Weg der Sowjetarmee am Ende des Zweiten Weltkriegs nachfahren. „Ziel ist es, das Andenken an diejenigen zu ehren, die beim Kampf gegen den Faschismus gefallen sind“, sagte Organisator Andrej Bobrowski.

(Foto: dpa)
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Durch die Motorradtour, die am 25. April beginnen und am 9. Mai, dem in Russland begangenen Jahrestags des Kriegsendes, in der deutschen Hauptstadt enden soll, wollen die Biker demnach die „guten Beziehungen“ zwischen Russland und den durchquerten Ländern stärken. Besucht werden sollen dabei außer Deutschland noch Weißrussland, Polen, Tschechien, die Slowakei und Österreich.

(Foto: AFP)
Wladimir Putin und Nochniye Volki
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Die Nachtwölfe zeigen sich zwar regelmäßig an der Seite von Russlands Präsident Wladimir Putin, streiten aber jedes politische Engagement ab. „Wir sind keine Historiker, aber wir wollen die hunderttausenden von Zivilisten nicht in Vergessenheit geraten lassen, die im Krieg gestorben sind“, sagte Bobrowski. Er erwarte deshalb von allen, ihnen bei ihrer Aktion zu helfen, selbst von jenen, die diese nicht respektierten.

(Foto: ap)

Warschau lasse sich von „Ängsten“ leiten, vertrete eine „frevelhafte Position“ und „verhöhne“ die Geschichte, kritisierte Dolgow. Seinen Angaben zufolge wollen die Rocker auch die von der Roten Armee befreiten deutschen Konzentrationslager Auschwitz und Majdanek besuchen. Deutschland hatte mehrere Visa der Rocker annulliert.

Die „Nachtwölfe“ sind nach Darstellung ihres Anführers Alexander Saldostanow derzeit in der weißrussischen Stadt Brest, um dort an die Kriegsopfer zu erinnern. Saldostanow - genannt „Chirurg“ - kündigte noch für Dienstag eine Stellungnahme an, wie es mit der Tour zum Weltkriegsgedenken nun weiter gehen soll.

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    • Warschau lasse sich von „Ängsten“ leiten, vertrete eine „frevelhafte Position“ und „verhöhne“ die Geschichte, kritisierte Dolgow. Das trifft den Nagel auf den Kopf.

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