Nagelbombe gefunden Zwei Terroristen von Brüssel sind identifiziert

Kurz vor den Anschlägen von Brüssel erfasst eine Kamera am Flughafen drei Männer. Zwei sprengen sich in die Luft, sie waren Brüder. Die Polizei fahndet nach dem dritten. Ein Hinweis soll von einem Taxifahrer gekommen sein.
Update: 23.03.2016 - 08:21 Uhr

Sind dies die Attentäter? Die Fahndung läuft auf Hochtouren

Brüssel/BerlinNach den Anschlägen in der belgischen Hauptstadt Brüssel fahndet die Polizei mit Hochdruck nach einem flüchtigen Terrorverdächtigen und möglichen Hintermännern. Spezialeinheiten durchsuchten bis zum frühen Mittwochmorgen Gebäude in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurden in einer Wohnung eine Flagge der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie ein Sprengsatz mit Nägeln und chemische Substanzen gefunden.

Die zwei Männer, die sich am Flughafen von Brüssel in die Luft gesprengt hatten, sind identifiziert: Es handelt sich um das Brüderpaar Khalid und Ibrahim E. Das berichtete der belgische Sender RTBF am Mittwoch. Der IS hatte sich zu den Anschlägen auf den Flughafen und eine U-Bahn-Station bekannt. Dabei waren am Dienstag mindestens 34 Menschen getötet und etwa 230 weitere verletzt worden.

In Gedenken an die Opfer rief die Regierung eine dreitägige Staatstrauer aus. In der Brüsseler Innenstadt legten Menschen am Abend Blumen nieder und stellten Kerzen auf. Die Brüsseler Regionalregierung rief zu einer Schweigeminute am Mittwochmittag auf. Aus Solidarität mit den Opfern wurden zudem am Abend Wahrzeichen europäischer Hauptstädte in den Nationalfarben Belgiens angeleuchtet, darunter das Brandenburger Tor in Berlin und der Pariser Eiffelturm.

Eine eindeutige Verbindung zu den Terroranschlägen vom 13. November in der französischen Hauptstadt konnten die belgischen Ermittler zunächst nicht herstellen, wie Staatsanwalt Frédéric Van Leeuw erklärte. Erst am Freitag war in der Brüsseler Gemeinde Molenbeek Salah Abdeslam festgenommen worden. Dieser soll an der Pariser Anschlagsserie mit 130 Toten maßgeblich beteiligt gewesen sein.

Auf die Spur nach Schaerbeek führte die Ermittler einem Medienbericht zufolge ein Taxifahrer. Der Mann habe dort drei Männer von einer Wohnung abgeholt und zum Flughafen gefahren, berichtete der Sender VRT. Dabei sei ihm aufgefallen, dass die Fahrgäste sich nicht mit dem Gepäck helfen lassen wollten.

Die Polizei veröffentlichte ein Bild einer Flughafen-Überwachungskamera, das drei Männer zeigt. Zwei von ihnen sprengten sich nach Angaben von Innenminister Jan Jambon als Selbstmordattentäter in die Luft. Die Bombe des dritten Mannes explodierte jedoch nicht. Nach ihm werde gefahndet, sagte Jambon dem US-Sender CNN.

Die Welt leuchtet in Schwarz-Gelb-Rot
Hunderte gedenken der Opfer in Brüssel
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Hunderte Belgier haben am Dienstagabend in Brüssel der Opfer der Anschläge am Flughafen und in der U-Bahn gedacht. Sie versammelten sich auf dem Place de la Bourse im historischen Zentrum der belgischen Hauptstadt, legten Blumen nieder und zündeten Kerzen an. Viele waren in die belgische Flagge gehüllt. Ein einzelner Musiker spielte Cello, im Hintergrund war ein Banner mit der Aufschrift „Vereint gegen den Hass“ zu sehen. Der belgische Ministerpräsident Charles Michel und EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker schlossen sich den Trauernden an. „Heute Nacht bin ich ein Belgier“, sagte der ehemalige luxemburgische Regierungschef tief bewegt.

Paris
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In Paris leuchtete am Dienstagabend der Eiffelturm in den belgischen Nationalfarben. Zuvor wurden bei Anschlägen auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem und in einer U-Bahnstation im EU-Viertel der belgischen Hauptstadt mehr als 30 Menschen getötet und mehr als 200 weitere verletzt. Der französische Staatspräsident François Hollande rief kurz nach den Attacken in Brüssel eine Krisensitzung ein. Premierminister Manuel Valls, Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian und Innenminister Bernard Cazeneuve nahmen daran teil.

Berlin
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In Berlin wurde das Brandenburger Tor in den Farben der belgischen Flagge angestrahlt. Bundespräsident Joachim Gauck sagte Belgien die Solidarität Deutschlands zu. In einem Schreiben an den belgischen König Philippe sprach Gauck von „grausamen Terroranschlägen“, die ihn „tief erschüttert“ haben. „Gemeinsam werden wir unsere europäischen Werte, Freiheit und Demokratie, verteidigen“, schrieb der Bundespräsident.

New York
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Auch das One World Trade Center in New York erstrahlte am Dienstagabend in den belgischen Farben – auch wenn es nicht so aussieht. Ein Fotograf erklärte später, dass fürs bloße Auge, die belgischen Nationalfarben an der Spitze zu sehen waren. Auf den Fotos, so gibt er zu, sehe man das allerdings nur schwerlich.

San Francisco
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In San Francisco leuchtete die Stadthalle in Solidarität mit den Opfern des Brüsseler Terroranschlags. US-Präsident Barack Obama verurteilte die Bombenanschläge in Brüssel scharf. Er sagte Belgien die Unterstützung der Vereinigten Staaten zu.

Rom
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In Rom wurde der historische Trevi-Brunnen als Zeichen der Solidarität und Anteilnahme mit Brüssel in den belgischen Nationalfarben angestrahlt. Am Leonardo-Da Vinci-Flughafen haben italienische Polizisten nach den Anschlägen in Brüssel ihre Präsenz verstärkt.

Lissabon
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Auch in Portugal ist die Anteilnahme nach den Terroranschlägen in Brüssel groß. In der Hauptstadt Lissabon erstrahlte am Dienstagabend die Stadthalle in den belgischen Nationalfarben.

Örtlichen Behörden zufolge zeigen Bilder der Videoüberwachung auch, wie einer der Verdächtigen einen Gepäckwagen in der Ankunftshalle plötzlich stehen lässt und wegläuft. Das Trio hatte sich demnach kurz nach seiner Ankunft am Flughafen getrennt und in der Abflughalle verteilt. Unklar blieb, ob der Anschlag in der U-Bahn-Station Maelbeek ebenfalls ein Selbstmordattentat war oder ob eine Bombe explodierte.

Der belgische Ministerpräsident Charles Michel sagte, die Sicherheitskräfte wappneten sich gegen weitere Bluttaten. Am Abend fuhren laut Nachrichtenagentur Belga Militärfahrzeuge mit schwerbewaffneten Soldaten am Flughafen vor, um das Areal zu sichern.

Der Flugverkehr soll frühestens am Donnerstag wieder aufgenommen werden können. In Schaerbeek hob die Polizei am frühen Mittwochmorgen eine Sicherheitszone auf, die für die Durchsuchungen eingerichtet wurde. Anwohner konnten in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren.

„Europa weicht nicht zurück“
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