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Naher Osten Irakische Delegation besucht verfeindetes Israel

Irakische Delegationen haben wohl Jerusalem besucht. Das sorgt für Ärger in Bagdad – schließlich erkennt der Irak Israel offiziell nicht an.
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Benjamin Netanjahu hatte als erster israelischer Regierungschef seit zwei Jahrzehnten den arabischen Golfstaat Oman besucht. Quelle: AP
Benjamin Netanyahu

Benjamin Netanjahu hatte als erster israelischer Regierungschef seit zwei Jahrzehnten den arabischen Golfstaat Oman besucht.

(Foto: AP)

Tel Aviv, BagdadDrei irakische Delegationen haben nach israelischen Angaben Israel besucht und dort Regierungsvertreter getroffen. Israel und der Irak sind miteinander verfeindet. „Wir sehen es als einen positiven Schritt und als einen Beweis, dass wir einen guten Dialog mit unseren Nachbarn in der Region und besonders mit dem Irak aufbauen können und sollten“, sagte ein Sprecher des Außenministeriums in Jerusalem am Montag. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte.

Iraks Vize-Parlamentspräsident Hassan Karim Al-Kaabi forderte daraufhin eine Untersuchung seiner Regierung. Das Außenministerium in Bagdad müsse den Grund für den Besuch untersuchen und die Namen der beteiligten Abgeordneten offenlegen, erklärte Al-Kaabi. „Die besetzten Gebiete zu besuchen, ist eine rote Linie und eine sehr sensible Angelegenheit für Muslime in aller Welt.“

Den israelischen Medienberichten nach sollen drei irakische Delegationen israelische Wissenschaftler und Regierungsvertreter getroffen haben. Zu den Themen der Gespräche wollte sich der Sprecher des israelischen Außenministeriums nicht äußern. Nach irakischen Medienberichten sollen sich unter den Irakern auch drei Abgeordnete befunden haben.

Außerdem sollen die Iraker die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Jerusalem besucht haben, berichteten israelische Medien. Die Besuche seien geheim gehalten und als inoffiziell deklariert worden, auch um den irakischen Nachbarn und israelischen Erzfeind Iran nicht zu verärgern.

Der Irak gehört zu den arabischen Staaten, die Israel nach seiner Gründung 1948 den Krieg erklärten. Er spricht Israel auch heute noch das Existenzrecht ab. Der Irak wird von einer Mehrheit der Schiiten regiert und hat enge Beziehungen zum ebenfalls schiitischen Iran. Teheran hat starken politischen Einfluss in Bagdad.

Israel und arabische Staaten wie Saudi-Arabien rücken immer näher zusammen, weil sie im Iran einen gemeinsamen Feind und eine Bedrohung sehen. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu betont immer wieder, hinter den Kulissen gebe es eine Annäherung Israels an mehrere arabische Staaten. Im Oktober hatte mit Netanjahu erstmals seit mehr als zwei Jahrzehnten wieder ein israelischer Regierungschef den arabischen Golfstaat Oman besucht.

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  • dpa
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