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Nahost-Konflikt Erdogan will diplomatische Beziehung zu Emiraten ruhen lassen

Die Annäherung zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten missfällt dem türkischen Präsidenten. Er erwägt, den Botschafter aus Abu Dhabi abzuziehen.
14.08.2020 Update: 14.08.2020 - 15:13 Uhr Kommentieren
Der türkische Präsident will die Beziehung zu den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Eis legen. Quelle: via REUTERS
Recep Tayyip Erdogan

Der türkische Präsident will die Beziehung zu den Vereinigten Arabischen Emiraten auf Eis legen.

(Foto: via REUTERS)

Istanbul Die Türkei will ihre diplomatischen Beziehungen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten nach deren Annäherung mit Israel ruhen lassen. „Ich habe meinen Außenminister beauftragt und gesagt, dass wir besonders die diplomatischen Beziehungen mit der Führung in Abu Dhabi einfrieren oder auch den Botschafter abziehen könnten“, sagte Präsident Recep Tayyip Erdogan am Freitag in Istanbul. „Denn wir stehen an der Seite des palästinensischen Volkes.“ Zuvor hatte das Außenministerium die Annäherung bereits als „Verrat“ an den Palästinensern kritisiert.

Israel und die Emirate hatten sich in einem historischen Schritt überraschend auf ein Abkommen verständigt. Die beiden Staaten wollen ihre Beziehungen normalisieren. Im Gegenzug setzt Israel demnach seine umstrittenen Annexionspläne im besetzten Westjordanland aus.

Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu betonte zugleich, die Annexionspläne im besetzten Westjordanland seien nicht grundsätzlich vom Tisch. Sowohl bei israelischen Siedlern als auch bei der Palästinenserführung stieß das Abkommen auf Kritik.

Außenminister Heiko Maas (SPD) begrüßte die Aufnahme diplomatischer Beziehungen als einen historischen Schritt. „Die Normalisierung der Beziehungen zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist ein wichtiger Beitrag zum Frieden in der Region. Es ist gut, dass die israelische Regierung ihre Annexionspläne suspendiert“, teilte Maas am Freitag in Berlin nach einem Telefonat mit Israels Außenminister Gabi Aschkenasi mit.

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    Das türkische Außenministerium sieht in der Annäherung einen Verrat. Quelle: dpa
    Minister Mevlüt Cavusoglu

    Das türkische Außenministerium sieht in der Annäherung einen Verrat.

    (Foto: dpa)

    „Wir hoffen, dass diese Einigung Ausgangspunkt für weitere positive Entwicklungen in der Region ist und auch dem Nahostfriedensprozess neuen Schwung verleihen kann“, so Maas weiter.

    Deutschland halte daran fest, dass nur eine verhandelte Zweistaatenlösung für Israel und die Palästinenser dauerhaften Frieden im Nahen Osten bringen könne. Gemeinsam mit Partnern in Europa und der Region habe sich die Bundesregierung in den vergangenen Monaten intensiv gegen eine Annexion im besetzten Westjordanland und für die Wiederaufnahme direkter Verhandlungen eingesetzt. „Wir sind auch bereit, einen solchen Prozess tatkräftig zu unterstützen“, so Maas.

    Das Abkommen verstärkt den Druck auf den Iran, der von den USA, Israel und den VAE als Hauptbedrohung in der Region angesehen wird. Bei einer Umsetzung würden die VAE Ägypten und Jordanien folgen, die seit 1979 beziehungsweise 1994 Beziehungen zu Israel unterhalten.

    Zwischen Israel und der Türkei bestehen zwar diplomatische und wirtschaftliche Verbindungen, aber die Beziehungen beider Länder sind seit Jahren gespannt.

    Mehr: Erneute Eskalation im Mittelmeer: Die Türkei fordert Griechenland und das Seerecht heraus.

    • rtr
    • dpa
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