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Nahost-Konflikt Hamas-Kommandeur bei Luftangriff im Gazastreifen getötet

Der Kommandeur Bassam Issa ist der ranghöchste Hamas-Extremist, der seit 2014 getötet wurde. Der militärische Flügel der Hamas bestätigte den Tod.
12.05.2021 - 16:29 Uhr Kommentieren
Der israelische Geheimdienst hatte mitgeteilt, dass Issa und mehrere Hamas-Führer eine Serie von israelischen Luftangriffen nicht überlebt hätten. Quelle: AFP
Gazastreifen

Der israelische Geheimdienst hatte mitgeteilt, dass Issa und mehrere Hamas-Führer eine Serie von israelischen Luftangriffen nicht überlebt hätten.

(Foto: AFP)

Gaza, Tel Aviv Bei einem israelischen Luftangriff ist der Kommandeur der Hamas im Gazastreifen, Bassem Issa, ums Leben gekommen. Das teilte die Organisation am Mittwoch mit. Er war der ranghöchste Hamas-Extremist, der seit dem Krieg von 2014 getötet wurde.

Der militärische Flügel der Hamas erklärte, gemeinsam mit Issa seien weitere Hamas-Führer und „heilige Kämpfer“ getötet worden. Zuvor hatte bereits der israelische Geheimdienst mitgeteilt, dass Issa und mehrere Hamas-Führer eine Serie von israelischen Luftangriffen nicht überlebt hätten.

„Das ist erst der Anfang - Wir werden ihnen Schläge versetzen, die sie sich niemals erträumt haben“, sagte Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu dazu am Mittwoch in einem Krankenhaus in Cholon. Issa bildete mit mehreren Kommandeuren, die für die einzelnen Bezirke im Gazastreifen verantwortlich sind, den militärischen Rat der Hamas, der über gewaltsame Operationen gegen Israel.

Nach Angaben der israelischen Armee feuerten militante Palästinenser seit Montagabend mehr als 1000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel. Alarm gab es am Mittwoch vor allem im Umkreis des Küstengebiets und auch in Städten wie Aschkelon, Aschdod und Beerscheva. Das Militär setzte im Gegenzug massive Luftangriffe in dem Palästinensergebiet fort.

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    Nach Angaben des Militärs starben in Israel mindestens fünf Menschen durch Raketenbeschuss. Das Gesundheitsministerium in Gaza bezifferte die Zahl der Toten auf mehr als 50. International wuchs die Besorgnis über die Eskalation des Konflikts.

    mögliche Verschärfung der Raketenangriffe

    Tel Aviv war in der Nacht auf Mittwoch unter so heftigen Beschuss geraten wie nie zuvor. Verteidigungsminister Benny Gantz stimmte die Bürger auf einen längeren Militäreinsatz ein. Der UN-Sicherheitsrat wollte am Mittwoch zum zweiten Mal binnen weniger Tage zu einer Dringlichkeitssitzung zusammenkommen.

    Beobachter vermuteten, dass die Tötung der hochrangigen Hamas-Vertreter eine Verschärfung der Raketenangriffe nach sich ziehen könnte. Die Einsätze gegen die Hamas-Vertreter erfolgten den israelischen Angaben zufolge gleichzeitig in Chan Junis und Gaza.

    Die israelische Armee und der Geheimdienst teilten mit, die Getöten ständen dem legendären Militärchef Mohammed Deif nahe und seien Teil des militärischen Stabs der Hamas. Wie das israelische Militär am Mittwochmorgen mitteilte, wurden rund 850 der mehr als 1000 aus dem Gazastreifen abgefeuerten Raketen entweder abgefangen oder sie gingen in Israel nieder.

    Etwa 200 weitere seien noch im Gazastreifen niedergegangen. Der militärische Arm der Hamas feuerte nach eigenen Angaben am Mittwoch auch 15 Raketen in Richtung der Wüstenstadt Dimona ab. Dort liegt Israels Atomreaktor. Dieser gilt allerdings als extrem gut geschützt.

    Die Bundesregierung verurteilte die Raketenangriffe der Hamas und mit ihr verbündeter extremistischer Gruppen auf Städte in Israel scharf. „Ihr Ziel ist es, wahllos und willkürlich Menschen zu töten“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibrert in Berlin.

    Irans Außenminister kritisiert Israels Angriffe

    Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier drückte den Menschen in Israel seine „uneingeschränkte Solidarität“ aus. Nichts rechtfertige die Raketenangriffe auf das Land, sagte er am Mittwoch bei einem Telefongespräch mit Israels Staatspräsidenten Reuven Rivlin nach Angaben des Bundespräsidialamts.

    Irans Außenminister Mohammed Dschawad Sarif kritisierte derweil Israel bei einem überraschenden Besuch im Bürgerkriegsland Syrien in scharfen Tönen. Die „kriminellen Handlungen“ Israels hätten die Lage in der Region deutlich verschlechtert, sagte Sarif in Damaskus.

    Mehr:Die Wiederkehr des Nahost-Konflikts: Bidens schwere Fehler

    • ap
    • dpa
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