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Nahost-Konflikt Israel reagiert mit Militärschlag auf Angriffe Irans, Großmächte fordern Deeskalation

Israelische Streitkräfte haben in der Nacht massiv gegen Angriffe iranischer Stellungen in Syrien zurückgeschlagen. Russland und die EU rufen beide Seiten zur Zurückhaltung auf.
Update: 11.05.2018 - 05:49 Uhr 6 Kommentare

„Wir schlagen zurück“ – Netanjahu verteidigt israelische Luftangriffe

Tel AvivAngesichts der zugespitzten Lage im Nahen Osten haben Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron und Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zur Deeskalation aufgerufen. Macron und Merkel hätten in Aachen miteinander gesprochen und sich besorgt gezeigt, verlautete es aus Kreisen des Élyséepalastes mit Blick auf die Militärschläge in Syrien. Ein deutscher Regierungssprecher betonte, beide hätten zu Besonnenheit und Deeskalation in der Region aufgerufen.

Der Konflikt zwischen Israel und dem Iran war in der Nacht zum Donnerstag gefährlich eskaliert. Iranische Streitkräfte hatten nach israelischen Angaben erstmals von Syrien aus israelische Militärposten angegriffen. Damit habe das Land nach den Worten des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu „eine rote Linie überschritten“. Israels Luftwaffe griff daraufhin Dutzende iranische Militärziele in Syrien an.

„Die israelische Armee hat einen sehr breiten Angriff gegen iranische Ziele in Syrien ausgeführt“, sagte Netanjahu. „Wir befinden uns in einem langem Kampf, und unsere Politik ist klar: Wir werden es dem Iran nicht erlauben, sich militärisch in Syrien zu etablieren“, sagte Netanjahu. Die Weltgemeinschaft müsse dabei helfen, die dortige Etablierung der iranischen Al-Kuds-Brigaden zu verhindern. Wer Israel angreife, müsse mit einer siebenfach härteren Reaktion rechnen, warnte er.

Der israelische UN-Botschafter Danny Danon richtete sich in einem Brief an den UN-Sicherheitsrat und UN-Generalsekretär António Guterres. Der solle die iranischen Raketenangriffe auf die Golanhöhen sofort verurteilen. Das mächtigste UN-Gremium solle Teheran zudem zum Abbau seiner Militärpräsenz in Syrien drängen, so Danon weiter.

Israel sei „nicht an einer Eskalation interessiert, aber unter keinen Umständen werden wir es dem Iran erlauben, in Syrien eine Militärpräsenz aufzubauen, deren Zweck darin besteht, Israel zu attackieren und eine ohnehin fragile Situation in der Region zu verschlimmern.“ Guterres äußerte sich später in der Nacht zu Freitag zu der Situation im Nahen Osten. Die Konfliktparteien rief er zu einem sofortigen Ende der Feindseligkeiten auf. Er warnte zudem vor einem „neuen Flächenbrand“ in der Region.

Guterres habe die Berichte über die Angriffe auf den Golanhöhen und in Syrien mit größter Besorgnis verfolgt, sagte sein Sprecher Stéphane Dujarric. Die anschließende Normalisierung der Lage wiederum habe der UN-Chef „mit Erleichterung“ aufgenommen, heißt es in der am Donnerstagabend verbreiteten Erklärung.

Das iranische Außenministerium wiederum hat am Freitag eine iranische Beteiligung an den Raketenangriffen auf israelische Armeeposten tags zuvor auf den Golanhöhen dementiert. Israel benutze „frei-erfundene und grundlose“ Unterstellungen, um Angriffe auf syrische Ziele zu rechtfertigen, sagte Außenamtssprecher Bahram Ghassemi. Er kritisiere auch die Reaktion der internationalen Gemeinschaft: „Mit solchen Reaktionen wird dem zionistischen Regime (Israel) nur grünes Licht für weitere Aggressionen gegeben, die die Region nur unsicherer und instabiler machen.“

Eine ähnliche Reaktion gab es am Donnerstag auch vom Sicherheitsausschuss des iranischen Parlaments. „Das ist eine weitere Lüge des zionistischen Regimes für Propagandazwecke (gegen den Iran)“, behauptete Ausschusssprecher Mohammad Nobandegani. Der Iran habe keine militärischen Stützpunkte in Syrien, sondern lediglich militärische Berater.

Die britische Regierung rief währenddessen zur Besonnenheit auf. „Wir verurteilen die Attacke des Irans auf Israel“, sagte ein Regierungssprecher am Donnerstag in London. Der Iran müsse weitere Angriffe unterlassen. Israel habe das Recht, sich zu verteidigen. „Wir rufen Russland dazu auf, seinen Einfluss in Syrien zu nutzen, um weitere iranische Attacken zu verhindern.“

Der russische Außenminister Sergej Lawrow bezeichnete die Spannungen zwischen Israel und dem Iran als beunruhigend. „Alle Fragen müssen im Dialog gelöst werden“, sagte er bei einem Treffen mit Bundesaußenminister Heiko Maas in Moskau. Russland habe bei seinen Gesprächen mit dem Iran und Israel dazu aufgerufen, auf gegenseitige Provokationen zu verzichten.

Der Golfstaat Bahrain verteidigte die israelischen Luftangriffe. „Solange der Iran die Region destabilisiert und Länder mit ihren Truppen und Raketen verletzt, hat jedes Land in der Region, einschließlich Israel, das Recht sich zu verteidigen und Quellen der Gefahr zu zerstören“, schrieb Bahrains Außenminister Chalid bin Ahmed al Chalifa auf Twitter. Bahrain betrachtet den schiitischen Iran als Feind, der versucht, seinen Einfluss in der arabischen Welt auszubauen.

Die Regierung des Golfstaates hatte Teheran wiederholt vorgeworfen, die schiitische Mehrheit des Landes gegen das Königshaus aufzubringen. Die Stellungnahme ist bemerkenswert, weil Bahrain wie viele weitere arabische Staaten keine diplomatischen Beziehungen zu Israel unterhält. Unter Arabern ist die Abneigung gegenüber Israel weit verbreitet. Zuletzt hatte jedoch auch die Regionalmacht Saudi-Arabien im Angesicht der Spannungen mit Teheran seine Position gegenüber Israel abgeschwächt.

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6 Kommentare zu "Nahost-Konflikt: Israel reagiert mit Militärschlag auf Angriffe Irans, Großmächte fordern Deeskalation"

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  • Trifft doch auf den General-Spion zu.
    Fetischismus oder Fetisch (lat. facticius ‚nachgemacht, künstlich‘; franz. fétiche ‚Zauber[mittel]‘) bezeichnet:

    die Verehrung bestimmter Gegenstände im Glauben an übernatürliche Eigenschaften, siehe Fetischismus (Religion)
    eine Form der Sexualität, die sich auf bestimmte Gegenstände oder Körperteile richtet, siehe Sexueller Fetischismus
    im Marxismus die Verkehrung eines gesellschaftlichen Verhältnisses von Menschen in ein Verhältnis von Waren, siehe Warenfetisch

  • Dieser Tadel klingt wie im Waldorfkindergarten und das Kind darf selbstbestimmt weiterprügeln.

  • Mit dem dem nächsten Update. Vergesst nicht die Kommentare zu löschen. Ist zu heikel für eure Kriegspropaganda!

  • Laut Pentagon Studie soll ja mehr Krieg, effektivere Propaganda und Überwachung den Bedeutungsverlust des US Imperiums aufhalten....

  • Israel und USA sind immer die guten. Und wenn nicht dann trotzdem... Kapiert endlich

  • Israel ist im Recht, die Mullahs haben in Syrien nicht zu suchen oder wer hat sie gerufen.