Nahost-Konflikt Katar stellt diplomatische Beziehungen zum Iran wieder her

Katars Herrscherhaus hat beschlossen, seinen Botschafter zurück in den Iran zu schicken. Damit riskiert das Emirat eine neue diplomatische Krise zwischen den Golfnationen. Saudi-Arabien wird das als Provokation erachten.
Update: 24.08.2017 - 16:57 Uhr 4 Kommentare
Katar will die bilateralen Beziehungen zum Iran „in allen Bereichen“ stärken. Quelle: dpa
Doha

Katar will die bilateralen Beziehungen zum Iran „in allen Bereichen“ stärken.

(Foto: dpa)

Dubai Katar hat ungeachtet der Drohungen seiner Nachbarstaaten wieder vollständige diplomatische Beziehungen zum Iran aufgenommen. Bei der Bekanntgabe der Entscheidung am Donnerstag erwähnte die Regierung des Golfemirats die Spannungen mit Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten nicht. Die sunnitischen Staaten hatten Katar im Juni isoliert, weil es ihrer Ansicht nach den Terrorismus in der Region fördert. Außerdem missfielen ihnen die engen Verbindungen Katars zum schiitischen Iran.

Das katarische Außenministerium gab am Donnerstag bekannt, dass der Botschafter des Landes nach Teheran zurückkehren werde. Katar hatte den Botschafter Anfang 2016 aus Solidarität mit Saudi-Arabien abberufen. Nach der Hinrichtung eines prominenten schiitischen Predigers in Saudi-Arabien war es damals zu Angriffen auf zwei saudische Vertretungen im Iran gekommen. Katar habe zum Ausdruck gebracht, dass es die bilateralen Beziehungen zum Iran „in allen Bereichen“ stärken wolle, teilte das Außenministerium nun mit. Der Iran begrüßte die Entscheidung.

Im Konflikt mit Bahrain, Ägypten, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten könnten sich aber die Spannungen wieder verschärfen. Der hatte nach der Sperrung der Grenzen im Juni weitergeschwelt, Katar rettete sich aber mit Warenlieferungen aus dem Iran und der Türkei über den Lieferengpass aus den Nachbarländern. Eine Liste mit Forderungen der vier Staaten ignorierte Katar. Zu diesen gehörte auch eine Schließung der diplomatischen Vertretungen im Iran.

Die Entscheidung zur Wiedereröffnung der Botschaft fiel nur wenige Tage nach einem Treffen des saudischen Kronprinzen Mohammed mit Scheich Abdullah al-Thani. Dessen Zweig der Königsfamilie hatte Katar bis zu einer Palastrevolte 1972 regiert. Das Treffen hatte Spekulationen geschürt, dass Saudi-Arabien eine katarische Exil-Regierung aufbauen will. Kristian Coates Ulrichsen von der Rice University sagte aber, er glaube, die Saudis wollten damit nur gegen Katar sticheln.

Nach dem Treffen mit Scheich Abdullah vergangene Woche hatte das saudische Königshaus angekündigt, Katarer für die jährliche muslimische Pilgerfahrt Hadsch kommende Woche wieder ins Land zu lassen. Auch aus dem Iran kamen im Vorfeld des Hadsch positive Signale gegenüber dem Erzfeind Saudi-Arabien.

Außenminister Mohammed Dschwad Sarif sagte nach einem Bericht der amtlichen Nachrichtenagentur Isna, dass sowohl iranische als auch saudische Diplomaten Visa erhalten hätten, um ihre Botschaften im jeweils anderen Land zu besuchen. Die Reisen sollen vermutlich nach dem Hadsch stattfinden. Dieser führt jedes Jahr Million Pilger, unter anderem auch aus dem Iran und Katar, nach Saudi-Arabien.

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4 Kommentare zu "Nahost-Konflikt: Katar stellt diplomatische Beziehungen zum Iran wieder her"

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  • Sven NSA Euro24.08.2017, 12:39 Uhr
    Wen man will geht alles. Visionen in und für die Zukunft, das ist das Motto.

    .................................

    SIE nennen sich schon mal " NSA " ???

    Dann sind Sie Visionärer als die Brüsseler Europäischer Union die uns Europäer vorgaukelt für unsere Sicherheit zu sorgen zu wollen und zu können, uns Aber Milliarden von Steuer-Euros verschwenden und in Wirklichkeit ist die NSA die die nach Europa ständig Mitteilungen machen müssen damit der Europäischer Bevölkerung nicht weitere Schäden entstehen !

    WO SIND VISIONÄRE IN EUROPA ???

    SIEHE DIE VERNICHTUNG DER EUROPÄISCHER WIRTSCHAFT IN GANZ EUROPA !!!

    Deutsche Automobilindustrie ist nur noch einen CLAN OHNE ZIELE UND OHNE VISIONEN !!!

    VERKAUFEN DIESEL ABGASAUTOS DER NORM 6 STATT DER NORM 6 D UND VERKAUFEN DABEI WEITERHIN IHRE KUNDEN FÜR BLÖDE !!!

    UND DAS " EUGH " IN BRÜSSEL SCHAUT DEM SPIEL MUNTER ZU !!!

  • JEDER der sich mit dem IRAN anschließt gehört ebenso Sanktioniert wie der IRAN selbst !

    Barack Obama galt zum Teil berechtigt als Politischer Weichei !!!

    DIE SANKTIONEN GEGEN DEM IRAN MÜSSEN WELTWEIT WIEDER AUFGESTELLT WERDEN !!!

    GOTT SEI DANK IST US-PRESIDENT TRUMP AUCH AN DIE MACHT GEKOMMEN !!!

    Jetzt bekommt der Planet der LÄNGST FÄLLIGER GESAMT KORREKTUR VERPASST !!!

    Und wann bekommen wir in EUROPA AUCH EINEN TRUMP DAMIT ES AUCH HIER ENDLICH KORRIGIERT WIRD ???

    EUROPÄISCHER UNION BEENDEN WÄRE DIE ALLER ERSTE UNTERSCHRIFT !!!

  • Wen man will geht alles. Visionen in und für die Zukunft, das ist das Motto.

  • Katar und Iran sind unmittelbare Nachbarn - da ist es mehr als vernuenftig mitein-
    ander zu sprechen und das auf Botschafter-Ebene.

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