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Nahost-Konflikt Tote und Hunderte Verletzte bei „Marsch der Rückkehr“ in Gaza

Bei blutigen Zusammenstößen mit der israelischen Armee im Gazastreifen sind am Freitag mindestens zwölf Palästinenser getötet worden.
Update: 30.03.2018 - 18:54 Uhr Kommentieren
Die Protestaktion hat zu blutigen Zusammenstößen zwischen dem israelischen Militär und Palästinensern geführt. Quelle: dpa
„Marsch der Rückkehr“

Die Protestaktion hat zu blutigen Zusammenstößen zwischen dem israelischen Militär und Palästinensern geführt.

(Foto: dpa)

Gaza Bei einem Protestmarsch tausender Palästinenser an der Grenze des Gazastreifens zu Israel sind am Freitag mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Elf seien von israelischen Soldaten erschossen worden, ein zwölfter sei vor dem Beginn der Protestaktionen durch israelischen Panzerbeschuss ums Leben gekommen, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Das israelische Militär erklärte, die Soldaten hätten das Feuer auf die Rädelsführer eröffnet, nachdem diese sie mit Steinen beworfen hätten.

Seit Monaten ist es im Gazastreifen nicht mehr zu solch opferreichen Unruhen gekommen. Damals war der Anlass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump gewesen, gegen die die Palästinenser Sturm gelaufen waren. Diesmal hatte die radikalislamische Hamas zu einem Protestmarsch aufgerufen, um das Anrecht der Palästinenser auf ihre früheren Gebiete im heutigen Israel zu untermauern.

Die Hamas hatte Sitzblockaden an der Grenze angekündigt und betont, sie würden friedlich bleiben. Doch schon nach kurzer Zeit geriet der Protest außer Kontrolle. Das israelische Militär teilte mit, Tausende Palästinenser hätten brennende Reifen in Richtung der israelischen Soldaten gerollt und Steine geworfen. Die Truppen setzten daraufhin Tränengas, Gummigeschosse und scharfe Munition ein. Neben den zwölf Toten zählte das palästinensische Gesundheitsministerium auch mehr als 1000 Verletzte.

Nach palästinensischen Medienberichten kamen mehr als 20.000 Menschen zu den Protesten. Die radikal-islamische Hamas wollte mit der Aktion ihren Anspruch auf ein „Recht auf Rückkehr“ für palästinensische Flüchtlinge und deren Nachkommen in das Gebiet des heutigen Israels untermauern. Israel lehnt eine Rückkehr in das eigene Staatsgebiet ab.

Fotos zeigten am Freitagmorgen zahlreiche Zelte. Demonstranten verbrannten Bilder von US-Präsident Donald Trump. Die USA hatten im Dezember einseitig Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt und damit den Zorn der Palästinenser auf sich gezogen. Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt für einen eigenen Staat neben Israel.

Die Proteste sollen bis zum 15. Mai dauern. Anlass sind Feiern zum 70. Jahrestag der Gründung Israels. Die Palästinenser begehen den 15. Mai als Nakba-Tag (Tag der Katastrophe), weil im ersten Nahost-Krieg 1948 rund 700´.000 Palästinenser flohen oder vertrieben wurden.

Mit Beginn der geplanten Massenproteste im Gazastreifen hat Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman die Menschen vor einer Annäherung an den Grenzzaun gewarnt. „Jeder, der sich dem Zaun nähert, riskiert sein Leben“, warnte Lieberman am Freitag auf Twitter auf Arabisch. Die Armee hat nach einem Bericht der israelischen Nachrichtenseite „ynet“ bereits vor den Protesten mehr als 100 Scharfschützen in der Nähe der Grenze postiert.

  • dpa
  • ap
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