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Nahostkonflikt Iran feuert Raketen auf irakische Basis mit US-Soldaten

Mindestens zwei auch von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak sind mit Raketen aus dem Iran angegriffen worden. Irans Revolutionsgarden warnen die USA vor Gegenangriffen.
08.01.2020 Update: 08.01.2020 - 06:49 Uhr Kommentieren

Iranische Raketen treffen US-Militärstützpunkte im Irak

Der Iran hat aus Vergeltung für die Tötung seines Top-Generals Ghassem Soleimani zwei auch von US-Soldaten genutzte Militärstützpunkte im Irak angegriffen. Betroffen seien der Luftwaffenstützpunkt Al Asad im Zentrum des Iraks und eine Basis in der nördlichen Stadt Erbil, erklärte das US-Verteidigungsministerium in der Nacht zum Mittwoch.

Nach einem Bericht des iranischen Staatsfernsehens sollen 80 Menschen ums Leben gekommen sein. Das Fernsehen spricht von getöteten „amerikanischen Terroristen“. Außerdem seien Hubschrauber und militärische Ausrüstung des US-Militärs schwer beschädigt worden. Insgesamt seien 15 iranische Raketen auf US-Ziele abgeschossen worden. Keine davon sei abgefangen worden.

Aus den USA gibt es noch keine Berichte über mögliche Opfer. Die US-Soldaten wurden einem Medienbericht zufolge jedoch vor dem Angriff gewarnt. Dank eines frühzeitigen Alarms hätten diejenigen im Gefahrenbereich Zeit gehabt, sich in Schutzbunkern in Sicherheit zu bringen, berichtete CNN unter Berufung auf einen Angehörigen des US-Militärs.

Nach den Raketenangriffen haben die iranischen Revolutionsgarden den „großen Satan“ USA vor Gegenangriffen gewarnt. Jede US-Reaktion werde mit einer härteren Reaktion erwidert, schrieben die iranischen Revolutionsgarden am frühen Mittwoch in einer Presseerklärung.

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    Außerdem sollten die Verbündeten der USA wissen, dass auch ihre den Amerikanern zur Verfügung gestellten Stützpunkte Ziel iranischer Angriffe werden könnten, falls von dort aus Angriffe auf den Iran erfolgen sollten, hieß es in der Erklärung weiter. Die USA sollten ihre Truppen abziehen, damit deren Leben nicht gefährdet werde.

    In Erbil sind auch deutsche Bundeswehr-Soldaten stationiert. „Wir stehen in Kontakt mit den Soldaten. Den Soldaten geht es gut“, sagte ein Sprecher des Einsatzführungskommandos der Deutschen Presse-Agentur. Die Bundeswehr-Soldaten hätten einen Schutzraum aufgesucht und die Situation abgewartet, wie es in derartigen Fällen üblich sei. Details zu dem Angriff konnte der Sprecher nicht nennen. Aktuell seien in Erbil 115 deutsche Soldaten stationiert.

    Die iranischen Revolutionsgarden teilten mit, bei der „Operation Märtyrer Soleimani“ sei der attackierte Luftwaffenstützpunkt Al Asad „vollständig zerstört“ worden. Der Angriff mit ballistischen Boden-Boden-Raketen auf die „von den Amerikanern besetzte“ Basis sei „in jeder Hinsicht ein voller Erfolg“.

    Zwar hatten örtliche schiitische Milizen, die vom Iran unterstützt werden, die US-Stützpunkte im Irak zuletzt häufiger mit technisch einfacheren Raketen angegriffen. Ein direkter Angriff aus dem Iran markiert jedoch eine neue Eskalationsstufe im Konflikt zwischen den USA und dem Iran.

    „Wir arbeiten an ersten Schadenseinschätzungen“, sagte der Pentagon-Sprecher. Die USA würden alle notwendigen Maßnahmen ergreifen, um ihre Soldaten, Partner und Verbündeten in der Region zu schützen und zu verteidigen. US-Präsident Donald Trump beobachte die Entwicklung genau. Außenminister Mike Pompeo und Verteidigungsminister Mark Esper kamen zu Beratungen ins Weiße Haus.

    Trump kündigte an, sich am Mittwochmorgen (Ortszeit) äußern zu wollen. „Alles ist gut!“, schrieb er auf Twitter. Derzeit würden mögliche Opfer und Schäden bewertet. „So weit so gut!“, fügte Trump hinzu. „Wir haben das stärkste und am besten ausgestattete Militär überall auf der Welt, bei weitem!“. Zuvor waren im Weißen Haus die wichtigsten Minister von Trump zu einer Krisensitzung zusammengekommen.

    Trump hatte am Dienstag vor den Angriffen gesagt: „Falls der Iran irgendetwas macht, was er nicht tun sollte, werden sie die Konsequenzen erleben. Und das sehr stark.“ Im Irak sind rund 5000 US-Soldaten stationiert, die ein internationales Militärbündnis zum Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) anführen.

    Soleimani war in der Nacht zum Freitag von US-Drohnen in der irakischen Hauptstadt Bagdad getötet worden. Washington erklärte danach, der Chef der Al-Kuds-Einheiten habe Angriffe auf US-Bürger geplant. Soleimani war der wichtigste Vertreter des iranischen Militärs im Ausland. Er galt als Architekt der iranischen Militärstrategie in den Nachbarländern. Im Iran wird er nun als Märtyrer verehrt.

    Nach den Raketenangriffen hat die amerikanische Luftfahrtbehörde FAA US-Flugzeugen die Nutzung des Luftraums in Teilen des Nahen Ostens untersagt. Über dem Persischen Golf, dem Golf vom Oman, im Irak und im Iran dürften in den USA registrierte Flugzeuge „wegen erhöhter militärischer Aktivitäten und steigender politischer Spannungen“ nicht mehr operieren, hieß es in einer Mitteilung. Es gebe ein erhöhtes Risiko, das ein Flugobjekt falsch identifiziert werde.

    USA-Iran-Konflikt: Um was es im Nahen Osten wirklich geht

    Mehr: Alle aktuellen Entwicklungen im Konflikt zwischen den USA und dem Iran lesen Sie im Newsblog.

    • rtr
    • dpa
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