Wladimir Putin

Das russische Außenministerium kritisierte die US-Entscheidung scharf und drohte mit einer Erwiderung.

(Foto: AP)

Namen, statt Sanktionen Putin sieht in US-„Oligarchenliste“ Belastung für Beziehungen

Entgegen der Drohungen, haben die USA doch keine neuen Sanktionen gegen Russland verhängt. Das sei nicht nötig gewesen, sagte das US-Außenministerium zur Begründung. Dafür gibt es nun eine Putin-Liste.
Update: 30.01.2018 - 14:07 Uhr 1 Kommentar

WashingtonDie US-Regierung von Präsident Donald Trump wird Russland überraschend vorerst doch nicht mit neuen Sanktionen belegen. Allein die Drohung mit neuen Strafmaßnahmen sei abschreckend genug gewesen – Sanktionen gegen einzelne Personen seien nicht nötig, teilte das US-Außenministerium am Montag mit. Die Regierung legte aber eine Liste mit 114 Personen vor, die von ihren Verbindungen zum russischen Präsidenten Wladimir Putin profitiert haben sollen.

Die sogenannte Putin-Liste enthält auch Namen von 96 Oligarchen, die nach Angaben des US-Finanzministeriums jeweils geschätzt mindestens eine Milliarde Dollar besitzen. Die Sprecherin des US-Außenministeriums, Heather Nauert, sagte, ausländische Regierungen hätten russische Verteidigungsankäufe in Höhe von mehreren Milliarden Dollar aufgegeben.

Der russische Präsident reagierte verärgert auf die Veröffentlichung der sogenannten Oligarchenliste und warnte vor einer Verschlechterung der Beziehungen. Das Vorgehen der USA sei ein unfreundlicher Akt, sagte Putin am Dienstag. Die Liste werde die Beziehungen zwischen beiden Staaten komplizierter machen. Vorerst sehe Russland aber von Gegenmaßnahmen ab, denn Russland sei an einer Verbesserung der Beziehungen interessiert.

In den Vereinigten Staaten untersucht unter anderem ein FBI-Sonderermittler Russlands mutmaßliche Einflussnahme auf die US-Wahl 2016. Der US-Regierung wird vorgeworfen, zu schwach gegen Moskau vorzugehen.

Ende des Jahres hatte US-Außenminister Rex Tillerson gesagt, ein Grund, warum die USA in der Sache zurückhaltend vorgingen, seien ihre internationalen Verbündeten. Die Türkei etwa, ein Nato-Verbündeter, hat einen Vertrag zum Kauf des russischen Luftabwehrsystems S-400 abgeschlossen. Saudi-Arabien hat jüngst mehrere Vereinbarungen mit Moskau geschlossen, darunter auch Waffenverträge.

  • dpa
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