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Nato-Chef Rasmussen Der Scharfmacher tritt ab

Ab Donnerstag tagt die Nato in Wales über ihr weiteres Vorgehen gegenüber Russland. Für Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen wird es wohl der letzte Gipfel sein. Seine Haltung in der Ukraine-Krise ist umstritten.
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Scheidender Nato-Chef Rasmussen: „Wir müssen uns heute der Tatsache stellen, dass Russland die Nato nicht als Partner sieht“. Quelle: dpa

Scheidender Nato-Chef Rasmussen: „Wir müssen uns heute der Tatsache stellen, dass Russland die Nato nicht als Partner sieht“.

(Foto: dpa)

Düsseldorf Schon früh in seinem Leben wusste Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, was er will. Der heute 61-Jährige wuchs auf einer Farm im ländlichen Osten Dänemarks auf. Als Kind spielte er gerne mit seinen Brüdern Politik. Und er war dabei immer der Ministerpräsident. Jahrzehnte später, 2001, sollte er dann wirklich der Regierungschef Dänemarks werden. Und acht Jahre danach ernannte ihn die Nato zu ihrem Generalsekretär. Dieses Amt übergibt Rasmussen nun am 1.Oktober an seinen Nachfolger Jens Stoltenberg.  

Durch die Ukraine-Krise gewinnt die Nato derzeit wieder an Bedeutung und medialer Aufmerksamkeit. Auch Rasmussen stand in den vergangenen Monaten häufig im Fokus der Medien. Mehrfach kritisierte er Russlands Politik, mit harten Worten. Am 29. August etwa sagte er: „Wir verdammen in schärfster Art und Weise, dass Russland fortgesetzt seine internationalen Verpflichtungen missachtet.“

Zu seinem letzten Nato-Gipfel am Donnerstag in Newport, Wales, bekommt der Däne, was er sich gewünscht hat: eine neue Eingreiftruppe, die innerhalb kurzer Zeit an Gefahrenherde verlegt werden kann. „Das wird ein entscheidender Gipfel in der Geschichte der Nato sein“, sagte der Däne am Montag. Die Allianz habe einen Aktionsplan erarbeitet, mit dem sie ihre Präsenz in Osteuropa und ihre Reaktionsfähigkeit bei Krisen „bedeutend“ erhöhen wolle. Kernstück sei die neue Truppe, die künftig als „Speerspitze“ die Sicherheit von Nato-Staaten gewährleisten soll.

Jeder mögliche Aggressor müsse wissen, dass er bei einem Angriff auf ein Nato-Land „nicht nur auf die nationalen Truppen trifft, sondern auf Nato-Truppen“, polterte Rasmussen. „Wir müssen uns heute der Tatsache stellen, dass Russland die Nato nicht als Partner sieht“.

Rasmussens Wunsch in der aufgeheizten Stimmung, die Ukraine könne auch noch an Nato-Übungen teilnehmen, stößt unter anderem beim Schweizer Friedensforscher Daniele Ganser auf Unverständnis. „Er provoziert zu viel. Damit hat er dem Frieden in Europa keinen Dienst erwiesen“, sagt der Schweizer Historiker und Leiter des Swiss Institute for Peace and Energy Research.

Für seine Wortwahl musste Rasmussen immer wieder Kritik einstecken. Bei einem Gespräch der Nato über ihr Vorgehen in Libyen soll sich der Generalsekretär derart im Ton vergriffen haben, dass der deutsche und der französische Botschafter den Saal verließen.

Ein Anliegen des Dänen in seiner Amtszeit als Generalsekretär war die Erweiterung der Nato Richtung Osteuropa. Diese Politik hält Ganser für einen Fehler. Er negiere damit das russische Sicherheitsbedürfnis und vertrete somit nicht dänische Werte wie Toleranz und Ausgleich. „Stattdessen vertritt Rasmussen nordkoreanische Werte, wie das Festhalten an seiner Position um jeden Preis“, sagt Ganser, der zu Nato-Geheimtruppen in Europa geforscht hat.

Schon bei der Nominierung umstritten
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15 Kommentare zu "Nato-Chef Rasmussen: Der Scharfmacher tritt ab"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Ich wiederhole mich, Frau Fürch. Den Krieg in der Ukraine hat Putin angezettelt, nicht der von Ihnen als geifernd und kriegslüsternd qualizierte Rasmussen. (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Wie erfreulich, daß dieser geifernde, aufhetzende und kriegslüsterne Mann namens Rasmussen endlich abtritt. Aber wohin? Wo wird er denn zukünftig sein Unwesen treiben? Der Mann ist ja erst 61 Jahre alt und bekanntlich gibt es in den oberen Etagen der Gesellschaft keine Altersgrenze, sind bis weit über 80 Jahre aktiv an ihren Mahagoni-Schreibtischen. Vielleicht jetzt mit Pöstchen generalstabsmäßig direkt in der internationalen Rüstungsindustrie? Das hat das Handelsblatt nicht herausgefunden bzw. nicht mitgeteilt.

    Ich hoffe, der neue dänische Nachfolger ist vernünftiger, zeigt mehr Verständnis für das Verhalten, Lavieren und Agieren der Russen - und nicht so martialisch und kriegsgeil. Keine Ahnung, welchen Charakter Herr Stoltenberg aufgrund seiner Erziehung und Ausbildung entwickelt hat. Hoffentlich mehr demokratisch und nicht so autoritär bis verbissen.

  • @ CvS

    Hier finden Sie den offenen Brief einiger amerikanischer Geheimdienstveteranen an Frau Merkel in dem sie vor der ukrainischen Propaganda und gleichzeitig vor Putins Panzern, die kommen werden, wenn der Westen so ignorant weitermacht, warnen:

    http://warisacrime.org/content/memorandum-angela-merkel-chancellor-germany

    Gibts irgendwo auch auf deutsch, wenn sie es brauchen schaue ich mal, ob ich es wiederfinde...

  • Erstaunlich, diese vielen russlandfreundlichen Kommentare. Tatsache ist, dass Russland die Krim annektiert und somit mehrere Verträge einseitig gebrochen hat. Tatsache ist auch, dass die in der Ostukraine mordenden Terroristen dies mit Hilfe von Russland machen und ohne russische Hilfe schon längst ausgeschaltet wären.

  • Ja, wenn Herr Putin endlich aus dem Amt geschieden ist und sich vor dem europäischen Gerichtshof in Den Haag verantworten muss.

  • (...)

    Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte achten Sie auf unsere Netiquette: „Nicht persönlich werden“ http://www.handelsblatt.com/netiquette

  • Da es sich ohnehin nicht um eine Invasion handelt, konnte man von Anfang an der Tagespresse entnehmen, dass abgesehen von den Vertretern der Ukrainischen Regierung dieser Ausdruck nicht benutzt wurde.

  • Ja der Herr Rasmussen, er hat der Nato und Europa keinen Gefallen getan, er zeigt mit aller Deutlichkeit das die NATO wirklich nur der US Politik hoerig sind, und das heisst Krieg wann immer der Gespraechspartner nicht "Demokratisch" sein will oder sich vom Dollar Monopol loesen will. Herr Rasmussen ist ein Clown in einem grossen "Schauspiel"!

  • Wie - bitteschön - sollen sich Nato-Truppen von nationalen Truppen unterscheiden?
    Dadurch, dass sie technisch besser ausgerüstet sind?
    Das sind nur die Amerikaner.
    Dadurch, dass sie Kampftruppen sind? Also "kriegserfahren"? Auch das können nur die Amerikaner in größerem Stil von sich sagen.
    Selbst der Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan, der anfangs als Polizeieinsatz zum Schutz von Mädchenschulen etikettiert wurde, kann nicht als "kriegserfahrung" gezählt werden.

    Rasmussens Säbelrasseln ist unklug und unglaubwürdig, denn der koordinierte Einsatz von Bodentruppen - ob in Syrien oder der Ukraine - ist bei dem bunt zusammengewürfelten Haufen vollkommen unmöglich.

    Bleiben gezielte Schläge aus der Luft - das können die Amerikaner auch ohne das Deckmäntelchen "Nato".

    Fazit: Aufgabe der Nato ist, auf De-Eskalation zu setzen, das heißt es gilt das Motto: speak softly and carry a big stick. Den big-stick-Teil leisten die Amerikaner, den Teil des Sprechens hat Rasmussen überhaupt nicht verstanden. Hoffentlich kann Stoltenberg das besser.

  • Amerikanische Geheimdienstkreise haben Frau Merkel in einem Brief darauf hingewiesen, dass die Behauptungen einer "Russischen Invasion" in der Ostukraine Falschbehauptungen sind und es keine verifizierbaren Quellen gibt, die diese Behauptungen unterstützten.

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