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Nato erbost Russischer Jet dringt in türkischen Luftraum ein

Ein russisches Kampfflugzeug ist am Montag in den türkischen Luftraum eingedrungen. Die Türkei drohte damit, im Falle einer Wiederholung zurückzuschlagen. Die USA seien äußerst besorgt, erklärte Außenminister Kerry.
05.10.2015 - 20:44 Uhr
Mit der Verletzung des türkischen Luftraums verärgert Russland die Nato. Quelle: ap
Russischer Kampfjet

Mit der Verletzung des türkischen Luftraums verärgert Russland die Nato.

(Foto: ap)

Istanbul Die Verletzung des türkischen Luftraumes durch ein russisches Kampfflugzeug sorgt für neue Spannungen zwischen der Nato und der Regierung in Moskau. Der Nato-Rat bezeichnete den Vorfall am Montag als unverantwortlich und extrem gefährlich. Nach einer Dringlichkeitssitzung forderten die Nato-Botschafter Russland mit Nachdruck auf, derartige Vorstöße zu unterlassen.

Die Türkei drohte damit, im Falle einer Wiederholung zurückzuschlagen. Nach Angaben des Außenministeriums in Ankara hatten zwei türkische F-16 am Samstag einen aus Syrien kommenden russischen Kampfjet abgefangen. Die Maschine sei daraufhin abgedreht.

Der Nato-Rat forderte Russland zu einer Erklärung auf und verurteilte die Verletzung des türkischen und damit auch Nato-Luftraums. Generalsekretär Jens Stoltenberg appellierte an Russland, sich zurückzuhalten und eine Eskalation zu vermeiden.

Die Türkei legte beim russischen Botschafter Protest ein. Russland werde "für jedes unerwünschte Ereignis verantwortlich gemacht, das sich ereignen könne", wenn sich ein derartiger Vorfall wiederhole, sagte Außenminister Feridun Sinirlioglu. Ministerpräsident Ahmet Davutoglu sagte, aus Moskau sei signalisiert worden, dass es sich um einen einmaligen Fehler gehandelt habe. Aus Russland kam zunächst keine offizielle Darstellung. Es wurde lediglich bestätigt, dass der Botschafter einbestellt wurde und Untersuchungen liefen.

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    US-Außenminister John Kerry erklärte, man sei äußerst besorgt. Es habe sich um einen Vorfall gehandelt, der zu einer Eskalation hätte führen können, wenn der Jet etwa abgeschossen worden wäre. Russland sei verpflichtet, sich an die internationalen Standards zu halten.

    Die russische Luftwaffe fliegt seit der vergangenen Woche Luftangriffe, um der Armee von Präsident Baschar al-Assad "im Kampf gegen Terroristen sowie radikale Organisationen" zu helfen. Die USA und andere westliche Staaten werfen Russland vor, nicht nur den IS zu bekämpfen, sondern auch andere Aufständische.

    Dagegen findet der russische Einsatz vor allem bei Schiiten Beifall. Nachdem die Regierung in Bagdad bereits erklärt hatte, sie würde eine Ausweitung der russischen Luftangriffe gegen den IS auf ihr Territorium gutheißen, äußerte sich die einflussreichste schiitische Miliz ähnlich. Es wäre erfreulich, wenn Russland die IS-Stellungen im Irak und Nachschubwege nach Syrien bombardieren würde, sagte ein ranghoher Vertreter der Badr-Brigade.

    • rtr
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