Nato Generalsekretär Stoltenberg bleibt im Amt

Die Vertreter der 29 Nato–Bündnisstaaten einigten sich auf die Vertragsverlängerung des früheren norwegischen Regierungschefs. Damit darf Stoltenberg das Amt des Generalsekretärs bis Ende September 2020 ausüben.
Update: 12.12.2017 - 15:59 Uhr 1 Kommentar
Der 58-Jährige soll bis 2020 Generalsekretär der Nato bleiben. Quelle: AFP
Jens Stoltenberg

Der 58-Jährige soll bis 2020 Generalsekretär der Nato bleiben.

(Foto: AFP)

BrüsselDie Nato-Staaten haben Generalsekretär Jens Stoltenberg für weitere zwei Jahre das Vertrauen ausgesprochen. Vertreter der 29 Alliierten beschlossen am Dienstag einstimmig, den Vertrag des früheren norwegischen Regierungschefs bis Ende September 2020 zu verlängern. Die Bündnispartner hätten weiter vollstes Vertrauen, dass Stoltenberg die Anpassung der Nato an die sicherheitspolitischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts voranbringen werde, schrieben sie im Anschluss in einer gemeinsamen Stellungnahme.

Zu den aktiven Unterstützern einer Vertragsverlängerung für Stoltenberg gehörte unter anderem die Bundesregierung. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) und Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) hatten in der vergangenen Woche öffentlich dafür geworben, weiter auf den 58-Jährigen zu setzen.

Ohne die Verlängerung wäre Stoltenbergs Vertrag im September des kommenden Jahres nach vier Jahren ausgelaufen. Stoltenberg teilte am Dienstag mit, er sei dankbar über die Entscheidung und fühle sich geehrt. Er werde weiter daran arbeiten, die Nato zu stärken.

Große Anerkennung genießt der Norweger vor allem wegen seiner Arbeit als geschickter Vermittler zwischen den teils sehr unterschiedlichen Interessen der 29 Nato-Staaten. Er übernahm das Amt 2014 von dem Dänen Anders Fogh Rasmussen, der zuletzt einen Ruf als „Scharfmacher“ gegen Russland hatte.

Der Kurs von Stoltenberg gilt als deutlich dialogorientierter. In seiner bisherigen Amtszeit als Generalsekretär rüstete die Nato zwar weiter stark auf, um auf Russlands Einmischung in den Ukraine-Konflikt zu reagieren. Zugleich wurde aber auch der lange auf Eis liegende Dialog im Nato-Russland-Rat wieder aufgenommen.

Als Verdienst Stoltenbergs gilt auch die Beilegung des von US-Präsident Donald Trump angeheizten Streits um die Verteidigungsausgaben der europäischen Bündnisstaaten.

Zudem war es auch Stoltenbergs Vermittlungsbemühungen zu verdanken, dass eine Auseinandersetzung um ein Besuchsverbot für deutsche Bundestagsabgeordnete auf dem türkischen Nato-Stützpunkt in Konya nicht eskalierte. De Norweger erreichte, dass ein Truppenbesuch deutscher Abgeordneter bei Bundeswehrsoldaten in Konya über die Nato möglich gemacht wurde. Eine Reise auf Eigeninitiative des Bundestags hatte die Regierung in Ankara im Juli unter Hinweis auf die schlechten bilateralen Beziehungen verhindert.

Bevor Stoltenberg zur Nato kam, war er fast zehn Jahre Ministerpräsident seines Heimatlandes. In dieser Funktion erlebte er auch die Anschläge des rechtsextremen Massenmörders Anders Behring Breivik im Sommer 2011. Stoltenberg ist Vater von zwei erwachsenen Kindern. Zu seinen Hobbys zählen Skilanglauf und Wandern.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Nato: Generalsekretär Stoltenberg bleibt im Amt"

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  • Warum wird dieser Herr wieder gewählt. - Der stand doch wie ein Schuljunge beim ersten Treffen mit Trump und hat sich wie der Kofferträger von Trump aufgeführt.

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