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Nato IfW: Sanktionslasten erhöhen Deutschlands Nato-Beitrag

Durch die hohen Sanktionskosten trägt Deutschland mehr zum Nato-Beitrag bei als angenommen. Das liege auch an der Veränderung außenpolitischer Strategien.
23.10.2020 - 12:58 Uhr Kommentieren
Wirtschaftssanktionen verursachen in Ländern wie Deutschland und Litauen hohe Kosten, in den USA dagegen kaum. Trump macht seit Beginn seiner Präsidentschaft Druck auf Deutschland die Ausgaben für die Nato zu erhöhen. Quelle: AFP
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Wirtschaftssanktionen verursachen in Ländern wie Deutschland und Litauen hohe Kosten, in den USA dagegen kaum. Trump macht seit Beginn seiner Präsidentschaft Druck auf Deutschland die Ausgaben für die Nato zu erhöhen.

(Foto: AFP)

Berlin Deutschland trägt nach Einschätzung des Kieler Instituts für Wirtschaftsforschung (IfW) finanziell mehr zur globalen Sicherheit in der Nato bei, als allgemein berechnet und von US-Präsident Donald Trump kritisiert. Dies liege an den Lasten der Wirtschaftssanktionen, die zum Beispiel gegen Russland verhängt wurden.

Die Nato und insbesondere die USA verfolgten geostrategische Ziele nicht mehr nur militärisch, sondern auch mit Wirtschaftssanktionen, erklärte das IfW. Diese verursachten in Ländern wie Deutschland und Litauen hohe Kosten, in den USA dagegen kaum. Weil dieser „war by other means“ (Krieg mit anderen Mitteln) „von den USA zunehmend als Teil einer außenpolitischen Strategie betrachtet“ werde, sei es gerechtfertigt, deren Lasten als „monetären Beitrag zur Nato anzuerkennen“, sagte IfW-Präsident Gabriel Felbermayr anlässlich einer am Freitag veröffentlichten IfW-Studie.

Der Studie „The Economic Costs of War by Other Means“ („Die wirtschaftlichen Kosten des Krieges mit anderen Mitteln“) zufolge steigt Deutschlands Finanzbeitrag für die Verteidigung von 1,57 auf 1,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), wenn man die Lasten der Wirtschaftssanktionen einbezieht.

Der US-Beitrag erhöhe sich dagegen nur von 3,87 auf 3,88 Prozent des BIP. Relativ am höchsten seien die Sanktionskosten für Litauen mit 1,56 Prozent des BIP, womit das Land 3,84 Prozent seiner Wirtschaftsleistung zu den Nato-Zielen beitrage.

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    Basis der Berechnung sind Nato-Angaben zu den Verteidigungsausgaben sowie aktuelle Handelsdaten. Deutschland und die EU lägen unter Einbeziehung der Sanktionskosten mit ihren Beiträgen zu den Nato-Zielen nur noch knapp unter der angestrebten Zwei-Prozent-Marke des BIP. „Die Kritik der USA an unseren Verteidigungsausgaben wird dadurch deutlich entkräftet“, sagte Felbermayr.

    Wirtschaftssanktionen von Nato-Mitgliedern verursachen laut IfW pro Jahr geschätzt einen wirtschaftlichen Schaden in den Bündnisländern von knapp 34 Milliarden US-Dollar. Den Großteil tragen mit 29,5 Milliarden Dollar die Europäer. Deutschland trägt dabei mit 8,1 Milliarden Dollar die höchsten ökonomischen Kosten, was 0,23 Prozent des BIP entspricht. Die USA verlieren nur 2,6 Milliarden Dollar oder 0,01 Prozent ihres BIP.

    Mehr: Wenn Europa die „Sprache der Macht“ sprechen will, muss es seine Wirtschaftskraft nutzen

    • dpa
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