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Nato Streit um Raketenabwehr: Türkei erteilt USA erneut eine Absage

Die Türkei will nicht von ihrem Raketenabwehrsystem-Deal mit Russland zurücktreten. US-Vizepräsident Mike Pence kritisiert die türkische Haltung.
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Washington fürchtet, dass Russland über das Abwehrsystem an sensible Daten über die Fähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte. Die US-Regierung will der Türkei stattdessen ihr Flugabwehrraketensystem Patriot verkaufen. Quelle: dpa
F-35-Jet

Washington fürchtet, dass Russland über das Abwehrsystem an sensible Daten über die Fähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte. Die US-Regierung will der Türkei stattdessen ihr Flugabwehrraketensystem Patriot verkaufen.

(Foto: dpa)

WashingtonDie Türkei hat den US-Forderungen nach einem Verzicht auf den Kauf eines umstrittenen russischen Raketenabwehrsystems erneut eine klare Absage erteilt. „Der S-400-Deal ist geschlossen, wir werden davon nicht zurücktreten“, sagte der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu am Mittwoch vor dem Beginn eines Nato-Treffens in Washington. Er halte es auch nicht für ausgemacht, dass die Türkei deswegen auf amerikanische F-35-Kampfjets verzichten müsse.

Das Raketenabwehrsystem S-400 müsse nicht mit Nato-Systemen kompatibel sein, sagte er. Es sei ein Verteidigungssystem für den Eigengebrauch. Cavusoglu warnte die USA auch davor, die Türkei vor die Wahl zu stellen, entweder gute Beziehungen zu Russland oder zu den USA zu haben. Das Beispiel Ukraine habe gezeigt, wohin so etwas führen könne, sagte er mit Blick auf den dortigen Bürgerkrieg.

US-Vizepräsident Mike Pence kritisierte die türkische Haltung. Der Kauf des S-400-Systems stelle ein großes Risiko für die Nato dar, sagte er bei einer Rede in Washington. Die Türkei riskiere, von dem F-35-Programm ausgeschlossen zu werden.

Die USA hatten aus Unmut über die geplante Installierung des russischen S-400-Systems in der Türkei zuletzt die Auslieferung von Material für F-35-Kampfjets an Ankara vorerst gestoppt. Solange die türkische Regierung nicht auf das russische Luftabwehrsystem S-400 verzichte, würden die Auslieferungen und Aktivitäten rund um die F-35-Jets zunächst ausgesetzt, teilte das US-Verteidigungsministerium mit.

Der Ankauf des Systems aus Russland ist seit Längerem ein großer Streitpunkt zwischen den USA und der Türkei. Washington fürchtet, dass Russland über das Abwehrsystem an sensible Daten über die Fähigkeiten der F-35-Jets gelangen könnte. Die US-Regierung will der Türkei stattdessen ihr Flugabwehrraketensystem Patriot verkaufen.

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  • dpa
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