Naturkatastrophe Trump als Krisenmanager – Sturm „Florence“ stellt US-Präsident auf die Probe

„Florence“ wütet über die Südostküste der USA. Präsident Trump will als Krisenmanager auftreten, zettelt jedoch Streit über einen anderen Sturm an.
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Während „Florence“ an der Südostküste wütet fokussiert sich der US-Präsident auf ein anderes Thema. Quelle: AP
Donald Trump

Während „Florence“ an der Südostküste wütet fokussiert sich der US-Präsident auf ein anderes Thema.

(Foto: AP)

New YorkDer Wirbelsturm „Florence“ hinterlässt eine Spur der Verwüstung an der Südostküste der USA. Vor allem die Bundesstaaten North Carolina und South Carolina wurden von Starkregen heimgesucht, Tausende Menschen mussten evakuiert werden, Häuser und Straßen wurden überschwemmt, Stromleitungen zerstört und mindestens 12 Menschen kamen bislang ums Leben. Mehr als 870.000 Häuser und Betriebe haben keinen Strom.

Alle Augen sind nun auf Washington gerichtet, wie die Trump-Regierung auf die enormen Sachschäden, Stromausfälle und Todesfälle reagiert. US-Präsident Trump versuchte bereits im Vorfeld den Eindruck größtmöglicher Kontrolle zu vermitteln. Bevor „Florence“ auf die US-Küste auftraf, betonte er unermüdlich, die Behörden, darunter die Katastrophenschutzbehörde FEMA, seien bestens gewappnet: „Wir sind absolut total vorbereitet“.

Am Samstag veröffentlichte das Weiße Haus ein Foto, welches Trump am Telefon zeigt, während Vizepräsident Mike Pence neben ihm mit verschränkten Armen und ernstem Gesichtsausdruck zuschaut.

Bereits am Mittwoch hatte sich Trump in einer Video-Botschaft an die Bewohner der betroffenen Gebiete gerichtet und erklärt: „Es ist ein großer Sturm und riesige Mengen an Wasser. Wir wollen, dass alle sicher sind. Wir sind bestens vorbereitet – Lebensmittel, Medizin, alles, was Sie sich vorstellen können – wir sind bereit. Aber trotzdem können schlimme Dinge passieren, wenn man von einem Sturm dieser Größe spricht. Es heißt Mutter Natur. Man weiß nie, aber wir wissen es.“

Als der Sturm am Freitag auf die Küste traf, feuerte er bei Twitter quasi im Minutentakt Mitteilungen vom Katastrophenschutz und Nothelfern ab und lobte deren Einsatz

Dabei ist scheinbar nicht seine ganze Aufmerksamkeit auf die Bewältigung der Schäden durch „Florence“ gerichtet. Er nutzt „Florence“ als Anlass, um den Umgang mit dem Sturm „Maria“ rückblickend als große Erfolgsgeschichte zu verkaufen. „Maria“ traf genau vor einem Jahr auf das US-Außengebiet Puerto Rico auf und richtete dort enormen Schaden an.

Monatelang waren die Inselbewohner ohne Strom, zum Teil sind sie es heute noch. Bei einem Besuch auf Puerto Rico zwei Wochen nach der Naturkatastrophe meinte Trump, die Bewohner können „stolz“ über die wenigen Todesopfer sein und warf wie ein Basketballspieler Küchenpapier in die Menge.

Nur wenige Stunden, nachdem die ersten Todesfälle durch „Florence“ gemeldet wurden, wandte sich Trump an seine 54,5 Millionen Follower und stellte stattdessen die Opferzahl des Hurrikans in Puerto Rico in Frage. Bei seinem Besuch auf der Insel wurde ihm gesagt, dass 16 Menschen gestorben waren, „viele Monate später“ stand die Opferzahl bei 64.

Doch dann, „wie von Geisterhand“, stieg die Zahl der Toten auf 3000. „DAS FÜNFZIGFACHE DER LETZTEN OFFIZIELLEN ZAHL - AUF KEINEN FALL!“, beschwerte sich Trump auf der Kurznachrichten-Plattform in der Nacht zum Samstag.

Trump will nun Anfang oder Mitte der kommenden Woche in die Küstengebiete reisen, die von „Florence“ getroffen wurden. Der Präsident kämpft gegen immer weiter sinkende Zustimmungswerte in der Bevölkerung. Wie seine Regierung auf den Hurrikan reagiert könnte auch Einfluss auf die wichtigen Zwischenwahlen im US-Kongress im November haben. Dabei steht die republikanische Mehrheit im Repräsentantenhaus auf dem Spiel.

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