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Nelson Mandela Statt Frieden herrscht Familienkrieg

Die Bürger nehmen Anteil an Nelson Mandelas kritischem Gesundheitszustand, seine Familie scheint das weniger zu scheren. Einige Verwandte des Friedensnobelpreisträgers wollen aus seiner Biografie Kapital schlagen.
05.07.2013 - 17:01 Uhr Kommentieren
Mandla Mandela, Enkel des Ex-Präsidenten Nelson Mandela, hat bereits ein Mandela-Museum gebaut. Quelle: Reuters

Mandla Mandela, Enkel des Ex-Präsidenten Nelson Mandela, hat bereits ein Mandela-Museum gebaut.

(Foto: Reuters)

Kapstadt Weltweit steht der Name von Nelson Mandela für Frieden und Versöhnung. Doch ausgerechnet im engsten Familienkreis des international verehrten Freiheitskämpfers ist zuletzt ein erbitterter Streit um die finanzielle Vermarktung seines Erbes ausgebrochen, der es ihm nach Ansicht von Stammesältesten unmöglich macht, in Frieden aus dem Leben zu scheiden. Die Ahnen, so heißt es, hätten seinen Clan verflucht und würden erst dann besänftigt, wenn der jüngste Familienstreit gütlich beigelegt würde.

Seit vier Wochen ringt der 94-Jährige nach einer neuerlichen Lungenentzündung in einer Privatklinik in Pretoria bereits mit dem Tod und wird inzwischen, wie eine eidesstaatliche Erklärung seiner Ärzte aus der letzten Woche belegt, zumindest zeitweise künstlich beatmet. Allerdings ist nirgendwo in dem Dokument von einem Wachkoma die Rede wie die Nachrichtenagentur afp behauptet hatte.

Auch die südafrikanische Regierung hatte zuletzt abermals ausdrücklich dementiert, dass sich Mandela in einem „vegetativen Zustand“ befände wie die Agentur schreibt. Er sei kritisch aber noch immer stabil. Auch Mandelas Ehefrau Graca Machel, die seit seiner Einlieferung in die Klinik am 8. Juni nicht von seiner Seite gewichen ist und in einem Nebenzimmer übernachtet, widersprach den Behauptungen am Donnerstag vor der Presse. Stattdessen sprach sie davon, dass ihr Mann sich bisweilen „unbehaglich“ fühle aber nicht an Schmerzen leide.


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    Auslöser der bislang schwersten Familienfehde ist sein schon länger umstrittener Enkel Mandla. Der 39-Jährige war 2007 in Mandelas Geburtsort Mvezo unter dubiosen Umständen zum Häuptling ernannt worden und hatte sich daraufhin prompt zum Nachlassverwalter seines berühmten Großvaters aufgeschwungen. Auf anscheinend illegal erworbenem Stammesland hat Mandla dort ein Mandela-Museum gebaut und auch die Grundmauern der längst zerfallenen Hütte nachgebaut, in der Mandela 1918 geboren wurde – offenbar in der Hoffnung, nach dem Tod seines weltberühmten Großvaters aus den dann erwarteten Pilgerströmen persönlich Kapital zu schlagen. Auch ein Hotel ist geplant.

    Gar nicht im Sinne von Mandla ist hingegen, dass sein Großvater bereits vor fast 20 Jahren testamentarisch verfügt hat, nach seinem Tod bei seinen Kindern im 25 Kilometer von Mvezo entfernten Qunu beigesetzt zu werden, wo er einst eine glückliche Kindheit verlebte und deshalb auch vor ein paar Jahren seinen Alterssitz baute. In der rund 250 Meter vom Wohnhaus entfernten Familiengruft der Mandelas waren zunächst bereits seine früh verstorbene Tochter Makaziwe, der 1969 bei einem Autounfall ums Leben gekommene Sohn Thembekile sowie sein 2005 an Aids verstorbener zweiter Sohn Makgatho, der Vater von Mandla, beigesetzt worden.

    Parkanlage für den Freiheitskämpfer
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