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Netzausrüster Diese Länder haben Huawei verbannt

Nicht nur die USA, auch andere Staaten sperren den chinesischen Netzausrüster Huawei aus. Doch es gibt auch Länder, die ein pauschales Verbot ablehnen. Eine Übersicht.
16.10.2019 Update: 16.10.2019 - 15:12 Uhr Kommentieren
Manche Länder verbannen Huawei, andere haben sich gegen ein pauschales Verbot von Produkten des chinesischen Ausrüsters entschieden. Quelle: Reuters
Huawei

Manche Länder verbannen Huawei, andere haben sich gegen ein pauschales Verbot von Produkten des chinesischen Ausrüsters entschieden.

(Foto: Reuters)

Düsseldorf Viele Staaten setzen sich kritisch mit dem chinesischen Netzausrüster Huawei auseinander. In den USA beispielsweise ist chinesische Technik seit Jahren weitgehend aus den Mobilfunknetzen verbannt. In Australien und Japan ist Huawei faktisch vom Aufbau des nächsten Mobilfunkstandards 5G ausgeschlossen.

Und in Taiwan, das Peking als abtrünnige Provinz betrachtet, dürfen sich chinesische Ausrüster seit dem Jahr 2013 nicht mehr an Regierungsraufträgen für das Mobilfunknetz beteiligen.

Trotz großer Anstrengungen der USA, ihre Verbündeten zum Ausschluss von Huawei zu drängen, haben sich viele Staaten gegen ein pauschales Verbot von Produkten des chinesischen Ausrüsters entschieden.

„Es gibt keinen technischen Grund, Huawei komplett aus dem 5G-Netz oder den Telekommunikationsnetzen Großbritanniens auszuschließen“, argumentierte der britische Abgeordnete Norman Lamb, der ein Komitee geleitet hatte, das sich mit dem Umgang mit Huawei beschäftigt hat.

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    London kam allerdings dennoch zu dem Schluss, Huawei zwar nicht im sensibelsten Bereich der Infrastruktur, dem Kernnetz, einzusetzen, im restlichen Teil der Mobilfunkarchitektur jedoch zuzulassen.

    Die Europäische Union (EU) hatte sich im März ebenfalls gegen ein pauschales Verbot von Huawei ausgesprochen und stattdessen die Mitgliedstaaten aufgefordert, den Umgang mit dem chinesischen Ausrüster kritisch zu prüfen.

    Huawei im Visier – Wieso der Tech-Riese in einer Vertrauenskrise steckt

    „Eine Abschwächung hat es nicht gegeben“

    Vergangene Woche legte die EU zusammen mit ihren Mitgliedstaaten und der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (Enisa) einen Bericht über die Sicherheit der 5G-Netze vor. Darin warnte sie vor staatlich unterstützten Akteuren, die das Interesse, die Absicht und auch die Fähigkeiten haben würden, ausgefeilte Angriffe auf 5G-Netze durchzuführen. Allerdings wurde in dem Bericht weder Huawei noch China genannt.

    Die Bundesregierung will, dass beim Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes verschiedene Ausrüster zum Zuge kommen. „Das wesentliche Element in den Sicherheitsanforderungen ist es, dass wir Diversifikation einfordern“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun am Mittwoch im Bundestag.

    Es könne immer sein, dass es in Zukunft Anbieter gebe, die nicht vertrauenswürdig seien – egal um welche Firma es gehe, ergänzte er in Anspielung auf die Sicherheitsbedenken gegen Huawei. Ein Telekommunikationsanbieter müsse in der Lage sein, Produkte der betreffenden Ausrüsterfirma gegebenenfalls aus dem Mobilfunknetz herauszulösen.

    Konkurrenzunternehmen sind etwa die europäischen Anbieter Ericsson und Nokia sowie das US-Unternehmen Cisco. Die Bundesregierung hat Huawei nicht ausgeschlossen, sondern Sicherheitskriterien vorgelegt, die alle 5G-Anbieter erfüllen müssen.

    Braun widersprach der Einschätzung, dass die von der Bundesnetzagentur veröffentlichten Sicherheitsanforderungen abgeschwächt worden seien. „Eine Abschwächung hat es nicht gegeben“, betonte der Kanzleramtschef. Die Formulierungen seien identisch mit den im März veröffentlichten Eckpunkten.

    Huawei-Verbot in Sicherheitskreisen umstritten

    Die drei deutschen Netzbetreiber Deutsche Telekom, Vodafone und Telefónica setzen alle Ausrüstung von Huawei ein. Sie hatten gewarnt, der Ausbau von 5G könnte sich deutlich verzögern und teurer werden, sollte Huawei ausgeschlossen werden. In Sicherheitskreisen ist ein Verbot von Huawei sehr umstritten. „Ein Ausschluss von Huawei macht unsere Netze nicht sicher“, sagte ein ranghoher Cybersicherheitsexperte eines deutschen Großkonzerns.

    Auch die europäischen Netzausrüster Nokia und Ericsson produzieren ihre Komponenten in China. Sollten Pekings Sicherheitsbehörden eine Attacke planen, könnten sie auch auf die in der Volksrepublik gefertigten Komponenten von Nokia und Ericsson zugreifen.

    Zudem warnt der Cybersicherheitsexperte vor einem vereinfachten Blick auf die Mobilfunknetze. „5G wird nicht neu gebaut. Die Technik setzt auf unsere bestehenden 4G-Netze auf und wird die Zwischenstufe zu 6G sein“, hob er hervor. Daher sei es auch falsch zu glauben, ein einzelner Ausrüster könnte für 5G ausgeschlossen werden und das erhöhe die Sicherheit insgesamt im Netz.

    Mehr: Der Technikchef von Ericsson spricht über die Kritik an Huawei und erklärt, warum seine Firma – anders als die Konkurrenz – Quellcodes nicht offenlegen will.

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