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Neue Ausschreitungen Hongkonger Aktivist Joshua Wong kandidiert bei Kommunalwahl

Der 22-jährige Wortführer der Hongkonger Protestbewegung will in den Bezirksrat einziehen – und warnt bereits vor einem möglichen Ausschluss von der Wahl.
Update: 28.09.2019 - 15:11 Uhr Kommentieren
Der Demokratieaktivist traf sich zuletzt auch mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas. Quelle: AFP
Joshua Wong

Der Demokratieaktivist traf sich zuletzt auch mit dem deutschen Außenminister Heiko Maas.

(Foto: AFP)

Hongkong Der bekannte Hongkonger Demokratieaktivist Joshua Wong will bei einer Kommunalwahl in seiner Heimat kandidieren. Sollte er von der Wahl zum Bezirksrat im November aus irgendwelchen Gründen ausgeschlossen werden, würde das den Protesten in Hongkong nur mehr Zulauf bescheren, warnte er die chinesische Führung bei der Bekanntgabe am Samstag.

Am Samstag kam es bei einer Großkundgebung auch erneut zu Ausschreitungen, anlässlich des fünften Jahrestags der sogenannten Regenschirm-Proteste gegen die chinesische Führung in Hongkong. Mehrere Regierungsgegner, von denen viele vermummt und schwarz gekleidet waren, blockierten eine Straße unweit des Hauptquartiers der chinesischen Volksbefreiungsarmee in der ehemaligen britischen Kronkolonie.

Sie warfen Steine, beschimpften die Polizei, besprühten Geschäfte mit Graffiti und blendeten einen Hubschrauber mit Laserpointern. Auch Fenster von Regierungsgebäuden wurden eingeschlagen. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Pfefferspray.

Wong gilt seit Beginn der Proteste als einer der Wortführer. Im Zuge der Proteste blockierten die Demonstranten unter anderem 79 Tage lang wichtige Straßen, um damit für eine freie Wahl der Regierung von Hongkong zu protestieren.

Die chinesische Führung gab damals allerdings nicht nach. Seit Monaten demonstrieren Bewohner Hongkongs nun wieder. Auslöser war diesmal ein umstrittenes Gesetzesvorhaben, das eine Auslieferung von Verdächtigen nach China ermöglich hätte. Die Demonstranten erreichten, dass die Hongkonger Regierung die Pläne zurücknahm, sie demonstrieren aber jetzt auch wieder für mehr Demokratie und Transparenz.

Wong sagte, die Wahlen zum Bezirksrat seien wichtig, um eine Botschaft an Peking zu senden, dass die Menschen diesmal nicht aufgeben würden. „Vor fünf Jahren haben wir geschworen zurückzukehren und jetzt sind wir zurück, mit noch mehr Entschlossenheit“, sagte Wong. „Der bevorstehende Kampf ist der Kampf für unser Heim und unsere Heimat.“

Wong, der zuletzt auch in Deutschland für seine Sache geworben hatte, wurde im Zuge der Proteste bereits mehrmals festgenommen und inhaftiert. Er sei sich bewusst, dass er als Kandidat disqualifiziert werden könnte so wie mehrere andere aus der von ihm 2016 mitgegründeten Partei Demosisto, die ebenfalls bei Wahlen nicht antreten hatten dürfen. „Wenn sie mich disqualifizieren ... wird das nur mehr und mehr Dynamik generieren ... sie werden den Preis dafür zahlen.“

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  • ap
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