Neue Militärdoktrin Ukraine benennt Russland als Hauptgegner

25 Jahre lang lauerte der Feind der Ukraine im Westen – jedenfalls gemäß der Militärdoktrin des Landes. Jetzt hat der Sicherheits- und Verteidigungsrat die Doktrin „korrigiert“. Die neue Hauptbedrohung: Russland.
Die neue Militärdoktrin der Ukraine sieht den Versuch eines Nato-Beitritts vor. Quelle: dpa
Krieg in Donezk

Die neue Militärdoktrin der Ukraine sieht den Versuch eines Nato-Beitritts vor.

(Foto: dpa)

KiewDer Nationale Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine hat am Mittwoch den Entwurf einer neuen Militärdoktrin verabschiedet. Die Nachfolgerin der noch aus Sowjetzeiten stammenden Doktrin bezeichnet den einstigen engsten Verbündeten Russland als „größten militärischen Gegner“ und legt die „Bedingungen für eine Befreiung“ der von Russland annektierten Halbinsel Krim sowie der von pro-russischen Separatisten kontrollierten Gebiete in der Ostukraine fest, wie es in einer kurzen Erklärung des Rats nach seiner Sitzung hieß. Der Entwurf muss demnach noch von Präsident Petro Poroschenko gebilligt werden.

Vor Beginn der Sitzung erinnerte Poroschenko daran, dass die bisherige Doktrin davon ausging, dass die Hauptbedrohung aus dem Westen komme. Diese „irrige“ Annahme sei in den 24 Jahren der Unabhängigkeit der ehemaligen Sowjetrepublik niemals berichtigt worden, fügte der Präsident hinzu. Die neue Doktrin rechnet mit der „hohen Wahrscheinlichkeit“ einer ausländischen Militärintervention in der Ukraine und sieht vor, erneut einen Nato-Beitritt anzustreben.

Ferner beschloss der Rat eine Ausweitung der Sanktionen gegen Vertreter Russlands und anderer Staaten, die nach Auffassung Kiews die Separatisten in der Ostukraine finanzieren und unterstützen. Eine Liste der betroffenen Organisationen, Firmen oder Personen veröffentlichte er aber zunächst nicht.

Wie russische Soldaten zum Kult werden
Soldaten ohne Hoheitsabzeichen
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Im März 2014 waren auf der ukrainischen Halbinsel Krim plötzlich Soldaten ohne nationales Hoheitsabzeichen aufgetaucht und stellten den Westen und Kiew damit vor vollendete Tatsachen. Erst kürzlich hat der russische Präsident Wladimir Putin im russischen Staatsfernsehen bestätigt, was zu Anfang nur Vermutung war: Er gab den Befehl zur Eroberung der Krim.

„Höfliche Menschen“
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In Russland nennt man die Soldaten in den ungekennzeichneten grünen Kampfanzügen nur „höfliche Menschen“. Der Begriff wurde geprägt durch russische Staatsmedien, die statt von bewaffneten Maskierten auf der Krim lieber von „höflichen Menschen“ sprach.

Für 17 Euro zu haben
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Die T-Shirts werden von der russischen Jugendmarke „Anyavanya“ hergestellt und kosten 1200 Rubel, umgerechnet 17 Euro. Verkauft werden sie unter anderem als Souvenir auf der Krim und in Russlands größtem Einkaufszentrum, dem GUM in Moskau.

Putin der „Höflichste“
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Neben Aufdrucken mit Soldaten zeigen die „Anyavanya“-Motive auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin, hier mit der Unterschrift: „der höflichste aller Menschen“. Ein anderes T-Shirt zeigt Putin mit Hawaiihemd und Cocktail in der Hand. Darunter ist zu lesen: „Greetings from Crimea“.

Judo mit Obama
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Wieder ein anderes T-Shirt bildet Putin offenbar im Judokampf mit US-Präsident Barack Obama ab. Darunter der Text: „Unsere Antwort auf die Sanktionen“.

Für alle Altersklassen
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Der Designer der T-Shirts sagte der russischen Zeitung „Komsomolskaja Prawda“, es gebe derzeit sehr viele Bestellungen aus dem Ausland. „Das kann eine 18-Jährige sein, aber auch eine 55-jährige Rentnerin.“

Auch Tassen verfügbar
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Nicht nur T-Shirts, auch Tassen gibt es in Russland mit dem Aufdruck „höfliche Menschen“. Der Begriff hat sich zu einem popkulturellen Phänomen entwickelt. Bei der Vorstellung der T-Shirts im Moskauer Kaufhaus GUM waren auch Prominente aus dem russischen Showbusiness anwesend.

  • afp
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