Neue Österreichische Regierung Wien will Beziehungen zur Türkei normalisieren

Nach Angaben der Türkei bemüht sich Österreichs neue Außenministerin Karin Kneissl um eine Verbesserung der Beziehungen mit Ankara. Sie habe den türkischen Außenminister unmittelbar nach Amtseintritt angerufen.
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Die österreichische Außenministerin soll sich um eine Verbesserung der Beziehungen zur Türkei bemühen. Quelle: Reuters
Karin Kneissl

Die österreichische Außenministerin soll sich um eine Verbesserung der Beziehungen zur Türkei bemühen.

(Foto: Reuters)

AntalyaDie neue österreichische Außenministerin Karin Kneissl will nach Angaben ihres türkischen Kollegen Mevlüt Cavusoglu die angespannten bilateralen Beziehungen normalisieren. Kneissl – die am 25. Januar in der Türkei erwartet wird – habe ihn zu einem Gegenbesuch nach Wien eingeladen, sagte Cavusoglu bei einem Treffen mit deutschen Journalisten am Mittwochabend in Ankara. Sie habe vorgeschlagen, dass er dabei „ohne jedes Hindernis“ mit türkischen Landsleuten zusammentreffen könne.

Cavusoglu spielte damit auf Auftrittsverbote für türkische Regierungsmitglieder unter anderem in Österreich und Deutschland an, die im vergangenen Jahr für Streit gesorgt hatten. Der Minister sagte, Kneissl habe ihn außerdem dazu eingeladen, bei seinem Besuch „etwas zu tun, um das osmanische Erbe im Land zu fördern“.

Cavusoglu sagte, er sei über den Anruf Kneissls unmittelbar nach deren Amtsantritt überrascht gewesen. Die Ministerin – die in der Vergangenheit Zeit in der Türkei verbracht habe – habe ihm dann zu seiner Verblüffung auf Türkisch einen guten Abend gewünscht.

Er habe ihr daraufhin gesagt: „Ich bin bereit dazu, die Beziehungen zu normalisieren, wenn Sie auch dazu bereit sind.“ Kneissl habe ihm geantwortet, dass das der Fall sei. „Sie sagte: Herr Minister, ich mag die Türkei, ich mag die Türken.“ Österreichs Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) ist gegen einen EU-Beitritt der Türkei. Die Ablehnung der EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ist auch im Koalitions-Pakt der konservativen ÖVP und der rechtspopulistischen FPÖ festgehalten.

Die Türkei hatte den den Koalitionsvertrag im Dezember scharf kritisiert und die Forderung nach einem Abbruch der Verhandlungen als „unglücklich und kurzsichtig“ bezeichnet. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hatte Ende Dezember erklärt, dass der Türkei an guten Beziehungen zu europäischen Ländern gelegen sei. Kneissl wurde von der FPÖ für das Amt nominiert, gehört der Partei aber nicht an.

  • dpa
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