Neue Probleme Finanzkrise führt zu Unsicherheiten

Wird aus der Finanzkrise eine Sicherheitskrise? Der Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt genau davor. Speziell der reduzierte Verteidigungsetat der USA dürfte für Europa Folgen haben.
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Deutsche Marine-Soldaten bei einem Einsatz am Horn von Afrika. Quelle: dpa

Deutsche Marine-Soldaten bei einem Einsatz am Horn von Afrika.

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MünchenDer Leiter der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt unmittelbar vor Beginn der 48. Tagung am Freitag davor, dass auch die Finanzkrise zum Sicherheitsrisiko werden könnte. Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf die Sicherheit „sollte niemand unterschätzen“, sagte Ischinger der „Passauer Neuen Presse“.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) sieht deutsche Regierungsstellen zunehmend durch staatliche Cyberangriffe bedroht. „Wir müssen davon ausgehen, dass eine Reihe von Staaten Cyber-Angriffe als Mittel zur Informationsbeschaffung aus Politik und Wirtschaft einsetzen“, sagte Friedrich vor der Sicherheitskonferenz dem „Handelsblatt“ (Freitagausgabe). Deutschland poche auf die Einhaltung internationaler Gepflogenheiten. „Allerdings brauchen wir noch internationale Abkommen, die festlegen, wie Staaten angemessen auf Angriffe aus dem Cyber-Raum reagieren können“, sagte Friedrich.

Unternehmen, die von Hackerangriffen im Internet betroffen sind, forderte Friedrich zu einer engeren Kooperation auf. „Viele Unternehmen sind überzeugt: Das kriegen wir mit unseren eigenen Bordmitteln hin, das muss niemand wissen“, sagte Friedrich . Die Angst vor Imageschäden sei aber einer Aufklärung hinderlich.

Ischinger sagte zugleich, Sicherheitspolitik im 21. Jahrhundert bedeute nicht mehr primär Landesverteidigung, sondern vor allem Export von Stabilität. Dazu gehöre Entwicklungspolitik, manchmal auch militärische Präsenz im Ausland, was allerdings Geld koste. „Wenn der Westen von den USA angefangen bis zur EU an der eigenen Verschuldung so sehr krankt, dass er sich den Export von Stabilität nicht mehr leisten kann, dann kommt es zum Import von Instabilität. Das ist die Gefahr.“

Ischinger geht davon aus, dass die USA trotz Kürzungen im Verteidigungsetat auch weiterhin „eine fast monopolartige Weltmachtrolle“ haben werden. Doch es gebe eine wesentliche Veränderung, so der Sicherheitsexperte und frühere deutsche Botschafter in den USA: „Amerika wird nicht länger bereit sein, den reichen Europäern jedes Mal militärisch zu helfen, wenn es mal irgendwo brennt."

  • dapd
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9 Kommentare zu "Neue Probleme: Wenn aus der Finanzkrise eine Sicherheitskrise wird"

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  • FED System soll in EUropa eingeführt werden:

    http://zeitgeist-online.de/exklusivonline/dossiers-und-analysen/848-monti-draghi-papademos-wessen-interesse-vertreten-die-technokraten.html

  • Vielleicht sollte man erst mal feststellen, daß der Terrorismus zu gut über 90% von den Geheimdiensten Ihrer so genannten "Wertegemeinschaft" ausgeht. Allerdings darf man für diese Erkenntnis nicht den Spiegel lesen oder ARD schauen.
    Zum Anderen sind die einzigen die "Menschenrechte mit Füßen treten" jene Kräfte, die nächtliche Bombenangriffe befehlen und durchführen! Die Menschen verschleppen, einsperren, umbringen, foltern, ihres Hab und Guts berauben, sie belügen, betrügen, ausbeuten usw. Und das ist nun mal die NATO & Co bzw. das koruppte Pack, welches sich Politiker nennt.
    Nebenbei wage ich zu bezweifeln, daß Sie die "Demonstranten" in den Ländern kannten oder sie um ihre Meinung gefragt haben. Das diese Leute Demokratie wollen, wurde uns nur erzählt, damit wir eben einverstanden sind, wenn dort Menschen abgschlachtet werden, sprich "WIR" die Amis und ihre Anhängsel das Land mit Krieg überziehen können. Ohne uns im geringsten über den Begriff Souveränität eines Landes Gedanken zu machen. Würden wir das, gabe es keine Einmischung von außen. Aber die Wallstreet glaubt ja daß die Welt ihnen gehört und Gesetzte (auch internationale) nur lustiges Geschriebsel sei.
    Aber das haben ja Verbrecher allgemein so an sich.
    Demokratie ist nur ein frei erfundenes Wort. In meiner Realität bedeutet es, daß die Menschen glauben sollen, sie könnten mit einer Wahl mit entscheiden wohin der Staat geht. Es bedeutet, daß den Völkern der Stiefel ins Genick gedrückt wird und sie denken sollen sie sind frei. Demokratie heißt einfach nur Verarschung der Massen, Bejubelung des Bösen, Herrschaft gieriger, despotischer, selbsgerechter Banker. Demokratie ist das Mittel zur Globalisierung.
    Und dank Dumpfbacken wie Ihnen, deren moralische Bedenken sich spielend mit Geld wegwischen lassen, die Fakten tunlichst ignorieren sobald sie die Scheine rascheln hören, konnte es erst soweit kommen.

    Und das ist schlecht daran!

  • @Fridolin - Die westliche Wertegemeinschaft, die Sie so ablfällig als "Amis und ihre Anhängsel" bezeichnen, ist in der Tat eine Bedrohung; zwar nicht für "alle Völker und Nationen", wie Sie behaupten, wohl aber für Regime, welche den Terrorismus unterstützen, die Menschenrechte mit Füßen treten, oder der Forderung ihrer Völker nach Demokratie missachten. Was soll daran schlecht sein?

  • "langfristige Sicherung unserer Demokratie" ? ? ?
    "Weltgemeinschaft"? ? ?
    "Kampf gegen den Terror"? ? ?
    "Durchsetzung der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen wie im Fall des Iran, oder dem Schutz wehrloser Zivilisten vor einem blutrünstigen Diktator wie in Syrien"? ? ?

    Die Theorien über Paralleluniversen habe ich bis jetzt immer als Unsinn abgetan. Aber hier scheint doch jemand aus einer anderen Welt seinen Senf zu uns gekleckert zu haben.

    In der Welt in der ich lebe sind die Amis und ihre Abhängsel das mit mit Abstand größte Sicherheitsrisiko für alle Völker und Nationen auf dieser Erde. Das erkennen mittlerweile sogar jene, die von sonst nichts weiter Ahnung haben.
    Oder sind sie einer von denen, die aus rein finanzielen Gründen dermaßen hohle Phrasen dreschen müssen? Na dann Glückwunsch, die Kohle ist verdient!

  • Schön, dann werden wir ja nicht so schnell einen sinnlosen neuen Afghanistankrieg, einen Irakkrieg und einen Libyenkrieg erleben. Oder doch? Ein bisschen Geld scheint j noch da zu sein für den Iran und für Syrien. Also auf gehts...

  • Womit Herr Ischinger da zitiert wird, ist, wie ich finde, nicht ganz zuende gedacht. Amerika wird zur Festigung seiner führenden Weltmachtrolle auf ein wesentlich stärkeres Engagement Europas geradezu angewiesen sein. Es steht doch vor noch ganz anderen Herausforderungen als etwa dem Kampf gegen den Terror, oder der Durchsetzung der Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen wie im Fall des Iran, oder dem Schutz wehrloser Zivilisten vor einem blutrünstigen Diktator wie in Syrien: Was, wenn sich, wie leider zu befürchten ist, weder Russland noch China von selbst zu echten und stabilen Demokratien entwickeln? In Russland gab es zwar eine zeitlang eine hoffningsvolle Entwicklung, aber dann kam Putin; und Chinas demokratischer Aufbruch wurde bekanntlich durch das Tienanmen-Massaker schon im Keim erstickt. Kann es der Westen sich aber leisten, auf Dauer zwei undemokratische Regimes dieser Größenordnung zu tolerieren, die sich jederzeit gegen die Weltgemeinschaft stellen können (wie jetzt Russland wieder, im Fall Syrien)? Wohl kaum. Und dann: Können die Menschen in diesen beiden Ländern je auf Demokratie hoffen, wenn diese nicht massiv von außen gefördert und notfalls auch gefordert wird? Ebenfalls, wohl kaum. Und genau das wird der Westen ohne ein militärisches Potential, dass beiden Regimes, die von der Macht niemals freiwillig lassen werden, die völlige Aussichtslosigkeit eines jedes Konfliktes glaubhaft vor Augen stellt, nicht leisten können. Und bei allem Respekt vor Amerikas militärischer Stärke: Hierzu reichen die Kräfte selbst dieses Landes allein nicht aus; hier muss Europa seine Verantwortung erkennen, sowohl für die langfristige Sicherheit unserer Demokratie, aber auch dafür, dass andere ihrer eines Tages ebenfalls teilhaftig werden können!

  • "Wenn aus der Finanzkrise eine Sicherheitskrise wird"

    Dafür wurde doch schon mal die EUROGENDFOR installiert. Und mit der Ratifizierung des Vertrags von Lissabon wurde auch die Todesstrafe wieder eingeführt [http://info.kopp-verlag.de/hintergruende/europa/michael-grandt/schon-vergessen-die-eu-fuehrte-die-todesstrafe-wieder-ein.html;jsessionid=5C98EC28EAE98C5DFD7ADDCB9CA6BE31] oder [Das Amtsblatt der Europäi-schen Union (C 303/17 bis 303/18 vom 14.12.2007)]

    Also: "Alles in Butter"!

  • Export von Stabilität?
    In den Irak oder nach Afghanistan z.B.?

    Oder meinte der gute Herr, welcher natürlich nur die "Sicherheit" der Bürger im Sinne hat, Export von "Stabilitätsbringern" (Waffen?).

    Ich kann hier nur das Intro aus Metal Gear Solid 4 empfehlen (z.B. über bekannte Videoportale ansehen).

    "War, war has changed".

    Was kommt als nächstes? Sind dann "private Sicherheitsfirmen" ala Blackwater auch bei uns nötig? Weil der Staat, wie bei allen "heilsamen" Privatisierungen, nicht mehr genügend Leisten (bezahlen) kann?

    Beenden wir dieses Trauerspiel und setzen wir uns für direkte Demokratie ein.

    Damit die Macht nicht nur alle 4 Jahre vom Volk ausgeht (und nicht wieder zurück kommt).

  • „Amerika wird nicht länger bereit sein, den reichen Europäern jedes Mal militärisch zu helfen, wenn es mal irgendwo brennt."

    Oder einfach und verständlich ausgedrückt:

    Endlich können die Amerikaner kein Geld mehr ausgeben um irgendwo auf der Welt ein anderes Land zu überfallen und es als Krieg gegen den Terror auszugeben!
    Das ist doch mal ein Fortschritt! Und es wurde dringend mal Zeit - von wegen Weltpolizei. Als wenn man einen Kriminellen gleichzeitig zum Polizisten machen würde...

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