Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Neue Proteste Generalstreik in Weißrussland angelaufen

Menschrechtlern zufolge soll die Polizei erneut Hunderte festgenommen haben. Der Streik gilt als Nagelprobe für Lukaschenkos Rückhalt im Land.
26.10.2020 Update: 26.10.2020 - 18:51 Uhr 1 Kommentar
Die Opposition hat die Menschen dazu aufgerufen, Straßen zu blockieren. Quelle: Reuters
Demonstranten in der Hauptstadt Minsk

Die Opposition hat die Menschen dazu aufgerufen, Straßen zu blockieren.

(Foto: Reuters)

Minsk In Weißrussland ist am Montag ein Generalstreik angelaufen, mit dem die Opposition nach monatelangen Protesten Präsident Alexander Lukaschenko zum Rücktritt zwingen will. In der Hauptstadt Minsk blieben zahlreiche Läden und Gaststätten geschlossen, während eine Gruppe von bis zu 3000 Demonstranten durch die Straßen zog und Parolen skandierte. Darunter befanden sich auch Fabrikarbeiter und Studenten.

Es war aber zunächst unklar, welches Ausmaß der Streik hatte. Während örtliche Medien von Teilnehmern aus staatlichen Betrieben berichteten, sagte eine Regierungssprecherin, bei den großen Industrie-Firmen des Landes gehe die Arbeit normal weiter. Die Menschenrechtsgruppe Wesna-96 berichtete von 255 Festnahmen im ganzen Land.

Auch am Abend ging die Polizei weiter gegen Demonstranten vor, die in größeren Gruppen durch Minsk zogen. Im Nachrichtenkanal Telegram wurden Videos verbreitet, die zeigten, wie vermummte Uniformierte auf Demonstranten einschlugen und sie in Kleinbusse steckten. Es gab viele Menschenketten. Autos hupten als Zeichen des Protestes.

Lukaschenkos Gegnerin Swetlana Tichanowskaja sagte in ihrem EU-Exil, dass es eine „sehr aktive“ Beteiligung nach dem Aufruf zu einem Generalstreik im Land gebe. Es hätten sich medizinisches Personal, IT-Firmen und Studenten beteiligt sowie viele Privatbetriebe. „Das ist ein unglaubliches Niveau an Solidarität“, sagte die 38-Jährige. „Das ist erst der Anfang.“

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen

    Der Generalstreik gilt als Nagelprobe dafür, wie groß der Rückhalt der Opposition und der von Lukaschenko in der Bevölkerung ist. Seit der Präsidentenwahl vom 9. August hatte es zwar in staatlichen Fabriken immer wieder Streiks gegeben, die aber nie lange andauerten. Die Opposition hatte zu dem Generalstreik aufgerufen, sollte der seit 26 Jahren autoritär regierende Lukaschenko nicht bis Sonntagnacht zurückgetreten sein.

    Sie forderte die Bevölkerung unter anderem dazu auf, Straßen zu blockieren und ihr gesamtes Geld von den Banken abzuheben. Der Präsident ließ das Ultimatum in der Nacht verstreichen. Staatlichen Medien zufolge arbeitete er am Montag wie üblich und bereitete sich auf eine arbeitsreiche Woche vor.

    Die Opposition und westliche Staaten werfen der Regierung in Minsk Wahlbetrug vor. Lukaschenko weist die Vorwürfe zurück und lehnt Rücktrittsforderungen ab. Er wird von Russland unterstützt.

    Dort werde die Lage genau beobachtet, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der Agentur Interfax zufolge. Russland habe ein Interesse an einem reibungslosen Funktionieren der Betriebe.

    In Weißrussland sind bislang rund 15.000 Menschen festgenommen worden, fast alle Oppositionsführer sind im Gefängnis oder im Ausland.

    Mehr: Weißrussische Oppositionelle Tichanowskaja: „Angela Merkel kann sehr hilfreich sein“

    • rtr
    • dpa
    Startseite
    Mehr zu: Neue Proteste - Generalstreik in Weißrussland angelaufen
    1 Kommentar zu "Neue Proteste: Generalstreik in Weißrussland angelaufen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • 3000 Leute auf der Strasse sind eine sehr kleine Minderheit. Dass Restaurants und
      Laeden schliessen, heisst nicht dass sie streiken. Sie haben Angst vor Vandalismus.
      Waere sehr interessant eine vertrauenswuerdige Beurteilung der Streikbeteiligung zu
      erhalten - wird aber wahrscheinlich nicht stattfinden - jede Seite publiziert in ihrem
      Interesse.

    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%