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Neue Regierung in Washington CEOs von Walmart und Amazon wollen Joe Biden helfen

US-Unternehmenslenker applaudieren Joe Biden und bieten ihre Hilfe im Kampf gegen die Pandemie an. Doch sie warnen auch vor Steuererhöhungen und Regulierung.
23.01.2021 - 14:53 Uhr Kommentieren
Große US-Unternehmen wie Walmart wollen der neuen US-Regierung im Kampf gegen Corona helfen. Quelle: AP
Walmart

Große US-Unternehmen wie Walmart wollen der neuen US-Regierung im Kampf gegen Corona helfen.

(Foto: AP)

„Die CEOs des Business Roundtable stehen als konstruktive Partner bereit“, erklärt der Vorsitzende des mächtigen Wirtschaftsverbands, der Walmart-CEO Doug McMillon. Von einem „sehr vielversprechenden Start“ spricht die Partnership for New York, nachdem der neue US-Präsident Joe Biden dem Klima-Abkommen von Paris und der WHO wieder beigetreten ist. Der Online-Händler Amazon bietet seine Hilfe beim Impfen an.

Nach einem schwierigen Verhältnis zwischen den US-Unternehmen und Donald Trump klingen die jüngsten Äußerungen nach einem wahren „Honeymoon“. Gerade Demokraten sind so viele warme Worte aus der Geschäftswelt nicht gewöhnt. Doch die CEOs der Unternehmen machen gleichzeitig klar, dass sie Steuererhöhungen oder stärkere Regulierung nicht gutheißen werden.

Tom Donohue, der Präsident der US Handelskammer sagte zwar, dass sein Verband der neuen Regierung helfen wolle, erfolgreich zu sein. Aber gleichzeitig mahnte er: „Die Erholung inmitten einer Pandemie sei „exakt die falsche Zeit, um die Widerstandskraft der Geschäfte weiter durch Steuerhöhungen oder neue Regulierung zu testen, die mehr schaden, als helfen“.

Lob für das Konjunkturpaket

Viel Lob gibt es dagegen von der Wall Street für das geplante Corona-Konjunkturpaket. JP Morgan hatte bereits Anfang Dezember eine interne Studie mit Bidens Team geteilt. Amerikas größte Bank hatte anonymisierte Kundendaten analysiert und nachgewiesen, wie sehr die zusätzlichen Arbeitslosenhilfen, die im August zunächst ausgelaufen waren, den Kunden geholfen und letztendlich auch die Wirtschaft gestützt hätten.

Auch für Bidens angekündeten Mindestlohn gibt es Unterstützung an der Wall Street. „15 Dollar Mindestlohn pro Stunde hebt eine vierköpfige Familie über die Armutslinie. Jeder, der 40 Stunden pro Woche arbeitet, sollte mindestens über der Armutsgrenze leben“, sagte Ralph Schlosstein, Chef der New Yorker Investmentbank Evercore im Börsensender Bloomberg TV.

Schlosstein könnte sich sogar vorstellen, den Mindestlohn an die Inflationsrate zu koppeln, um die Kaufkraft zu sichern. Damit wiederspricht er Doug McMillon, dem Walmart-Chef und Chef des Business Roundtable. Der unterstützt Bidens Plan nicht, der vorsieht, den Mindestlohn von derzeit 7,25 Dollar mehr als zu verdoppeln. Walmart hatte die Stundenlöhne für seine Mitarbeiter zwar zuletzt freiwillig über den Mindestlohn angehoben. Doch McMillon will, dass die Mindestlöhne den lokalen Lebenshaltungskosten angepasst werden.

Die großen US-Banken legten vergangene Woche ihre Zahlen für das vierte Quartal vor. Dort zeigte sich deutlich: Geldhäuser wie die Bank of America und die Citigroup, die stärker vom Geschäft mit Privat- und Firmenkunden leben, hatten es deutlich schwerer als die Investmentbanken, die von stärken Kapitalmarktaktivitäten profitierten.

Die Zinsen sind niedrig, die Nachfrage nach neuen Krediten schwach. Die Ausfallraten sind nicht so hoch wie zunächst angenommen, doch alle Bankmanager warnten, dass die Krise noch nicht ausgestanden sei. Sie habe daher ein Interesse an neuen und umfassenden Konjunkturpaketen der Biden-Regierung.

Unternehmen wollen beim Impfen helfen

Angesichts der desaströsen Lage der Corona.Pandemie in den USA haben zuletzt auch Unternehmen ihre Hilfe für das Impfen angeboten: Amazon, Starbucks und Walmart wollen alle ihre logistische Kompetenz und ihre Präsenz in der Fläche zur Verfügung stellen, um die Impfstoffe schneller in die Arme der Menschen zu bekommen.

Walmart, das auch Apotheken betreibt, will mehr als 5.000 Läden zur Verfügung stellen, um dort die Menschen zu impfen. Amazon arbeitet in Seattle mit einem Krankenhaus zusammen, um Tausende Menschen in einer Pop-Up-Klinik zu impfen.

Biden will in den ersten 100 Tagen 100 Millionen Menschen geimpft haben. Bisher sind es erst knapp 20 Millionen geimpft worden. Das war ursprünglich das Ziel fürs Jahressende gewesen. Doch auch in den USA geht die Impfung vor Ort oft nur schleppend voran. In New York wiederum funktioniert zwar die Verteilung vor Ort.

Doch am Freitag waren die Impfstoffe fast komplett aufgebraucht und der Nachschub fehlte. New York musste vergangene Woche tausende von Impfterminen streichen, weil es nicht genug Dosen gab. Zuletzt hatte vor allem die Lage in New York die größten Arbeitgeber der Stadt derart beunruhigt, dass sie der Stadt nun selbst ihre Hilfe angeboten hatten.

Vertreter von Dutzenden Unternehmen waren am Donnerstag in einer Telefonkonferenz mit dem Impf-Beauftragten des Bundesstaates, Larry Schwartz. Darunter auch die größten Institute der Wall Street, JP Morgan Chase, Goldman Sachs, Citigroup und KKR.

Dabei handeln sie auch im eigenen Interesse: Sie alle wissen, dass New Yorks Wirtschaft sich nicht erholen kann, und die Mitarbeiter nicht in die Büros zurückgerufen werden können, solange es bei den Impfungen stockt. Die Manager boten dem Staat Hilfe bei der Logistik und der Verteilung der Impfstoffe an, um so zu ermöglichen, an zusätzliche Dosen zu kommen.

„Die Business Community ist sehr besorgt über die Konsequenzen der Impf-Verzögerungen. Das ist extrem wichtig für die wirtschaftliche Erholung“, betont Kathy Wylde, Chefin der einflussreichen Organisation „Partnership for New York City“, die die Interessen der großen Unternehmen der Stadt vertritt.

Die Unternehmen wüssten, an wie vielen Fronten die Stadt und der Bundesstaat gerade kämpfen. „Daher bieten sie Expertise bei der Logistik an, genauso wie medizinische Einrichtungen und Personal, das bei der Verteilung des Impfstoffes helfen kann.“

CEOs haben ein schwieriges Verhältnis zu Trump hinter sich

Amerikas CEOs und Washington blicken auf eine bewegte Beziehung in den vergangenen Jahren zurück. Unter Trump waren zunächst mehrere Unternehmenschefs wie der Apple-Chef Tim Cook und GM-Chefin Mary Barra zunächst dem Beraterstab des Präsidenten beigetreten. Doch nach der mangelnden Verurteilung der rassistischen Demonstrationen in Charlottesville hatte sich das Gremium wieder aufgelöst.

Viele CEOs waren danach vor allem darauf bedacht, nicht aufzufallen, um nicht den Zorn des Präsidenten auf sich zu ziehen. Von der Politik der Steuersenkungen und der Deregulierung haben fast alle profitiert. Doch wer unter dem Handelskrieg litt und es wagte, wie etwa Harley Davidson die Produktion ins Ausland zu verlagern, geriet schnell ins Trumpsche Twitter-Feuer.

Nach den Wahlen im November drängten viele Verbände und einzelne Unternehmenschefs auf die Anerkennung des Biden-Siegs. Als dann der von Trump angeheizte Mob das Kapitol stürmte, distanzierten sie sich von den Republikanern und entzogen ihnen sogar zum Teil die finanzielle Unterstützung. Unter dem neuen Präsidenten stehen die Zeichen bisher auf Kooperation.

Mehr: Für einige Branchen bringt Joe Bidens Präsidentschaft deutliche Veränderungen. Was das für einzelne Aktien bedeutet.

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